Groissmayr, F, B.: 1936: Das Jahr höchster Kontinentalität in U. 8. A. 379
der Gesamtreihe 1874—19838 in St. Louis tatsächlich auch der heißeste Sommer 1936
folgte, bei 65 Fällen wohl kein Zufall; konnte auch graduell weder der Hitze-
sommer 1934 noch 1936 voll erfaßt werden, so muß offen gesagt werden, daß
U.S. A. überhaupt mit leeren Händen kam.
Zusammenfassung,
Muß es das Ziel der Langfristprognose vor allem sein, thermisch ganz be-
sonders stark gestörte Jahreszeiten grundsätzlich richtig zu erfassen, so glaube
ich, daß mir dies besonders und meines Wissens überhaupt als einzigem Forscher
für das kontinentalste Jahr in U.S. A. 1936 — Östlich des Felsengebirges —
gelang, sowohl durch die Vorhersage des Polarwinters 1935/36 wie des darauf-
folgenden Tropen-, ja Wüstensommers; übrigens bestätigte bereits der Dürre-
sommer 1934 meine 24 jährige Periode. Die Voraussage des strengen Kalifornien-
winters 1937 (36/37) war ein erneuter Erfolg meiner Periode, Diese Vorher-
sagen vermittels Perioden allein sind überhaupt ein Novum unserer bisherigen
Methodik,
Quellen und Literaturnachweise,
1. Jowa, Kollektiv, Daten aus: J, B. Kincer: „Js our climate changiog‘“, Monthly Weather Rev.
Sept. 1933, S. 259, ab 1934 Daten aus Monthly Weather Rev.: ‚„Climatological tables“,
2. Z. B. „The cold winter of 1935/36° und „More notes on the cold winter of 1935/36“, Bull. American
Met. Soc. 1936, Vol, 17, S. 119, und Vol. 17, 8, 375, von Lylyan Block mit zahlreichen
Notizen verschiedener Forscher über Auswirkungen und Schäden, ohne geringste Vermutung
oder Andeutung der Ursachen.
3. W. Köppen: „Periodizität der strengen Winter“. Ann. d. Hydr., Februar 1930, 8. 62/63.
4. Anderungen der Januar-Temperatur 1873/74, 1874/75 von Omaha gesetzt, da North-Platte erst
1875 beginnt.
5. Druck auf 0°, 45° Br., aber nicht auf Meereshöhe reduziert,
6, Die Pegelstände des Missouri in Sioux-City wurden entnommen dem Diagramm in „Rivers and
floods‘ von Monthly Weather Rev, May 1937.
7. Daten entnommen aus: „Annual Meteorological Summary“, St. Louis, Mo., 1929,
8, „Symposium on Climatic Cycles‘, 5, 358, National Academy of Sciences, Washington D.C. April26,1932,
9, „Seasonal Forecasts of California Weather‘‘ by George Me Ewen, California Monthly, Nov. 1937,
10, „The Meteorology of Great Floods in the Eastern United States“, by Ch. F. Brooks and Alfred
H. Thiessen. The Geograpbical Review, Vol, XXVIJ Nr. 2, April 1937, 8. 269-—290,
11, „The 1937 Freeze in California“ by Floyd D. Young, Monthly Weather Rev. October 1938,
8. 311—325.
Beaufortskala und lineare Windskalen.
Von P, Perlewitz, mit einem Beitrag von J. Powel.
Meßgenauigkeit. — Klimatische und instrumentelle Beobachtungen, — Die ganz schwachen
Winde, — Umrechnung m/sec und Bft, — Internationale Vereinbarung 1926. — Neue
Vorschläge. — Tabellarische Übersicht. — Formel- und Kurven- Vergleiche,
Der am 21. März 1935 als Opfer bei der navigatorischen Eroberung des
Luftmeers von uns geschiedene, in der Flugnavigation führende Schiffskapitän
W. Niemann sagte im Jahre 19341): „Ebenfalls müßten die Angaben der Wind-
stärken — für die Luftfahrt das Wichtigste überhaupt — wiel genauer sein,
Angaben nach der Beaufortskala 4 bis 5 bedeuten Windstärken von 5.3 bis 9.8 misec,
also Schwankungen um 100%! Man müßte die Seeschiffe mit Windmessern aus-
rüsten, damit sie die Windgeschwindigkeiten in Metern angeben könnten.“
Diese Forderungen nach größerer Meßgenauigkeit fanden bei den Meteo-
rologen Beachtung und Förderung. Z. B. wurden Höhenwinde schon seit längerer
Zeit nach m/sec und seit dem 1. Juli 1934 nach km/h angegeben (Täglicher
Wetterbericht der Deutschen Seewarte). In der Meteorologischen Zeitschrift 1927?)
und in der Schiffahrts- Zeitschrift Hansa 1935% habe ich darauf hingewiesen,
daß bei den erhöhten Anforderungen, die Sport und Wissenschaft in Theorie
und Praxis stellen, die geschätzten Beaufortgrößen zur Kennzeichnung der Wind-
geschwindigkeiten nicht genügen, daß vielmehr eine genauere Angabe nötig sei.
1y Der Verwaltungsbeamte, 1935, Nr. 1, S.8, — ?%) Meteorol, Zschr, 1927, 8, 453, P. Perlewitz:
Gedächtnisregel für den Vergleich von Windgeschwindigkeiten nach m/sec und Windstärke nach
Beaufort. — 3%) Dt. Schiffahrts-Zschr, Hansa 1935, 8. 504. P, Perlewitz: Der Wind nach Beaufort-
stärke und Geschwindigkeit,