Schwabe, Dr. 6. H.: Über das Klima im Küstengebiet von Sidchile.
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der Kordillerenküste bedecken. Wohl ausschließlich bei derartigen ziemlich seltenen
Wetterlagen kann vorübergehend einmal als Ausnahme von der Regel der Himmel
über der Kordillere ganz frei sein, während weiter im W eine stärkere Bedeckung
herrscht. Manchmal bezieht sich nachmittags an Schönwettertagen mit schwachem
Süder der östliche Himmel, an dem vorher nur einige Ci standen, vorübergehend
mit dünnen Schleiern; die Kordillere bleibt dann gewöhnlich sichtbar (Abb, 5).
3. Temperaturen: Regelmäßige Temperaturmessungen, die geeignet wären,
Mittelwerte zu berechnen, stehen nicht zur Verfügung. Einen Anhalt zur Be-
arteilung der Temperaturverhältnisse bieten jedoch die in der folgenden Über-
sicht 1 zusammengestellten Ergebnisse der vom 7, August bis 24, November 1957
ausgeführten Temperaturmessungen: .
{In dieser Übersicht Übersicht I,
sind, nach Tageszeiten ge- Dial 1 am
ördnet, die Extremwerte 9bie 17 | 1öbis2ih
der gemessenen Luft- 5.09 bis 15.89 {35} 549 bis 11.7° (19)
iemperaturen aufgeführt. 00° X 17.30 (28) 9.8° x 140° (10)
Die Zahlen in Klammern 49 . 16.801181 040 „840 /18\
geben die Anzahl der je-
weils vorliegenden Messungen an, Diese und alle übrigen Temperaturmessungen
des Wassers und der Luft sind unter Ausschluß von Strahlungsfehlern mit einem
in 4° geteilten Quecksilberthermometer aus Jenaer Glas N 3 vorgenommen worden,
Über die mittlere Jahrestemperatur vermögen die Quellen einigen Aufschluß
zu geben. An einer kleinen Quelle am Hang der Ostküste in der Nähe des Be-
obachtungsortes wurde mehrere Monate lang die Austrittstemperatur des Wassers
gemessen. Über die festgestellten Temperaturen unterrichtet Übersicht 2, Die Über-
sicht enthält ferner die Wassertemperaturen eines kleinen flachen Baches sowie
die am Strande gemessene Temperatur des Seewassers, die natürlich durch die
Gezeiten und örtliche Eigenschaften des Strandes beeinflußt sind. Die Messungen
wurden an den drei nahe benachbarten Stellen im allgemeinen zur gleichen Stunde
ausgeführt. Im übrigen ist Übersicht 2 der vorhergehenden entsprechend angelegt.
Übersicht 2.
Bach
Quelle
Strand
‚036 21. März: 1.06 (}
(937 Juli: 10.2° bis 11.0° fü,
August: 10,2% „ 12,09 (27)
September: 10.6° „ 118° (40}
Uktober: 11.3° „, 118° (241
November: 114° „. 117° (286\
5.89% bis 10.2° {32} 9.6%° bie 10.8° (6)
4,20 . 154° (27) | 90° „ 114° @7)
740 „ 192° {39 | 92° * 130° (38)
3.39 } 228° (22) | 105° | 148° #21)
a60 0° OH 11 00 168,90 (9231
Eine Auswertung dieser und anderer Temperaturreihen im Hinblick auf
hydrographisch-biologische Fragen wird an anderer Stelle erfolgen. Zur Ergän-
zung werden noch einige Seewassertemperaturen angeführt, die in mehr als 100 m
Entfernung vom Strande zwischen Calbuco und Poluqui gemessen wurden:
11. VIL 1937 16h; 30,2°; 20. IX, 14h: 11.0°; 13. X. 8%: 12.1°;
7, XL 1937 19h; 121°; 18. XL 18b: 12,8°; 27, XI 15h: 14,2%
4, Phänologische Daten: Es können hier nur wenige Daten aus den genannten
Monaten angeführt werden. Allgemein fällt auf, daß Blüten und Fruchtreifen
sich über lange Zeiträume erstrecken. In den kühlen und meist trüben Winter-
monaten von Juni bis August sieht man die leuchtend roten Blütenstände des
parasitischen Quintral (Phrygilanthus tetrandus), Von europäischen Pflanzen
blühen in dieser Zeit die Frühlingsglockenblume (Leucojum vernum) und das
kleine Immergrün (Vinca minor). Auch die gelben Löwenzahnsterne (Taraxacum)
sind fast den ganzen Winter über zu sehen. In der ersten Hälfte des August
leuchten die goldgelben Blüten des Michai (Berberis Darwini) an Wegrändern
und am Strande, wo nun auch die dunkelroten zierlichen Blüten des Chileco
(Fuchsia macrostemma) zu Tausenden zu finden sind. Quilineja (Luzuriaga
radieans), Luma (Myrtus luma) und Arrayän (Myreeugenia apiculata) tragen
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