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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

338 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1939. 
Beobachtungstage — in den gleichen 17 Monaten irgendein bestimmter Stand 
des Minimumthermometers erreicht oder unterschritten worden ist, etwa der 
Wert 18.5°, so erhalten wir die Reihe b mit einer Streuweite von 65—3=—62 Ein- 
heiten, Unsere Reihe gewinnt an Inhalt, wenn wir sie mit dem Gedanken ver- 
binden: im Falle jener 65% schläft es sich nachts zweifellos „ungeschwitzter“ und 
daher besser und mit mehr Erholung als im Juli 1902 mit seinen in 100—3=97% 
aller Nächte über 18.5° liegenden täglichen Temperatur-Tiefstwerten, 
Solche praktischen ins Leben hineingreifenden Beziehungen, deren ich an anderer Stelle (2) 
mehrere angeführt habe, simd ein wichtiges Hilfsmittel für den Kolonial-Meteorologen, um den Eifer 
zeiner messenden und beobachtenden Mitarbeiter aller Berufsstände wachzuhalten. Ihre häufige 
Hervorhebung in persönlichem Schrifiwechsel sichert allein die Güte des Beobachtungsmaterials 
und hebt dieses von dem etwa nur durch „Kommandierung“ oder „Bezahlung“ des Beobachters 
zrreichten Wert auf die Höhe der Arbeitsergebnisse des selbstinteressierten Forschere! 
Für die Charakterisierung der heimischen "Temperatur- Verhältnisse auf dem 
Wege der Häufigkeits-Klimatologie dienen nach der „Anleitung für die Beob- 
achter an den Wetrterbeobachtungsstellen des deutschen Reichswetterdienstes“ 
(Berlin 1936] u. a. die Begriffe „Eis-“ und „Frosttage“, die beide für unsere 
Untersuchung kaum in Betracht kommen, ferner die „Sommertage“ mit einem 
i-Maximum von mindestens 25.0°. Verwertbar erscheint für tropische Unter- 
suchungen aus der genannten Anleitung vielleicht noch die Zahl der Tage mit 
sinem t-Minimum von mindestens -}20,0°, die in den heimischen Breiten „nur 
sehr selten im Sommer vorkommen“, als tropischer Maßstab indes möglicher- 
weise nach irgendeiner Richtung sich als ergiebiger erweisen. — Das „Handbuch 
der Klimatologie“ von Hann-Knoch nennt noch, nach dem Vorschlag von 
H. Treitschke und K. Dove, den „Tropentag“ mit einem t-Maximum von 
mindestens 30.0°. — Eine aus der heimischen Schulpraxis geholte und für unsere 
Zwecke brauchbare Maßzahl liefern die Hamburger „Hitzeferien“: der Schul- 
unterricht fällt aus, sobald nach 10 Uhr die Lufttemperatur mindestens 27,0° 
beträgt, 
Die folgende Untersuchung befaßt sich mit den täglichen Extremtemperaturen 
der deutsch-ostafrikanischen Ortschaften 
Daressalam, Küste,...... @= 68° SB, 1=393° OL, Höhe rond 10m 
Tabora, Unjamwesi...... @=50° SB, i1= 228° OL, „ 1200 m 
Tandala, Liringstone-Geb, @=9.4° SB. 1=342° OL, „ 2000 m 
Die Berechnungsunterlagen finden sich in den „Deutschen Überseeischen 
Meteorologischen Beobachtungen“, hrsgg, von der Deutschen Seewarte mit Unter- 
stützung des Reichskolonial-Amts. Die Lage und Intensität der Heißen und Kühlen 
Zeit sowie der Regen- und Trocken-Zeiten an den drei Orten zeigt Tabelle 2. 
Die Tageshitze, 
„Tropentage“, an denen das Maximumthermometer 30° erreicht und über- 
schreitet, treten im Jabresmittel an unseren drei Beispiels-Orten mit folgender 
Häufigkeit [in % aller Tage] auf: an der Küste mit nur 30%, auf der weiten 
Binnenlandshochebene trotz ihrer Höhenlage von mehr als 1000 m mit 51% 
und schließlich an der Gebirgsstation mit 0.06%! Gegenüber dem subtropischen 
Temperaturcharakter der Hochebene mit ihrer starken Erhitzung am Tage 
würde das maritime Klima von Daressalem wesentlich günstiger sein, wenn nicht 
die „Schwüle“ (z} wäre, d. i. die gemeinsame Wirkung von Temperatur und 
Feuchte, die das Küstenklima zum Treibhausklima macht. 
Der mildere Begriff des heimischen „Sommertages“ [Max. > 25°], in den 
wir gefühlsmäßig wohl nicht nur „Hitze“, sondern auch „Annehmlichkeit“ hinein. 
legen, wird in. den Tropen durch Überfülle nichtssagend: die betreffenden Jahres- 
Häufigkeiten sind für Daressalam 99% und für Tabora 98%; die 2000 m-Ort- 
schaft Tandala fällt wieder stark heraus mit nur 9,3% — ob nach der angenehmen 
oder unangenehmen Seite hin, das wird uns sofort klar durch einen Kunstgriff, 
wenn wir nämlich für die 3 letztgenannten Häufigkeitswerte ihre Ergänzung 
zu 100 bilden und sagen: an der Küste bleibt die tägliche Erhitzung im 
Jahresmittel nur an 1%, auf der Binnenhochebene nur an 2%, in Tandala da- 
gegen an 91% aller Tage unter 25°! Tropische „Sommerfrischen“ müssen mit
	        
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