104 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1939.
Hertzsche Wellen benutzt, um die Lage, Ausdeh-
sung und Beschaffenheit irgendwelcher nützlicher
Materialen (Metalle, Kohle usw.) festzustellen. Es
handelt sich jedenfalls um ein Gebiet, dessen
weitere Entwicklung in erster Linie von enormer
praktischer Bedeutung zu werden verspricht. Als
„geologischen Leiter‘ bezeichnet Fritsch jedes
Mineralkorn, jede Mineralverbindung und schließ-
lich jeden geologischen Körper, der ia die Strom-
bahn oder den Feldraum eintritt. Es versteht sich
ron selbst, daß hier Hand in Hand mit dem Geologen
gearbeitet werden muß, Verf, zeigt aber auch io
sehr instruktiver Weise, daß wesentliche Probleme
der Geoelektrik nur in Zusammenarbeit mit dem
Hydrologen verfolgt werden können, da die Eigen.
schaften des geologischen Leiters wesentlich durch
Lösungen bestimmt sind (Auflösung der festen
Bestandteile in den anhaftenden Schichten des
Berg- oder Grubenwassers). Alles dies und damit
Zusammenhängendes wird ausführlich und in sehr
anschaulicher Weise, unterstützt durch zahlreiche
Figuren und Skizzen, erörtert. Schließlich soll
nicht unterlassen werden, auf die interessanten
Ausführungen über die Beziehungen zwischen
Blitzschlägen und der geoelektrischen Beschaffen-
heit der Einschlagstelle (siehe die sog. Blitznester!,
hinzuweisen, über die vom Verf. bereits }. JS. 1938
‘Elektrotechnik und Maschinenbau, 56, Jahrg., H. 9}
berichtet wurde, — Bei sämtlichen Arheiten wurde
in besonderem Verzeichnis die einschlägiye Lite-
ratur berücksichtigt, — Daß die ganze Ausstattung
des Buchs vorzüglich ist, braucht kaum erwähnt
zu werden, Was den wissenschaftlichen Wert be-
trifft, so fühlt sich der Referent, wenn sein eigenes
Arbeitsgebiet auch den hier erörterten Fragen ferner
liegt, zu der Außerung berechtigt, daß von allen
Seiten Vollwertiges geboten wurde.
Chr. Jensen, Hamburg.
N. Tarasow, Über die funktionalen Typen der
Ozeanschiffe, „Meteorologia i Hydrologia.‘ Mos-
kau 1936. Nr. 12. 8. 90—91, (Russisch)
Jm allgemeinen erscheint die Frage der For-
schungsschiffe bei der Organisation der Meeres-
untersuchungen von USSR. als die schmerzlichste
Hinhaltungsmittel, Übereinkünfte, Benutzung alıer,
bisweilen ganz untauglicher, schwimmender Ein-
beiten — alles dies macht sich sebr negativ in der
Produktivität der Forschungsarbeiten bemerkbar,
Auch im Ausland werden oft (besonders für hydro-
graphische Arbeiten) veraltete Fahrzeuge benutzt,
aber niemals und nirgends gab und gibt dies solche
Resultate, welche auf einem heutigen, gehörig
konstruierten und gerade für den gegebenen Typ
der Arbeiten berechneten Schiff erhalten werden
können.
Die Aufgaben der hrdrologischen und lang-
iristigen meteorologischen Prognosen, der hydro-
logischen Aufnahme, der allgemeinen Aneignung
der nach USSR. gravitierenden Meeresgewässer und
des zuverlässigen Dienstes für die Bedürlnisse der
Volkswirtschaft und der Verteidigung können nicht
ohne Schaffung einer gehörigen Untersuchungsflotte
gelöst werden. Die ausländischen Forschungs-
schiffe sind in der Regel außerordentlich verschieden.
artig. Indem der Verf, auch die ausländische Er-
fahrung in Rechnung zieht, versucht er, hier iu
allgemeinster Form die funktionalen Haupttypen der
marinen Forschungsschiffe zu bezeichnen, ausgehend
von dem Gebiet und dem Charakter der Arbeiten,
Für Beobachtungen auf dem Ankerplatz sind
in der Regel Ruder-, Segel-Ruder-, Motor- oder Segel-
Motorschaluppen ausreichend; sie gestatten Arbeit
ın Tiefen bis 50—100 m, mit einem Radius von
2—3 und 6—10 Meilen. Dieser erste Typ ändert
sich am meisten in Abhängigkeit von den örtlichen
Verhältnissen. Der zweite Typ ist für länger
lauernde hydrologische Profile in Tiefengrenzen
vis 200 m und in 25—50 Meilen Entfernung vom
Ifer bestimmt, ein Kegel-Motorboot oder Tender.
