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Full text: 67, 1939

Perlewitz, P. und Powel, J.: Beaufortskala und lineare Windskalen. 385 
Köppen sagt in 5) S. 364: „Da jeder Stärkegrad bis zum halben Abstand 
vom benachbarten gelten muß, so muß theoretisch die mittlere Windgeschwindig- 
keit bei 0 Bft., wenn alle Windgeschwindigkeiten gleich häufig waren, für 0 Seewarte 
0.4 m}sec sein.“ Daraus folgt, daß der Teil der Skala oder Kurve, der die Ge- 
schwindigkeiten unter 0.4 m/sec enthält, zu Werten von B gehört, die kleiner als 
Null sind. Negative Zeichen für einen Teil des Bereichs 0 sind unvermeidlich, 
wenn man den Beaufortzahlen Mittelwerte von Gesch windigkeitsbereichen zuweist 
and nun den Nullpunkt auf einen dieser Mittelwerte, nämlich B=0 legt, es sei 
denn, daß man für B eine andere Variable einführt. 
Es ist nun die Frage zu beantworten, ob diese theoretischen Überlegungen 
durch die praktische Erfahrung erhärtet werden können, und demnach zu unter- 
suchen, welche Anzahl von Windgeschwindigkeiten dem Bereich Bft. 0 infolge 
der bisher erreichten Größenzuordnung von Schätzungen nach der Beaufortskala 
und gleichzeitig gemessenen Windgeschwindigkeiten zuzuweisen ist, Da nun aber 
vom Bereich Bft, 0 nur äußerst spärliche Beobachtungen vorliegen, so bleibt nur 
übrig, die Größe des Bereichs Bft. 0 aus Größe und Beschaffenheit der übrigen 
Bereiche zu konstruieren, indem man mathematische Kurven oder Reihen zu 
Hilfe zieht, die sich den vorhandenen Geschwindigkeitswerten so nahe als mög- 
lich anpassen. 
2, Gleichungen für die Seewartenwerte, Wir wollen uns diese Verhältnisse 
für die Seewartenskala (Köppen 1898) zunächst an einer der bei früheren 
Untersuchungen der Beaufortskala benutzten mathematischen Reihen klar 
machen und wählen dazu die arithmetische Reihe zweiter Ordnung, welche 
Köppen zwecks Vergleichs der Simpsonskala mit der Seewartenskala an die 
Stelle der letzteren setzt, Köppen bildet diese Ersatzreihe in °) S. 364, indem 
er „einen der am besten bestimmten Stärkegrade zwei bis fünf zum Ausgang“ 
nimmt und voraussetzt, daß ebenso wie für diese Beaufortstärken „auch im 
übrigen Teile der Skala die Stufengröße für jeden Grad um 0.2 m/sec zunimmt“. 
Die Reihe stimmt also für Bft. 2 bis 5 mit der Seewartenreihe überein (Tab. 2, 3a). 
Tabelle 2. 
PS 
Köppen 1898 
0 |0m:05111|2]|3141]| 5167 5 
» 19 1901 4 
a] LT a 43 6.7 | 8.8 [10.7 12.9 115.4 18.0 21.0 | 
0.3 0.4 0.93/1.6 13.1 4.8 67 |8.8 11.1 13.6 [16.3 19.2 22.3 |0.46 
2.600.42/1.12/1.7818.15 4.8016.04 8.64 10.7913.08 15.49118.02 20.66 0.10 
13710.237'0 92.1.5383 0914 826.711 2 75 10. 9112.18115.35.18 0020.5A10.12 
Wir können durch sie also einen Begriff von dem Bereich 0 bekommen, der den 
Seewarteschätzungen zugrunde liegt. Bringen wir sie in die Form einer Gleichung: 
(3a) v=0341.28B+0182, 
so können wir aus ihr für die Windgeschwindigkeit 0 den Wert B = — 0.3 ent- 
nehmen. Wir erhalten so einen Bereich Bft. 0, der sich von B=-—0.3 bis 
B= +05 erstreckt und alle Windgeschwindigkeiten von v=0 bis v=0.9 ent- 
hält, einen Bereich demnach, der in bezug auf die Längsausdehnung nicht viel 
kleiner als die übrigen ist (Abb. 2, S. 386). 
Das Mittel aller Windgeschwindigkeiten in diesem Bereich ist 0.45 m/sec und 
Fällt auf B==0.12. Wir sehen also, daß der Geschwindigkeitswert für B=0 in 
diesem Fall nicht als Mittelwert des Bereichs angesehen werden kann, er ist 
wegen seiner seitlichen Lage zu klein. Als Mittelwert des Bereichs Bft, 0 müssen 
wir, entsprechend der Lage der anderen Mittelwerte, die Ordinate für die Mitte 
des Bereichs Bft. 0 definieren. 
Diese Mittelwerte für den Bereich 0 und die anderen Bereiche unterscheiden 
sich nur wenig von den Mitteln, die aus sämtlichen Windgeschwindigkeiten des 
betreffenden Bereichs durch Integralwerte gebildet sind. In den Tabellen sind 
unter 0m die Mittelwerte des untersten Bereichs eingetragen, soweit sie bestimmt 
werden können. 
Die betrachtete Reihe diente uns dazu, eine erste Vorstellung vom Bereich 
Bft. 0 zu vermitteln, der den Messungen und Schätzungen der Seewarte zugrunde
	        
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