Neuere Veröffentlichungen.
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Atmosphäre erörternden Bd, III. Er enthält fol.
gende ochaktusile Forschungsgebiete behandelnde
Arbeiten:
1. Neuere Ergebnisse und Probleme zur Theorie
der Konvektionsströme im Meere, von V, Wal-
fried Ekman, Lund;
2. Deep— Focus Earthquakes, von Harold Jeff-
reys, Cambridge;
Deformation of the Earth’s Crust as Disclosed
by Geodetic Measurements, von Chuji Tsuboi,
Tokyo;
zur Entwicklung der seismischen Aufschluß-
methoden, von B. Gutenberg, Pasadena;
einiges über den Aufbau und die Eigenschaften
zeologischer Leiter, von Volker Fritsch
Brünn,
Den hydrographisch interessierten Lesern
dürfte am besten gedient sein durch die Wieder-
gabe folgender Haupteinteilung der Ekmanschen
Arbeit:
Einleitung:
I. Ermittlung des Elementarstromes;
[I, Ermittlung des Wassertransportes;
[EI, Wirkungsweise der Energie und der Trägheit
des Wassers;
IV, Rossbys Golfstromtheorie;
V. Folgerungen aus der Kontinuvitätsbedingung
Die genauere Gliederung muß aus der Arbeit
ersehen werden, Es sei aber gestattet, mit beson-
derem . Nachdruck auf die klare Darlegung der
„grundlegenden Voraussetzungen und Begriffe“
in der Einleitung hinzuweisen, Der Verf, zeigt
hier u. a., daß man die Turbulenzreibung und die
Turbulenzdiffussion nicht durch einen gemein-
samen Austauschkoeffizienten (s. W. Schmidt!)
ausdrücken darf, weswegen er für letztere den
Namen ‚virtueller Reibungskoeffizient‘“ benutzt.
Mit Defant dehnt er die zuerst auf die Atmo-
sphäre angewandten Begriffe „Troposphäre“ und
„Stratosphäre“ auf die tiefen Meere — das ver-
hältnismäßig homogene Tiefenwasser und die leich-
jere und weniger homogene Deckschicht -— aus,
Schließlich sei noch besonders auf die eingehende
Erörterung der vom Verf, als sehr bemerkenswert
bezeichneten Rossbyschen Golfstromtheorie hin-
gewiesen. Die scharfe Kritik einiger Schwächen
dieser neuen Theorie muß der dieser Materie näher
stehende Leser aus der Arbeit ersehen,
Die erste instrumentelle Methode zur Bestim.
mung der Herdtiefen von Erdbeben scheint vom
Fürst Galitzin herzurühren. Im Jahre 1929 gibt
Gutenberg (Handb. d. Geophysik, p. 275) an, daß
man aus allen zuverlässigen Messungen für die
normalen Erdbeben meist Herdtiefen zwischen 25
und 50 km annehmen müsse, Er nennt Fälle,
ei denen die Herdtiefe zwischen 10 und 40 km
liegt. Wesentlich ist, daß der Herd oberhalb der
Unstetigkeitsschicht in 60km Tiefe liegt. Nach
Angabe von Jeffreys liegt die Herdtiefe der
meisten Erdbeben in Tiefen unterhalb von 50 km;
für die Herdtiefen der meisten kontinentalen
Erdbeben meint er einen durchschnittlichen Wert
von 10 km annehmen zu müssen, Von Beben mit
4roßen Herdtiefen berichtet Gutenberg in seinem
Handbuch noch nichts. Jeffreys gibt hier nun
an, daß die Realität von Herdtiefen bis zu 700 km
über jeden Zweifel erhaben ist, daß sie erwiesen
ist durch mehrere voneinander unabhängige Mes-
zungen, Er gibt weiter an, daß die Genauigkeit
sich in einigen Fällen auf 8 km stellt. In sorg-
samster, kritischer Weise erörtert er höchst an-
schaulich und anregend die Entwicklung dieses
Forschungszweiges. Von besonderer Bedeutung
sind offenbar auch die vom Verfasser aus den
Beobachtungsergebnissen gezogenen Schlußfolge-
rungen über die physikalischen Vorgänge nach
Bildung der festen Erdkruste. Er stellt sich dabei
auf den Boden der Kontraktionstheorie,
Im Gegensatz zu Jeffreys,.der die Vorgänge
in großen Tiefen der Erdkruste beleuchtet, setzt sich
Tsuboi mit den Veränderungen in den obersten Erd.
