Goedecke, E.: Die Bedeutung der quantitativen Filtration von Wasserproben usw. 367
S. 13 unter 1a)]. Unter Berücksichtigung dieses mittleren Fehlers der einzelnen
Messungen bewegen sich die 4 A (= 4 Au_+j)-Werte größenordnungsmäßig zwischen
1X 10—2% und 17 X 10—? mäquiv/L. Der sehr hohe Wert von 0.704 mäquiv/L für
AA bei der Station 16 in 95.5 m Tiefe wird wahrscheinlich auf eine sehr trübe
Wasserprobe zurückzuführen sein, Es ist augenscheinlich, daß die 4 A-Werte mit
zunehmender Tiefe größer werden. Diese Zunahme ist aber nicht stetiger Natur.
Das zeigen vor allem die Stationen 31 und 40 vom April 1933. Das 4A erreicht
bei 60 m das erste Maximum im Verlauf der vertikalen Verteilung. Diese Tiefe
fällt ungefähr mit der Lage der Salzgehaltssprungschicht in diesem Gebiet der
mittleren Ostsee zusammen. Unterhalb dieser Tiefe, also unterhalb dieser Grenz-
schicht zwischen dem Oberflächenwasserkörper (Deckschicht) und dem Tiefen-
wasserkörper (Zwischen- und Tabelle 2.
Bodenschicht), werden in 80 m vertikale Gesamtkalkgehalts- und Alkalinitätsverteilung bei
Tiefe sehr kleine 4 A-Werte be- zinigen ausgewählten Serienstationen im Bereich der 0st-
rechnet. Erst bei Erreichung . isländischen und ostgrönländischen Gewässer.
der Bodenwasserschicht werden "Tiefe | Ay | Ay | da Tiefe | Ay | Ay | A A
die 4 A-Werte, abgesehen von ge- mn A ET X £
ringen Schwankungen, zusehends Stat, 10S. 9 = 68° 26.5 N Stat. 114. = 679 30.1 N
größer. Diese vorläufigen Ergeb- A=18° 10.5 W Am=14° 07.0 W
nisse in der vertikalen 4 A-Ver- 25. VEIT, 1933 5. IX. 1933
teilung decken sich sehr gut mit
den bisherigen Anschauungen
über die vertikale Verteilung des
Trübungsfaktors,
Die nebenstehende Tabelle 2
zeigt einige 4 A-Bestimmungen
aus dem Bereich der ostislän-
dischen und ostgrönländischen Om 2.216 | 2.114
Gewässer. 40 m | 2.328 2.227
Die Stationen 108, 109 und HE Betr
114 vom August/September 1933 1.7 70) 2590 1 AO —LLLLL
liegen weit aus dem Bereich des lokalen Festlandeinflusses von Island und Grönland.
Auch bei diesen Wasserproben ozeanischer Stationen gilt dasselbe wie bei den
Ostseestationen. Bemerkenswerte 4 A-Differenzen treten in horizontaler und verti-
kaler Richtung auf. Hydrographisch von besonderem Interesse ist die Tatsache,
daß die A A-Werte vertikal gesehen in diesem Gebiet nahezu gleichmäßigere Größen-
ordnungen besitzen als in der Ostsee. Die Werte bewegen sich nur zwischen
5X 10-2 und 13 X 10? mäquiv/L.
Zahlenbeispiele aus der südlichen Nordsee brauchen in diesem Zusammen.
hang nicht weiter angeführt zu werden. Es wird hier auf die betreffenden
Veröffentlichungen des Verfassers aufmerksam gemacht [siehe unter 1a) bis b)].
Wenn wir die Ergebnisse dieser Meßreihen noch einmal überblicken und
ans die Lage der dazugehörigen Stationen im jeweiligen Meeresgebiet vergegen-
wärtigen, so muß man zwangsläufig auch für ozeanische Verhältnisse gesehen zu
denselben theoretischen Folgerungen kommen, die dem Verfasser im Jahre 1936
[siehe auf S. 11 unter 1a)] im Hinblick auf die besonders eigenartigen hydro-
graphischen Verhältnisse der südöstlichen Nordsee (Elbmündung und Deutsche
Bucht) schon als Grundlage für die Bestimmung der Titrationsalkalinität dienten.
Die Notwendigkeit der quantitativen Filtration jeder Wasserprobe
aus irgendeinem Meeresgebiet vor ihrer eigentlichen titrimetrischen
Bestimmung auf Kalkgehalt wurde damals als bedeutender metho-
discher Faktor herausgestellt. In diesem Zusammenhang wird noch-
mals in unmißverständlicher Weise ganz besonders darauf hinge-
wiesen. Wörtlich wurde früher ausgesprochen: »Eine zu einer bestimmten Zeit
und in einem bestimmten Meeresraum geschöpfte Wasserprobe kann nicht als eine
„reine“ elektrolytische Lösung angesehen werden, sondern man muß diese Wasser-
probe als einen Teil des großen biologischen Mediums betrachten, das mit dem Wort
„Meeresraum“ bezeichnet wird. Wenn man den Gehalt des im Meerwasser gelösten
Ans. d. Hydr. usw. 1939, Heft VII
Stat. 109. 9 = 68° 19.0 N
A=21° 01,5' W
96 VITL 1933