accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

Scherhag, R.: Die gegenwärtige Milderung der Winter und ihre Ursachen, 303 
die Lösung dieses Problems noch nicht spruchreif. Man möchte aber annehmen, 
daß die Strahlung doch zur Zeit des Minimums der Sonnenflecken größer ist! 
Hiermit soll das Kapitel über die gegenwärtige Klimaänderung abgeschlossen 
werden, nachdem für den Hauptanteil solare Vorgänge und außerdem terrestrische 
Einflüsse als maßgebend hervorgehoben wurden. Man wird abwarten müssen, 
ob die danach zu erwartende neue Abkühlung tatsächlich erfolgt, wofür sich 
allerdings auch über Zentraleuropa schon Anzeichen bemerkbar machen: Im 
Zeitraum 1921/1940 hat hier der Anteil kalter Wintermonate tatsächlich 
schon wieder zugenommen, in Breslau und Warschau sogar um 16 %, während 
im Norden und Süden jetzt erst die stärkste Milderung der Winter eingetreten 
ist. Da auch die Erwärmung im Jahre 1850 zuerst in Zentraleuropa einsetzte, 
kann man ein Umsichgreifen kälterer Winter jedenfalls mit großer Wahrschein- 
lichkeit erwarten. 
Über Zusammenhänge zwischen Bodenwind, Luftdruckverteilung und 
vertikaler Temperaturschichtung in großen Räumen der Äquatorzone 
des Atlantischen Ozeans. 
Von H, Gräfe, Hamburg, Deutsche Seewarte. 
Zusammenfassung: Es wird zu zeigen versucht, daß in äquatornahen Gegenden des Atlantischen 
Ozeans einfache Zusammenhänge zwischen Bodenwind- und Bodenluftdruckverteilung bestehen, wenn 
der Einfluß der Turbulenz und der Temperatur berücksichtigt wird. 
Problemstellung: Während seiner Tätigkeit als Flugmeteorologe auf den 
Ozeanfilugwetterwarten im Südatlantikflugdienst war der Verfasser in der Zeit, 
als der Treibstoffvorrat der Transozeanboote knapp zur Überwindung der 
Strecke Westafrika (Bathurst)— Südamerika (Fernando Noronha) ausreichte, ge- 
zwungen, genaue Windvorhersagen für den Flug zu geben, damit nötigenfalls 
bei stärkeren Gegenwinden eine Verkürzung der Strecke — durch Ausfahren 
des Katapultschiffes — vorgenommen werden konnte. 
Der Forderung der genauen Vorausberechnung der Windversetzung in 
Richtung des Flugweges aus der Bodenwindverteilung stand zeitweise der sehr 
fühlbare Mangel an ausreichenden Seeobsen entgegen, so daß oft am Vortage 
des Starts nicht einmal die augenblickliche Windverteilung genügend genau 
bekannt war. Diese Arbeit entstand daher, um einen weiteren Anhaltspunkt für 
die Beurteilung der Windversetzung zu schaffen, 
Bodenluftdruck und Bodenwind: Bevor auf das eigentliche Problem einge- 
gangen wird, ist vorher noch eine Bemerkung notwendig, Das Ziel unserer 
Untersuchung ist ja, die Windversetzung in Richtung des Verbindungsweges 
zwischen den Endpunkten der Ozeanstrecke zu bestimmen. Diese Aufgabe 
kommt einer Mittelwertbildung der einzelnen auf der Flugstrecke herrschenden 
Windkomponenten in Richtung des Flugweges selbst gleich. Ist v-=—5 (xyz) der 
Windvektor, 3 = 8$(xyz) die Fluglinie, die die beiden Endpunkte des Ozeans mit- 
einander verbindet, dann ist die Gesamtversetzung oder die mittlere Wind- 
geschwindigkeit + auf der Gesamtstrecke 
b 
$=1/f@- da, 
a 
wobei bedeutet: s die Länge des Weges 3 zwischen den beiden Endpunkten a 
und b, (v-d3) das skalare Produkt zwischen den beiden Vektoren. 
Wegen der teilweise spärlichen Windbeobachtung ist oftmals eine direkte 
Bestimmung von # nur innerhalb großer Fehlergrenzen möglich. Da sicher und 
regelmäßig nur Bodenluftdruck und Bodentemperatur an den Endpunkten der 
Strecke, d.h. als an den Küsten der Kontinente zur Verfügung standen, unter- 
suchte der Verfasser, ob nicht ein gewisser Zusammenhang zwischen der Diffe- 
renz der Bodenluftdrucke an den Endpunkten der Flugstrecke und der mittleren 
Windgeschwindigkeit ? in Bodennähe besteht, um damit eine weitere indirekte 
Bestimmung zu haben, Seine Begründung findet der Versuch ja in der Guldberg- 
{1)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.