A
Fi]
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1939,
An Hand der Ergebnisse der neueren Absorptionsmessungen für das reine
Wasser wird eine Grundverteilung der Absorptionskoeffizienten für den Bereich
0.31—2,65 4% zusammengestellt (Tab. 6 und Abb. 4), die den wesentlichen Teil des
Spektrums der Sonnenstrahlung an der Erdoberfläche erfaßt, Leider sind alle
Messungen außer die von Collins ohne Angabe der Untersuchungstemperatur,
Es wird Zimmertemperatur vorausgesetzt, was aus den Versuchsanordnungen
gerechtfertigt erscheint, Aus den Abbildungen von Collins wurden die dort
verwendeten Massenabsorptionskoeffizienten x-o für 0° und 90° entnommen, auf
den normalen Absorptionskoeffizienten x in der Lambertschen Form umgerechnet
und schließlich für die Temperatur von 18° interpoliert. Die Ultraviolett-
absorption nach älteren Messungen von A. Kreusler (12) ist zum Vergleich
angeführt. Wenn sie auch einen schlechten Anschluß gegen die neueren Messungen
im sichtbaren Bereich von W, R. Sawyer (1s) aufweist, zeigt sie doch die sehr
starke Zunahme der Absorption unterhalb von 0,25 x. Zum Vergleich zu den
Ergebnissen von Sawyer und Collins sind die Werte von Aschkinaß angeführt,
die oberhalb von 1,35 %, wie bereits erwähnt wurde, stark von den neueren
Ergebnissen abweichen.
Die wiedergegebenen x-Werte gelten nur für reines Wasser und für reines
Meerwasser. Das Wasser des Weltmeeres stellt aber niemals eine chemisch reine
wässerige Lösung von Salzen dar, sondern enthält stets schwebende organische
und anorganische Partikel, An ihnen erfährt die eindringende Sonnen- und
Himmelsstrahlung außer der zusammengestellten Normalabsorption (Tab. 6 und
Abb. 4) eine zusätzliche Schwächung.
Die Absorption der Strahlung unter den natürlichen Verhältnissen hat gerade
in den letzten Jahren mit der Einführung der photoelektrischen Zellen in die
Meßtechnik ein ständig steigendes Interesse in der meereskundlichen Wissenschaft
auf sich gezogen, Von physikalischer, chemischer und vor allem von biologischer
Seite ist der Gegenstand intensir aufgegriffen worden. An dieser Stelle seien die
Ergebnisse nur im Hinblick darauf betrachtet, wie weit die Absorption der Strahlung
im Ozeanwasser abweicht von der im reinen Wasser, d. h. ob die zusammengestellte
Normalabsorption überhaupt Gültigkeit für die natürlichen Verhältnisse besitzt,
Wir bedienen uns der Ergebnisse von G, L, Clarke (14, ıs)., Zunächst muß
zur Meßtechnik vorausgeschickt werden, daß die Empfindlichkeit der photo-
elektrischen Zellen sich über einen großen Wellenbereich erstreckt, während die
spektralphotometrische Methode von Sawyer (ı:8) sowie die spektralbolometrische
Methode von Collins (s) und Aschkinaß (s) die Absorptionsmessungen in einem
schmalen Spektralbereich gestatten (vgl. Abb. 1 die Angabe der Spaltbreite
von 14). Die grünempfindliche Zelle bei Clarke hat ihr Empfindlichkeits-
maximum bei 0.55 x, bei 0.465 und 0.625 x werden noch 10°, der maximalen
Empfindlichkeit erreicht, Die Ergebnisse der verschiedenen Meßmethoden sind
also ohne eine Reduktion nicht völlig vergleichbar.
Wir ziehen die Grünabsorption von drei hydrographisch-biologischen Haupt-
regionen der Ozeane heran [nach Clarke (14, ı5) und C, L. Utterback ({16)].
A. Extrem klares Wasser der Subtropen der drei Ozeane. Beispiele: Sargasso-
Meer, Nordäquatorialstrom, Yukatan-Meer.
Scheifwasser. Beispiele: Golf von Maine, Nordpazifischer Ozean westlich
der Vancouver-Inseln, ;
Küstenwasser, Beispiel: Woods Hole Harbor (Mass).
Tabelle 7. Grünabsorption im ozeanischen Subtropenwasser, Scheil- und Küstenwasser
nach ohotoelektrischen Messungen.
Gebiet | Peition |__Datum__ | Schicht-ieke m | __
Sarpasso-Meer ......' 35° 52 N, 65° 30 W | ? | 5—g02 | 0.000530
Nordäquatorialstrom . . 129 04” N, 60° 29 W | 12. 1.37 | 2141 ' 0.000048
Vokatan-Meer ...... ‘8° 38° N, 79° 12 W289 37 2—185 0.00042
Golf von Maine ..... 29008 N, 49° 04 W R—73 ' 0.0011
westl. Vancourer-Ins, (16) .
Empf, Max. 0.565 x... 490° 25' N, 127° 09 W 0—50 | 0.0013
6 Woods Hole Harber =. 41° 81 N. 70R AU WW Ja ! 80032
.—