schichten auseinander, Eins der ott genannten Bei-
spiele säkularer Hebungen oder Senkungen größerer
Erdgebiete ist wohl die skandinavische Halbinsel.
Man darf annehmen, daß die maximale Hebung
heute über 1 em pro Jahr beträgt und daß die ge-
zsamte Hebung seit Aufhören der Eisbelastung sich
auf nahezu 300 m beläuft. Solche Deformationen
der Erdkruste sind vor allem an den Hebungen
und Senkungen der Küsten zu verfolgen, aber
auch aus Messungen an Flußläufen zu erschließen,
Tsuboi kann aber bei seinen diesbezüglichen Dar-
jegungen geradezu aus dem vollen schöpfen, Er
behandelt in allererster Linie ein selten reiches
japanisches Beobachtungsmaterial. Die äußerst
interessanten Darlegungen werden reich unterstützt
durch eine Reihe von Abbildungen und durch zahl-
reiche Tabellen, welche die Größe der vertikalen
and horizontalen Veränderungen in kürzeren Zeit-
räumen sowie im sükularen Gange zu anschau-
licher Darstellung briagen. Besonders hingewiesen
zei auf einen längeren Abschnitt (p. 144 bis 152),
Jer die Beziehungen zwischen Erdbeben und hori-
‚ontalen Verschiebungen behandelt, Schließlich
muß noch auf das reiche, 251 Arbeiten umfassende
Literaturverzeichnis hingewiesen werden,
Die beiden letzten Arbeiten beschäftigen sich
mit sog. Aufschlußmethoden, sofern die in Frage
kommenden Messungen Aufschlüsse über den Auf-
au gewisser Erdschichten geben, Gutenberg
berichtete bereits im Handbuch der Geophysik
ron 1929 (p. 582 u. f.) über die Verwendung elasti-
acher Wellen zur Erforschung der obersten Erd.
schichten, wobei er noch besonders darauf hinwies,
daß im Prinzip für den Verlauf der künstlich er-
zeugten elastischen Wellen in den obersten Erd-
schichten das Gleiche gelte wie für den Verlauf
der Erdbeben wellen im Erdinnern, Hier wird nun
in äußerst interessanter und anschaulicher Weise
der Werdegang dieses Forschungszweiges erörtert,
an Hand ‚prachtroller Abbildungeo, die sich zum
Teil auf die neueste technische Entwicklung des
Instrumentariums beziehen. So sei nur auf die
Abbildung des Verstärkers (der Ausrüstung des
California Institute of Technology) des Schaltungs-
schemas sowie der Kontrollvorrichtung für die
Zeitmarkierung verwiesen. — Der Reihe nach wird
folgendes erörtert:
I. Historisches:
II, die Organisation einer seismischen Unter-
suchung;
IIT. die Refraktionsmethode: Bestimmung der
Wellengeschwindigkeit;
IVY die bei der Reflexionamethode benutzten In-
astrumente;
V. die Sprengladung und ihre Entzündung;
VI. Beispiele;
VII. Rechenmethoden,
Die Arbeit von V, Fritsch, die in erster
Linie die Literatur der letzten Jahre berücksichtigt,
zehandelt das überhaupt verhältnismäßig neue
Wissensgebiet der geoelektrischen (s. darüber den
Bericht von J, Bartels im genannten Handbuch
ler Geophysik, 570 bis 580!) Aufschlußmethode, und
zwar in erster Linie die sog. Funkgeologie, die
acchfrequente Wechselströäme oder hochfrequente
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