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Full text: 67, 1939

342 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1939, 
Wirkung der heißen Nächte, an die man sich keineswegs etwa gewöhnen kann, 
summiert sich infolge ihres häufigen reihenweisen, d.h, ununterbrochenen 
Auftretens. Das folgende Zahlenbild zeigt, wie häufig in 100 Heißen Zeiten in 
Daressalam der Stand des Minimumthermometers den Wert 24.9° überschreitet, 
und zwar zuerst an einem Einzeltag, sodann in mindestens (>) 2, 3, 4... bis 
10 aufeinanderfolgenden Tagen: 
Tagesfolge....... 1 2 3 4 5 6 7 SS 9 10 
Häufigkeit....... 500 959 663 512 372 291 200 143 116 87 
Die längste, von Maurer erwähnte ununterbrochene Folge von 27 über- 
heißen Nächten — jener Dezember 1897 fiel übrigens in das furchtbare Hunger- 
jahr 1897/98! —- ist bis 1912 nicht überschritten worden. Wir finden daneben 
noch je eine von 23, 17, 14, 18 und 12 Tagen; 15- und 16tägige Folgen sind 
in den 17 Beobachtungsjahren je zweimal, solche von 11 Tagen dreimal auf- 
getreten. — Auf der Binnenlandshochebene und erst recht natürlich in Tandala 
kommen jene Höllennächte nicht vor. 
An welcher Stelle nun unsere Temperaturgrad- und Häufigkeitszahlen für 
den Tropenhygieniker anfangen, berufliches Interesse zu gewinnen, das muß 
dieser selbst entscheiden; der Klimatolog kann ihm nur die erforderlichen 
Unterlagen geben, was mit unseren Abbildungen 1 bis 3 und der Tabelle 5 
geschehen möge, 
Dem Meteorologen dürfte indes noch eine andersartige Auswertung 
unserer Temperaturminima Anregung geben. Wir berechnen, wie häufig die 
Minima in den einzelnen '%/,,“-Intervallen auftreten, ein Versuch, den ich nur 
für Daressalam durchgeführt habe, Hierbei zeigt sich, daß in jedem der heißen 
Monate ein doppeltes Häufungs-Maximum auftritt. Über die Lage und Intensität 
dieser beiden Maxima und des sie trennenden Häufungs-Minimums unterrichten 
die Zahlen der Tabelle 6, in der die Lage jeweils durch die Mitte der 
„Tabelle 6. 
Dezember Januar . Fenruar 
Lage | Häufigk. | Lage | Häufigk.} Lage | Bäufigk, 
hei 9 %. hei © % bei © 9% 
Häufungs- 
Maximum a 
Minimum b 
Maximum € 
A 
26.1 
25.1 
22,6 
ar 
f 266 
3 25.0 
32 22.9 
—_ 27 
27 265 | 37 26.3 
| 9 | 28] 10 | 246 
| 7 23.8 | 18 23.6 
27 om 
‘ı 29 26.6 9 
| 11 25.6 | 2 
24 233 | 46 
— 2a 
betreffenden ?%/,,"-Spanne gekennzeichnet ist, Die Häufungsmaxima bei den 
tieferen Temperaturlagen hängen bestimmt mit den nächtlichen Niederschlägen 
zusammen. Die Temperaturlage-Differenzen beider Häufungsmaxima schwanken 
zwischen 3.7° im Dezember und 2.7° im Jan./Febr. Legen wir den vertikalen 
t-Gradienten von 0.4°/100 m zugrunde [bei dampfgesättigter Luft], so berechnet 
sich die Herkunft des Regenwassers aus einer Höhenlage von 700 bis 900 m. 
Leider geben die Ergebnisse der „Aerologischen Expedition des Aeronautischen 
Observatoriums nach Ostafrika im Jahr 1908“ von Arthur Berson keinen 
Anhalt, die Berechnung nachzuprüfen, da keine nächtlichen Aufstiege von 
Daressalam für die in Betracht kommende Jahreszeit vorliegen. In den Monaten 
April bis Oktober sind Lage und Intensität des nunmehr einmaligen Häufungs- 
maximums folgende: 
April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt, 
22.7°/53%, 21.7°/39%, 19.4°/33%, 19.2°/40%, 18,8°/40 %, 19.4°/40% und 20.2°/36%. 
Weitere Untersuchungen aus dem Gebiete der tropischen Häufigkeits-Klima- 
tologie dürfen der Zukunft vorbehalten werden, 
Einschlägige Veröffentlichungen des Verfassers, 
1. „Wetterhaftigkeit.“ Gerl. Beitr. z. Geophysik, Bd. 33, 1931 [Köppen-Band II]. S. 268-—285. — 
„Zur Kenntnis der eintägigen Temperatur- Wetterhaftigkeit,“ Ann. d. Hydr. 1933, SS. 294—299, — 
„Die Temperatur-Wetterhaftigkeit in Hamburg und ihr jährlicher Gang.‘ Ann, d. Hydr., 1935, 
S. 47—51. — „Vom monatlichen Wetter- und Witterungsspielraum in den heimischen Breiten und 
in den Tropen: Hamburg und Daressalam.‘“ Ann. d. an 1936. Zweites Könpen-Heft, S, 5—13.
	        
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