Pogade, G.: Die Umgestaltung d, Großwetterlage während. d. letzten Aprildekade 1939, 317
Tage wohl etwas abschwächte, aber dann als Keil eines bei Spitzbergen sich
aufbauenden Hochs noch lange Zeit für das Wettergeschehen über Mitteleuropa
maßgeblich blieb, da es die atlantischen Wirbel von Mitteleuropa fernhielt. Der
Kaltluftstrom, der auf seiner Ostflanke südwärts setzte, führte beim Zusammen-
treffen mit afrikanischer Warmluft zur Bildung Vb-artiger Tiefdruckstörungen,
Jie mit ihren Niederschlags-
yebieten Deutschland län-
zere Zeit schlechtes Wetter
brachten,
Der Aufbau des 0ost-
atlantischen Hochs wäh-
rend der letzten April-
dekade brachte also für
Mitteleuropa eine grund-
liegende Umgestaltung
derGroßwettierlage, Die
Ursache dieser Umgestal-
tung soll im folgenden
näher untersucht werden.
Dabei soll besonders die
Frage, ob eine solche Um-
gestaltung rechtzeitig er-
kannt werden kann, be-
sprochen werden,
Wir wissen, daß eine
üroßwetterlage miteiner
bestimmten Steuerung der
Drucksteig- und Druckfall-
gebiete gekoppelt ist, so
daß man sogar die Zug-
richtung der Druckwellen
als ein Kennzeichen einer
Großwetterlage betrach-
tet. Andererseits wissen wir
aber auch, daß die Zug-
richtung der Druckände-
rungsgebiete durch die
Höhenströmung, d.h.
also durch das Höhen-
druckfeld bestimmt wird,
Diese Erkenntnis — in
dieser allgemeinen Form —
ist eine Errungenschaft, die
arst in den letzten Jahren
Allgemeingut der Meteoro-
logie geworden ist, obwohl
Vorläufer dieser allge-
meinen Erkenntnis in Form
einzelner Regeln sehon vor
Jahrzehnten Eingang in die Praxis der Wettervorhersage gefunden haben; so
z. B. die Regel: Die Bewegungsrichtung des barometrischen Minimums fällt zu
jeder Zeit mit der Bewegungsrichtung des Cirruszuges zusammen, (Hesselberg:
Die Luftbewegung im Cirrusniveau. Veröff, d, Geophys, Inst, d. Univ. Leipzig,
Heft 2, 1913. Zitiert nach: Hann-Süring: Lehrbuch d. Met, 4. Aufl, 5. 527.)
Wollen wir also erfahren, ob die Großwetterlage eine Umgestaltung
erfährt, 80 kommt es letzten Endes darauf an, zu erkennen, ob sich die Höhen-
druckverteilung grundlegend ändert. Unter Höhendruckverteilung ist in
diesem Zusammenhange streng genommen die Druckverteilung in den obersten
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