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Full text: 67, 1939

Neuere Veröffentlichungen. 
403 
Atmosphäre erörternden Bd, III. Er enthält fol. 
gende  ochaktusile Forschungsgebiete behandelnde 
Arbeiten: 
1. Neuere Ergebnisse und Probleme zur Theorie 
der Konvektionsströme im Meere, von V, Wal- 
fried Ekman, Lund; 
2. Deep— Focus Earthquakes, von Harold Jeff- 
reys, Cambridge; 
Deformation of the Earth’s Crust as Disclosed 
by Geodetic Measurements, von Chuji Tsuboi, 
Tokyo; 
zur Entwicklung der seismischen Aufschluß- 
methoden, von B. Gutenberg, Pasadena; 
einiges über den Aufbau und die Eigenschaften 
zeologischer Leiter, von Volker Fritsch 
Brünn, 
Den hydrographisch interessierten Lesern 
dürfte am besten gedient sein durch die Wieder- 
gabe folgender Haupteinteilung der Ekmanschen 
Arbeit: 
Einleitung: 
I. Ermittlung des Elementarstromes; 
[I, Ermittlung des Wassertransportes; 
[EI, Wirkungsweise der Energie und der Trägheit 
des Wassers; 
IV, Rossbys Golfstromtheorie; 
V. Folgerungen aus der Kontinuvitätsbedingung 
Die genauere Gliederung muß aus der Arbeit 
ersehen werden, Es sei aber gestattet, mit beson- 
derem . Nachdruck auf die klare Darlegung der 
„grundlegenden Voraussetzungen und Begriffe“ 
in der Einleitung hinzuweisen, Der Verf, zeigt 
hier u. a., daß man die Turbulenzreibung und die 
Turbulenzdiffussion nicht durch einen gemein- 
samen Austauschkoeffizienten (s. W. Schmidt!) 
ausdrücken darf, weswegen er für letztere den 
Namen ‚virtueller Reibungskoeffizient‘“ benutzt. 
Mit Defant dehnt er die zuerst auf die Atmo- 
sphäre angewandten Begriffe „Troposphäre“ und 
„Stratosphäre“ auf die tiefen Meere — das ver- 
hältnismäßig homogene Tiefenwasser und die leich- 
jere und weniger homogene Deckschicht -— aus, 
Schließlich sei noch besonders auf die eingehende 
Erörterung der vom Verf, als sehr bemerkenswert 
bezeichneten Rossbyschen Golfstromtheorie hin- 
gewiesen. Die scharfe Kritik einiger Schwächen 
dieser neuen Theorie muß der dieser Materie näher 
stehende Leser aus der Arbeit ersehen, 
Die erste instrumentelle Methode zur Bestim. 
mung der Herdtiefen von Erdbeben scheint vom 
Fürst Galitzin herzurühren. Im Jahre 1929 gibt 
Gutenberg (Handb. d. Geophysik, p. 275) an, daß 
man aus allen zuverlässigen Messungen für die 
normalen Erdbeben meist Herdtiefen zwischen 25 
und 50 km annehmen müsse, Er nennt Fälle, 
ei denen die Herdtiefe zwischen 10 und 40 km 
liegt. Wesentlich ist, daß der Herd oberhalb der 
Unstetigkeitsschicht in 60km Tiefe liegt. Nach 
Angabe von Jeffreys liegt die Herdtiefe der 
meisten Erdbeben in Tiefen unterhalb von 50 km; 
für die Herdtiefen der meisten kontinentalen 
Erdbeben meint er einen durchschnittlichen Wert 
von 10 km annehmen zu müssen, Von Beben mit 
4roßen Herdtiefen berichtet Gutenberg in seinem 
Handbuch noch nichts. Jeffreys gibt hier nun 
an, daß die Realität von Herdtiefen bis zu 700 km 
über jeden Zweifel erhaben ist, daß sie erwiesen 
ist durch mehrere voneinander unabhängige Mes- 
zungen, Er gibt weiter an, daß die Genauigkeit 
sich in einigen Fällen auf 8 km stellt. In sorg- 
samster, kritischer Weise erörtert er höchst an- 
schaulich und anregend die Entwicklung dieses 
Forschungszweiges. Von besonderer Bedeutung 
sind offenbar auch die vom Verfasser aus den 
Beobachtungsergebnissen gezogenen Schlußfolge- 
rungen über die physikalischen Vorgänge nach 
Bildung der festen Erdkruste. Er stellt sich dabei 
auf den Boden der Kontraktionstheorie, 
Im Gegensatz zu Jeffreys,.der die Vorgänge 
in großen Tiefen der Erdkruste beleuchtet, setzt sich 
Tsuboi mit den Veränderungen in den obersten Erd. 
