3292 Annalen der Hydrographie und Maäritimen Meteorologie, Juni 1939,
größeren Anzahl von Aufstiegen vor, Und über die Frage der Vergleichbarkeit
verschiedener aerologischer Methoden kann nur statistisches Material entscheiden,
Die Abweichungen an Einzelaufstiegen können stets durch horizontale Tempe-
raturunterschiede bedingt sein.
Da Radiosondenaufstiege hinsichtlich des Trägers des Meteorographen mit
Registrierballonaufstiegen übereinstimmen, so wurde die Untersuchung ausgedehnt
auf den Vergleich zwischen Flugzeug- und Registrierballonaufstiege. Hier haben
gerade die letzten Jahre ein gutes und umfangreiches Vergleichsmaterial geliefert.
Über diese Untersuchung soll zuerst berichtet werden, Benutzt wurden dazu die
praktisch gleichzeitigen Flugzeug- und Registrierballonaufstiege von Hamburg
and München aus den Jahren 1936 und 1937, wie sie im Deutschen Meteorolo-
gischen Jahrbuch, Teil V, veröffentlicht sind (3), In Hamburg fanden Flugzeug-
und Registrierballonaufstiege in Fuhlsbüttel statt, Die Eichung der Registrier-
ballonmeteorographen besorgte teils die Meteorologische Versuchsanstalt der
Seewarte, teils das Aeronautische. Observatorium Lindenberg, die der Flugzeug-
meteorographen die Wetterflugstelle Hamburg. In München-Oberwiesenfeld wurde
die Eichung der Balloninstrumente teils von der Wetterwarte München, teils vom
Aeronautischen Observatorium Lindenberg besorgt. Die Flugzeuginstrumente
wurden wiederum von der Wetterflugstelle geeicht. Daß somit eine ganze Anzahl
von Stellen an der Eichung der Instrumente beteiligt war, ist eher als Vorte
denn als Nachteil zu werten,
. Einige Aufstiege, bei denen die Differenzen — und zwar mit der Höhe zu-
nehmend — außerordentlich große Beträge von einigen Graden erreichten, mußten
ausgeschlossen werden. Hier war offenbar ein Aufstieg durch andere, nicht in
der Aufstiegsmethode begründete Ursachen gefälscht. Für den Vergleich brauch-
bar waren 74 gleichzeitige Aufstiegspaare von München und 60 Paare von Ham-
burg (8h-Aufstiege), Für jedes Aufstiegspaar wurde für die Geopotentiale 500,
1000, 2000, 3000, 4000 und 5000 gdm die Differenz Flugzeug minus Registrier-
ballon gebildet, Das Ergebnis bringt Tabelle 1.
Tabelle 1. _ Die Angaben für 500 gdm betreffen
Abweichungen zwischen den Angaben gleichzeitiger für München die Bodenwerte (Meeres-
Registrierballon- und Fiugzeugaufstiege. höhe des Aufstiegsortes 500 m). Sie sind
also nicht mit denen von Hamburg zu
vergleichen. Beide Reihen weisen den-
selben Gang auf: ab 1000 gdm Abnahme
der Abweichungen, und zwar von rund
3.6° bis 0,7° auf 0,2° in 5000 gdm. Es
ist sehr wesentlich, daß beide Stations-
paare denselben Gang und vergleichs-
weise dieselben Werte ergeben. Der
Verdacht eines evtl. durch die Eichung
bedingten systematischen Fehlers wird
KO dadurch hinfällig, Die Registrierballon-
1000 instrumente müssen zwar vor jedem Start
2000 neu geeicht werden, bei den Flugzeug-
3000 aufstiegen dagegen wird eine Eichung
Sn erheblich längere Zeit benutzt, so daß
mA —— — — sich wohl eine systematische Verschieden-
heit zwischen Flugzeug- und Registrierballonaufstiegen durch eine geringe kon-
stante Verschiebung der Flugzeugeichkurve erklären könnte, Das gleiche Ver-
halten beider Reihen entkräftet diesen Verdacht. Um den Gang der Werte
reiner zu bekommen, haben wir beide Reihen vereinigt (Tabelle 2), und nach
diesen Werten ist Fig, 1 (s. S, 323) gezeichnet. Dabei wurden für 500 gdm die
unveränderten Hamburger Werte eingesetzt,
Die Fehler, mit denen die Angaben beider aerologischer Methoden behaftet
sind, hat Frankenberger (4, s) theoretisch und experimentell untersucht. Bis
zu den hier betrachteten Höhen können wir Verstrahlung der Bimetalle aus-
schließen. Dann bleibt bei den Registrierballonaufstiegen die Trägheit, bei den
n