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Full text: 67, 1939

Errulat, F.: Das erdmagnetische Observatorium Wingst der Deutschen Seewarte, 359 
täglichen Streifenwechsel um 8 h/m G.Z. kontrolliert wird. Als Stationsnormal 
für die Bestimmung der Basiswerte von D und HI dient der Standtheodolit 
Schulze 75, der gleichfalls von Wilhelmshaven her übernommen wurde, Dieses 
Instrument ist ausgerüstet mit zwei röhrenförmigen Ablenkungsmagneten mit 
den Momenten 2100 und 1750 I’ cm®, zwei Magneten zur Bestimmung von D mit 
M = 270 und 210 und einem Fadenmagneten mit M = 260 /’em® Die störenden 
Eigenschwingungen des Gehänges werden durch Öl leicht regulierbar gedämpft. 
Zur Bestimmung der Azimute für D-Messungen innerhalb des Hauses dient neben 
der erwähnten Nord-Mire eine Hilfs-Mire an der Südwand des Variationshauses 
und ein auf Sockel 2 montierter Kollimator im Meßraum, Die Ablenkungsmagnete 
werden in zwei Entfernungen — r,ı = 30.05cm und r, = 40.17 cm — durch gut 
federnde, konische Zapfen gegen feste Widerlager gepreßt, eine von Schulze 
entwickelte Anordnung, die hier wie bei seinen Reisetheodoliten eine äußerst 
sichere Lagerung der Magneten gewährleistet. Die Okularskala wie die Teilung 
des Grundkreises, an welchem mittels Schätzmikroskopen abgelesen wird, ge- 
statten Winkelangaben von 0.1’. Eine Höhenskala am Torsionskopf sowie ein 
kleines Mikroskop am unteren Ende der Suspensionsröhre ermöglichen es, die 
Höhenlage der Nadel sowie die Zentrierung des Fadens zu korrigieren. Der 
Torsionskopf trägt eine Trommel mit Minutenteilung. Da Präzisionswerte für 
die Abmessungen des Instrumentes bisher nicht vorliegen, sind alle Messungen 
bisher durch Vergleich mit den von Niemegk gegebenen absoluten Werten durch- 
geführt worden. Es ist beabsichtigt, im Laufe der Zeit die Grundlagen für eigene 
absolute Bestimmungen zu schaffen, 
Die Schwingungen werden wie üblich im besonderen Instrumente beobachtet, 
Dabei ist, gemäß der schon im Observatorium in Wilhelmshaven bisher geübten 
Praxis, von der üblichen Auge-Ohr-Methode bei der Beobachtung der Durchgänge 
abgegangen worden. Zum Fixieren der Durchgangsmomente stehen Zwei Chrono- 
graphen zur Verfügung, die mit Registriergeschwindigkeiten von 47,94 und 
19.79 mm/sec arbeiten und mittlere Fehler der Sekundenmarken von -+ 0,003 
bzw. -- 0.001 sec geben. Die Sekundenmarken werden von der Hauptuhr (Knoblich) 
gegeben und haben bei der Betätigung der Durchgangskontakte von Hand zur 
Bestimmung der Schwingungsdauer auf + 1-10—%*sec geführt. Es sind Versuche 
im Gange, durch objektive Kontaktbetätizung mittels Photozelle und Relais bei 
dem Fehler auf die Größenordnung 10—*sec zu kommen, damit auf eine Ge- 
nauigkeit, welche die Erfassung des Einflusses der mitschwingenden Luft ge- 
statten soll, die bei der Messung in höheren Gebirgslagen schon von Be- 
deutung ist. 
Zur Bestimmung von H stehen weiter zur Verfügung: 
il. Der Askania-Reisetheodolit Nr. 98826, der bis 1935 in Wilhelmshaven als 
Basisinstrument diente, dort zwar mit einem mittleren Fehler der Einzelmessung 
von + 3.2 y befriedigende Resultate ergeben hatte, der aber seiner ganzen Bauart 
nach nicht zu Basismessungen bestimmt ist, 
2. Ein Quarzfaden-Horizontalmagnetometer von La Cour (Q.H.M, Nr, 23), 
welches bei einem Ablenkungswinkel von etwa 65° eine rasche Kontrolle der 
Basiswerte auf 1 bis 2” gestattet. Dieses Instrument ist dazu vorgesehen, bei 
weiterer Bewährung die Zahl der sehr zeitraubenden Basismessungen mit 
Schulze 75m nach Möglichkeit herabzusetzen. 
Die Messungen der Inklination finden statt mit einem von Schulze gebauten 
Rotationsinduktor und einem astatischen Spiegelgalvanometer mit Fernrohr- 
ablesung als Anzeige-Instrument. Der Grundkreis ist auf 0.1°, der Vertikalkreis 
auf 0.1’ einstellbar. Der Antrieb geschieht mittels einer biegsamen Kurbelwelle 
und gestattet nur die Gebrauchslage „Antrieb oben“. Das im Bau befindliche 
Nadelinklinatorium soll eine vorläufige und. sofortige Reduktion der Messungen 
wegen der Variationen von J ermöglichen. 
Das Laboratorium ist erst im Werden, und wird vorerst mit dem für 
den täglichen Bedarf notwendigen physikalischen Handgerät ausgestattet, Seine 
Ausrüstung soll vor allem Gelegenheit geben, Bordgeräte auf Empfindlichkeit, 
Any, d. Hydr. usw, 1989, Heft VIL
	        
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