schichten auseinander, Eins der ott genannten Bei- 
spiele säkularer Hebungen oder Senkungen größerer 
Erdgebiete ist wohl die skandinavische Halbinsel. 
Man darf annehmen, daß die maximale Hebung 
heute über 1 em pro Jahr beträgt und daß die ge- 
zsamte Hebung seit Aufhören der Eisbelastung sich 
auf nahezu 300 m beläuft. Solche Deformationen 
der Erdkruste sind vor allem an den Hebungen 
und Senkungen der Küsten zu verfolgen, aber 
auch aus Messungen an Flußläufen zu erschließen, 
Tsuboi kann aber bei seinen diesbezüglichen Dar- 
jegungen geradezu aus dem vollen schöpfen, Er 
behandelt in allererster Linie ein selten reiches 
japanisches Beobachtungsmaterial. Die äußerst 
interessanten Darlegungen werden reich unterstützt 
durch eine Reihe von Abbildungen und durch zahl- 
reiche Tabellen, welche die Größe der vertikalen 
and horizontalen Veränderungen in kürzeren Zeit- 
räumen sowie im sükularen Gange zu anschau- 
licher Darstellung briagen. Besonders hingewiesen 
zei auf einen längeren Abschnitt (p. 144 bis 152), 
Jer die Beziehungen zwischen Erdbeben und hori- 
‚ontalen Verschiebungen behandelt, Schließlich 
muß noch auf das reiche, 251 Arbeiten umfassende 
Literaturverzeichnis hingewiesen werden, 
Die beiden letzten Arbeiten beschäftigen sich 
mit sog. Aufschlußmethoden, sofern die in Frage 
kommenden Messungen Aufschlüsse über den Auf- 
au gewisser Erdschichten geben, Gutenberg 
berichtete bereits im Handbuch der Geophysik 
ron 1929 (p. 582 u. f.) über die Verwendung elasti- 
acher Wellen zur Erforschung der obersten Erd. 
schichten, wobei er noch besonders darauf hinwies, 
daß im Prinzip für den Verlauf der künstlich er- 
zeugten elastischen Wellen in den obersten Erd- 
schichten das Gleiche gelte wie für den Verlauf 
der Erdbeben wellen im Erdinnern, Hier wird nun 
in äußerst interessanter und anschaulicher Weise 
der Werdegang dieses Forschungszweiges erörtert, 
an Hand ‚prachtroller Abbildungeo, die sich zum 
Teil auf die neueste technische Entwicklung des 
Instrumentariums beziehen. So sei nur auf die 
Abbildung des Verstärkers (der Ausrüstung des 
California Institute of Technology) des Schaltungs- 
schemas sowie der Kontrollvorrichtung für die 
Zeitmarkierung verwiesen. — Der Reihe nach wird 
folgendes erörtert: 
I. Historisches: 
II, die Organisation einer seismischen Unter- 
suchung; 
IIT. die Refraktionsmethode: Bestimmung der 
Wellengeschwindigkeit; 
IVY die bei der Reflexionamethode benutzten In- 
astrumente; 
V. die Sprengladung und ihre Entzündung; 
VI. Beispiele; 
VII. Rechenmethoden, 
Die Arbeit von V, Fritsch, die in erster 
Linie die Literatur der letzten Jahre berücksichtigt, 
zehandelt das überhaupt verhältnismäßig neue 
Wissensgebiet der geoelektrischen (s. darüber den 
Bericht von J, Bartels im genannten Handbuch 
ler Geophysik, 570 bis 580!) Aufschlußmethode, und 
zwar in erster Linie die sog. Funkgeologie, die 
acchfrequente Wechselströäme oder hochfrequente 
5.
	        
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