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Full text: 67, 1939

Bericht über die 62, Chronometer-Wettbewerbprüfung (1938/39) in der Deutschen Seewarte. 361 
diesen waren 6 Stück, und zwar die der Nrn. 1194, 1195, 1196, 1197, 1198, 1199, 
1200 auf Anregung der Seewarte mit verkleinerten Hemmungsteilen versehen 
(Durchmesser des Hemmungsrades 18 mm). Von den 13 Chronometern der Firma 
Lidecke besaBen 5 Ankergang, während die 3 Instrumente der Chronometer- 
werke mit Federhemmung ausgerüstet waren. 
Außerhalb des Wettbewerbs wurde ferner noch ein Versuchschronometer 
der Deutschen Uhrmacherschule in Glashütte geprüft, das ein antimagnetisches 
Gehäuse aus Mu-Metall und ebenfalls verkleinerte Hemmungsteile besaß (Durch- 
messer des Hemmungsrades 15 mm). 
Von den eingelieferten 30 Instrumenten blieben 2, eins der Chronometer- 
werke und eins der Firma A. Lange & Söhne, während der Prüfung stehen, 
Unter den übrigen 28 bestanden 4 die Prüfung nicht, und zwar Lidecke Nr. 756, 
757, 758 und 771 jeweilig wegen Überschreitungen im Z-, C-, T- und S-Fehler. 
Die Einordnung erfolgte wieder nach der Formel 758 +T + S. An Geld- 
preisen wurden ausgeteilt: Der Firma F, Lidecke für die an erster und dritter 
Stelle liegenden Chronometer Nr. 789 und 782 ein erster und dritter Preis, sowie 
der Firma A. Lange & Söhne für die an zweiter und vierter Stelle liegenden 
Chronometer Nr. 1194 und 1094 ein zweiter und vierter Preis. 
Die Prüfungsgrenzen blieben dieselben wie in den Vorjahren. Die Zeitwaage 
wurde zu besonderen Untersuchungen, wie z. B. Isochronismusprüfungen in 
Temperaturen, eingesetzt. Über diese Ergebnisse wird nach weiteren Beob- 
achtungen gesondert berichtet werden. Die im folgenden angegebenen Gang- 
werte und Uhrfehler mußten in diesem Jahre wieder mit Handtaster und Chrono- 
graph festgestellt werden, Für die einzelnen Prüfabschnitte galt wie bisher das 
Folgende: 
Neigungsprüfung: Es werden in je zweitägigen Prüfabschnitten die Gänge der Chronometer 
in folgenden 6 Lagen ermittelt: Flachgang — XII oben — VI oben — 11} oben — IX oben — 
Flachgang. Alle Gänge bei Flachgang und bei den um 25° geneigten Lagen müssen innerhalb eines 
Intervalls von 10 sekunden verbleiben, 
Isochronismusprüfung: Es werden die Stände der Chronometer stündlich ermittelt, be- 
ginnend bei voll aufgezogener Zugfeder bis zum Ablauf des Instruments, d, h. bis nach 35 oder 
56 Stunden, je nachdem es sich um Chronometer mit Ankergang oder Federhemmung handelt. 
Hieraus wird zunächst ein mittlerer täglicher Gang ermittelt; die Abweichung von diesem Ciang 
während der ersten 24 Stunden ist dann der Zugfederfehler. Dieser darf den Betrag von 0.5 Sekunden 
nicht überschreiten. Außerdem wird bei den Chronometern alten Modells der Zugfederfehler im 
alten Sinne, d, h. der Unterschied Z’ der Gänge des zweiten gegen den ersten Gangtag bestimmt. 
Dieser darf nicht größer als 1 Sekunde sein. 
Die Hauptprüfung besteht in der Ermittlung der mittleren täglichen Gangschwankung, des 
Temperaturfehlers und der langfristigen Gangänderung. 
Die mittlere tägliche Gangschwankung wird in zwei je 20tägigen Abschnitten am Anfang 
und am Schluß der Hauptprüfung ermittelt. Die Werte S derselben werden nach der Formel 
S= Vi 6m berechnet, wobei [ss] die Quadratsumme der einzelnen Gangschwankungen, 
m der mittlere Fehler des Uhrvergleichs und n die Anzahl der benutzten Werte von s ist. Die 
Werte von S dürfen in keinem der beiden Prüfabschnitte den Betrag von 0.3 Sekunden, die größte 
vorkommende Gangschwankung 8,..„„, darf den dreifachen und die größte Gangänderung in jedem 
Abschnitt darf den vierfachen Betrag nicht überschreiten. Der mittlere Fehler des Uhrvergleichs wird 
nach Ermittlungen während des Weitbewerbs in Rechnung gesetzt. S, und Sir geben die Werte für 
Anfang und Ende der Hauptprüfung, $ ist das Mittel aus Sy und Sır- 
Die Temperaturprüfung wird in der aus der Tabelle zu entnehmenden Reihenfolge vor- 
genommen, Zwischen je zwei Prüfabschnitten mit verschiedenen Temperaturen liegt ein Übergangstag, 
an dem die Erhöhung bzw, Erniedrigung der Temperatur erfolgt, Der Temperaturfehler ist der größte 
Unterschied zwischen je zwei der drei Gangmittelwerte, die sich für Wärme, Zimmertemperatur und 
Kälte ergeben, Er darf den Wert von 2 Sekunden nicht überschreiten, 
Die langfristige Gangänderung ist der Unterschied zwischen dem größten und dem kleinsten 
aller während der Hauptprüfung bei Zimmertemperatur beobachteten mittleren täglichen Gänge — 
berechnet aus je sechs- oder siebentägigen Prüfabschnitten, Sie darf den Betrag von 2 Sekunden 
nicht überschreiten. 
Die graphische Darstellung der Ergebnisse wurde in der in den letzten 
Jahren angewandten Form vorgenommen, Wärme- und Kältefehler sind getrennt 
aufgetragen, außerdem noch die Ergebnisse der Isochronismusprüfungen,
	        
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