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Full text: 67, 1939

334 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1939. 
gibt vielfach geradezu die Öberflächengestaltung: wieder. Isoliert stehende Berg- 
massive heben sich auf der Niederschlagkarte als Regeninseln heraus (65). Das 
ostafrikanische Randgebirge zeichnet sich als Zone höheren Niederschlags ab, 
während zwischen ihm und dem vorgelagerten Gebirge Inseln geringeren Nieder- 
schlags liegen. Auf der Lee-Seite der Randgebirge, dem zentralen Hochlande, 
liegen die regenärmsten Gebiete, während weiter nach Westen mit zunehmender 
Höhe und Annäherung an den äquatorialen Klimatypus die Niederschlagsmenge 
wieder zunimmt. 
Typisch ist der regenreiche Streifen, der sich von Usambara über Pare, den 
Kilimandjaro-Meru und die kleineren Vulkane bis an den ostafrikanischen Graben 
grstreckt und damit weit in die regenarme Zone im Regenschatten der Rand- 
gebirge eingreift. 
So findet man zusammen mit der E-W- Anordnung der orographischen 
Räume eine ebenfalls in diese Richtung sich erstreckende Anordnung der Nieder- 
schlagsräume, die besonders durch den vorherrschenden SE-Passat bedingt sind. 
Die beigegebene Karte (Tafel 34) ist der Versuch einer landschaftskund- 
lichen Gliederung von Deutsch-Ostafrika, wie sie im wesentlichen nach Ober- 
flächengestaltung und Vegetationsformationen durchgeführt wurde, Ich will 
mich im folgenden nur auf eine kurze Beschreibung der Landschaftsgebiete 
beschränken und nicht im einzelnen auf die verschiedenen Landschaften ein- 
gehen, in die sie zerfallen. 
Das Gebirgsvorland südlich des Pangani, im Osten begrenzt von der Küsten- 
linie, im Süden vom Rovuma, im Westen von den Steilabfällen der ostafrikanischen 
Randstufe, teile ich in zwei Landschaftsgebiete auf [II und III], deren gemeinsame 
Grenze südlich vom Rufidji liegt. Mit nur einzelnen Ausnahmen stellt der ganze 
Bereich eine ebene bis hügelige Steppenlandschaft dar, Während im Norden 
offene Baum- und Buschgrassteppen vorherrschen, gibt der Miombowald mit 
geinen licht stehenden 5 bis 20 m hohen Bäumen von eschenartigem Typus dem 
Süden sein Gepräge (6). 
Auf der Niederschlagskarte tritt diese Teilung des Gebirgsyorlandes schwach 
hervor, indem der Norden vorwiegend 1000 bis 1500 mm Regen erhält, der 
Süden aber nur 750 bis 1000 mm (4). Doch ist im jahreszeitlichen Verlauf ein 
deutlicher Unterschied zwischen Norden und Süden zu erkennen (s), Maurer 
hat durch seine Aufstellung von Passat- und Monsunklima bereits eine derartige 
Unterscheidung getroffen, der Norden zeichnet sich demnach vor dem Süden 
durch zwei deutliche Regenzeiten aus, die mit südlicheren Breiten immer mehr 
zusammenrücken. Auch Paap (s) unterscheidet ein nördliches und ein südliches 
Gebiet verschiedener, in sich aber gleichartiger Niederschlagsverhältnisse, 
Ein klimatischer Unterschied zwischen Norden und Süden ist also vor- 
handen, Maurer und Paap legen die Klimagrenze nach klimatischen Daten 
ungefähr in die Rufidjiniederung, obgleich dort landschaftlich keine Grenze zu 
finden ist; denn die Flußtalung ist in eine einheitliche größere Landschaft 
eingebettet, die erst etwa 80 bis 100 km weiter südlich mit Beginn des oben 
erwähnten Miombowaldes ihre Begrenzung findet. 
Wenn man schon den verschiedenen Landschaftsgebieten entsprechende 
Klimagebiete zuordnet, so ist es für manche Untersuchungen jedoch zweckmäßig, 
die Landschafts- und Klimagrenzen zusammenfallen zu lassen, auch dann, wenn 
die Landschaftsgrenzen durch tierische und menschliche Einflüsse (z. B. Steppen- 
brände) beeinflußt sind. 
Über die hügelige Steppe erhebt sich das über 2600 m hohe, zerschnittene, 
waldreiche Ulugurugebirge (II, e) und bedingt durch seine verschiedenen Höhen- 
lagen gleich mehrere Klimazonen. Deutlich ist das Gebirge auf der Regen- 
karte (s) zu erkennen; über 1000 mm Jahresniederschlag hat schon das Fluß- 
gebiet, und starke Bewölkung, hohe Luftfeuchtigkeit und nächtliche Abkühlung 
bis in Gefrierpunktnähe bestimmen auf dem Plateau merklich die Vegetation (9). 
Der Steppenwald der Fußstufe geht mit der Höhe und daher zunehmender 
Niederschlagsmenge in üppigen immergrünen Bergwald über mit schlanken Podo- 
garpus, Baumfarnen, Schlingpflanzen, Schaftlobelien und einer undurchdringbaren
	        
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