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Full text: 67, 1939

Kleinere Mitteilungen. 
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Man ersieht aus der Tabelle, daß sich Tiefzeiten und Hochzeiten z. T. über- 
lappen. Dies rührt im wesentlichen daher, daß die Singularitäten nicht nur 
zeitlicher, sondern auch räumlicher Natur sind, Und das muß zum Vorschein 
A ten Tabelle ]. Tiefzeiten und Hochzeiten im Jahr. ä 
europäischen Felder einen Tiefzeiten 7 Hochzeiten ; 
großen Raum, das Gebiet 
von der südlichen Adria 
bis Island und von Mittel- 
spanien bis nach der Halb- 
insel Kola, umfassen. Es 
kann sich also eine Singu- 
larität entweder überhaupt 
auf einen Teil der Felder 
beschränken, oder sie kann 
hier früher, dort später 
auftreten, und es mag etwa 
im Südwesten schon eine 
Hochzeit eingetreten sein, 
während im Nordosten noch 
Tiefzeit herrscht. 
Die Daten der Tabelle 
bedeuten also, daß inner- 
halb dieser Zeiträume die 
Kurven der täglichen Fre- 
quenzzahlen der Zyklonen 
bzw. Antizyklonen einen 
Extremwert erreichen — 
je nach der Lage des Feldes 
und der „Wanderung“ der Singularität früher oder später, wobei aber auch 
nicht alle Felder das Extrem zu erfahren brauchen. 
Zur Kennzeichnung sei hinzugefügt, daß G. Richter in ihrer Arbeit die 
Häufigkeit von Hoch- und Tiefdruckgebieten an den einzelnen Tagen des 
Jahres (aus 30 Jahren) ausgezählt hat, wobei außer den Luftdruckzentren zuch 
die deutlich zyklonisch bzw. antizyklonisch erscheinenden Gebiete berücksichtigt 
wurden. Natürlich finden „Tiefzeiten“, wie sie oben angegeben sind, auch in 
verminderter Antizyklonenhäufigkeit eine Stütze; entsprechend Umgekehrtes gilt 
für die „Hochzeiten“, 
Die Betrachtung der Druckfeld-Singularitäten hat gegenüber der von Luft- 
druckkurven-Singularitäten zwei Vorteile: Einmal ist die Konfiguration des Druck- 
feldes für die Witterung von größerer Bedeutung als die absolute Höhe des Luft- 
drucks an einer Station; zum andern brauchen druckfeldmäßige Singularitäten 
nicht im mittleren absoluten Luftdruck in Erscheinung zu treten, 
Die mögliche Verwischung von Feld-Singularitäten bei der Druckmittelbildung 
ist leicht einzusehen: Bei der Mittelung über 10 Jahre mag etwa ein bestimmter 
Jahrestag an einer Station den Normaldruck — in bezug auf angrenzende 
Tage — von 1015 mb haben, der aus den Einzelwerten 1020, 1000*, 1025, 1025, 
980*, 1010, 1030, 1020, 1015, 1025 mb resultiert, Treten dann die sieben im Druck 
hervorgehobenen Luftdruckwerte im antizyklonischen Felde und nur die zwei 
mit * versehenen im zyklonischen Felde auf, so läßt sich auf einen „Hochtag“ 
schließen, ohne daß dies im mittleren absoluten Luftdruck zum Vorschein käme. 
Im folgenden soll gezeigt werden, daß den Tief- und Hochzeiten der obigen 
Tabelle mehr als nur eine statistische Bedeutung zukommt. Wir nehmen an, 
daß der in ihr enthaltene „Drucktendenz-Kalender“ ohne Umformung für 
Hamburg gilt, da dies etwa in der Mitte des von G. Richter untersuchten 
Felderraumes liegt, Dann können wir uns daraus eine schematische Luftdruck- 
kurve — als „hundertjährige“ Vorhersage — ableiten, mit welcher der tatsächlich 
eingetretene Luftdruckverlauf zu vergleichen ist. 
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