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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

Kruhl, H.: Klima und Landschaftsgebiete von Deutsch-Ostafrika, 8337 
seiner Ost- und Südseite keine selbständigen Landschaften entwickelt, beeinflußt 
der tief in das Hochland eingesenkte Tanganjikasee, ähnlich dem Njassa, seine 
Umgebung sehr stark. 
Ruanda und Urundi (VII), im Nordwesten Deutsch-Ostafrikas gelegen, 
steigen von SE nach NW über das Zentralplateau bis zu den über 4000 m hohen 
Kirungavulkanen an und sind ebenfalls als selbständiges Landschaftgebiet auf- 
zufassen. Mit 1000 mm Jahresniederschlag, in den höchsten Teilen und im 
Küstengebiet des Viktoriasees mit über 1500 mm (3) und zwei Regenzeiten, 
gehört dieses Gebiet schon zum Äquatorialklima Maurers. Im einzelnen sind 
aber auch hier durch Höhenlage, Luv- und Leewirkung bedingte klimatische 
Unterschiede vorhanden, wie die Vegetationsformationen zeigen. 
Der größte Teil wird von tropischen Hochweiden und Höhenwald einge- 
nommen. Begünstigt durch die großen Regenmengen, tritt an der Küste des 
Viktoriasees Nebelwald auf; die vorherrschenden SE -Winde nehmen bedeutende 
Wasserdampfmengen aus dem Viktoriasee auf und schlagen sie an den Küsten- 
ketten nieder. Die Temperaturschwankungen sind außerordentlich gering. 
Noch zwei große Landschaftsgebiete können aufgestellt werden, die aber 
nicht so eindeutig abzugrenzen sind wie die bisher besprochenen. Zu ihnen 
gehört das ostafrikanische Rumpfschollenland mit dem Riesenkraterhochland 
und den Gräben und Salzseen (YI), den trockensten Teilen Deutsch-Ostafrikas; 
Ferner die Massaisteppe (V, 1), die sich nordöstlich der ostafrikanischen Rand- 
gebirge erstreckt und z. T. in’ihrem Regenschatten liegt. Zahlreiche kleinere 
Landschaften und klimatische Einheiten lassen sich noch aussondern. 
Schrifttum. 
1. Passarge, S. Die natürlichen Landschaften Afıikas. Pet. Mittlg, 1908, 
2, Meyer, H, Das Deutsche Kolonialreich Bd. I. Lpz. und Wien 1909. 
3. Maurer, H. Bemerkungen zu den Klimakarten v.D.O. A. (Aus H. Meyer, Das Deutsche Kolonialreich,) 
4. Maurer, H. Deutsch-Ostafrika, eine klimatologische Studie. Geogr. Ztschr 1903. 
5, Paap, W. Die Niederschlagsverhältoisse des Schutzgebietes Deutsch-Ostafrika. Aus dem Archiv 
der Dtsch. Seewarte. 53. Bd. Nr. 3. Hamburg 1934. 
6. Engler, A. Bemerkungen zur Vegetationskarte v. D, 0. A, (Aus H, Meyer, Das Deutsche Kolonialreich.) 
7. Obst, E. Das abflußlose Rumpfechollenland im nördlichen D. O. A. Mittig. d. Geogr. Ges. 
Hamburg 1923, 
8, Jäger, F. Das Hochland der Riesenkrater, Mittlg. a. d. dtsch. Schutzg. Berlin 1911. Erg. Heft 4. 
9, Uhlig, C. Regenbeobachtungen aus D O. A. Mittlg. a. d. dtsch, Schutzg. 1906. 
10. Stuhlmann, FF. Über die Uluguruberge in D. O0. A. Mittlg. a. d. dtsch. Schutzgeb. 1895. 
Tropische Temperaturhäufigkeits-Klimatologie. 
Deutsch-Ostafrika: Daressalam, Tabora, Tandala, 
Von Gerhard Castens, Hamburg, Deutsche Seewarte, 
Die Veränderlichkeit meteorologischer Elemente in verschiedenen Zeitspannen 
und ihre Schwankungs-Spielräurme oder Streuweiten bildeten den Gegenstand einiger 
bisheriger Untersuchungen von mir (1), die den Begriff der „Wetterhaftigkeit“ als 
den zahlenmäßigen Ausdruck des durehschnittlichen wetterlichen oder witterungs- 
mäßigen Wechsels im meteorologischen Geschehen veranschaulichen wollten. Die 
vorliegende Studie geht in ähnlicher Richtung, aber auf Hellmannschen Wegen*), 
Tropische Monatsmittel der Temperaturen wirken fast „langweilig“ in 
ihrer Eintönigkeit, eine Tatsache, die selbst bei interessierten Beobachtern die 
anfängliche Begeisterung für die Sache in wenigen Jahren vielfach einschlafen 
jäßt. In Tabelle 1 sind in der Reihe a die 17 Daressalamer Juli-Mittel der 
Tabelle 1. 
Reihe a: Monatsmittel der tägl. Temp.-Minima in Daressalam im Juli der 17 Jahre 1896 bis 1912, 
Reihe b: Häufigkeit [in %] der tägl. Temp.-Minima mit mindestens 18,5°, 
a. 19.2 19.7 19.3 19.3 19.1 19.0 19.9 19.5 18.9 19.6 18.9 18.7 19.7 19.3 188 18.2 19.0 
b. 6 133 19 10 26 839 3 19 29 16 39 58 10 39 390 65 32 
täglichen Temperaturminima während der Jahre 1896 bis 1912 angegeben; ihre 
Streuweite beträgt 19.9—18.2=1.7°. Untersuchen wir, wie oft — in % aller 
5 Veröffentl. Kzl. Preuß. Met. Inst.: Abhandlungen II. Nr. 6 (Hellmann, v. Elsner, Schwalbe].
	        
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