Der dritte Schiffstep soll für die Arbeiten im
»fenen Meer in Tiefen bis 1000 m dienen; Aktions-
radius 1QU Meilen; Hilfssegelfläche. Der vierte Typ
stellt ein ozeanologisches Fahrzeug dar, das in be-
jebiger Entfernung von den Küsten arbeiten kann
ınd bis zu den Grenztiefen mit einer Fahrtdauer
‚ohne Küste“ bis zu einem Monat und sogar länger.
Am größten ıst der Bedarf an Fahrzeugen des
arsten Typs; von ihnen sind mehrere Zehner auf
edem Meer nötig; jede marine hydrometeorologische
Station muß über ein Fahrzeug dieses Typs ver.
‘ügen, Den zweiten Typ muß sich jede größere
ıydrometeorologische Station aneignen, deren Zahl
’n jedem Meer gewöhnlich weniger als zehn beträgt.
Von den Fahrzeugen des dritten Typs soll im
wesentlichen eins in jedem Meer vorhanden sein,
Das Fahrzeug des vierten Typs stellt ein heutiges
‚schwimmendes marines wissenschaftliches Institut“
Jar; davon können im besten Falle zwei vorhanden
zein, für den Atlantischen und für den Stillen
Ozean, Hedwig Stoltenberg
B. P. Alisow, Besonderheiten des Wettersystems
im Sommer 1936 im zentralen Teil von USSR.
„Meteorologie i Hydrologia.‘* Moskau 1936, Nr. 12,
5. 3-—17; m, 15 Tab, u. 2 Kärtchen. (Russisch.)
Die Figentümlichkeiten der Zirkulation im
Sommer 1936 waren die Ursache scharfer Ab-
weichungen der meteorologischen Elemente von
ihren langjährigen Mittelwerten im größten Teil
von USSR. Bei der Analyse des Wettersystems
‚m zentralen Teil von USsR, wurden hauptsäch-
lich die Materialien der Moskauer Beobachtungen
venutzt, Als charakteristische Besonderheit der
Anomalie dieses Jahres erscheint ihre Länge
Während der Zeit von 1891 bis 1936 wurden mebr-
nals bedeutende Abweichungen der mittleren
Juni- und Julitemperaturen von den vieljährigen
»eobachtet, aber niemals erfaßte eine so starke Er-
höbung der Temperatur beide Monate der Reihe
nach,
Die durchschnittliche Lufttemperatur im Juni
betrug 18.8°, die mittlere vieljährige 15.7°; während
51 Jahre stieg die mittlere Junitemperatur nur zwei-
mal höher als 1936, 1901: 20.0° und 1917: 19.5°,
Tab. 1 zeigt die durchschnittlichen Größen der
meteorologischen Elemente im Junt.
Der Juni zeichnet sich deutlich aus durch hohe
Temperatur, Trockenheit, geringe Zahl der Tage
mit Niederschlägen, völliges Fehlen trüber Tage
und erhöhten Druck,
Tab, 2: Wiederkehr der Luftmassen, ihre
Temperatur und relative Feuchtigkeit.
Tab. 3: Zahl der Tage mit den angegebenen
Temperaturen um 13 Uhr in verschiedenen Luft-
massen für die Periode 1931—1935.
Tab. 4: Kalender der Luftmassen und Wetter-
typen im Juni 3936 (Moskau).
Tab. 5: Luitmassen in verschiedenen Zirku-
lationsverhältnissen über Moskau im Juni,
Tab,6: Wiederkehr (in Prozenten) verschiedener
Zirkulationsformen über Moskau im Juni.
Als dominierender Vorgang im Juni 1936 wie
auch in den vorhergehenden Jahren erscheint die
Konvektion in den Bedingungen relativ ruhiger
‘wenig beweglicher) Luftmassen.