Mecking, L.: Die Periodizität der Eisbedeckung in der Davis-Straße. 95
‘den Ausnahmezeiten wieder eine bestimmte allgemeinere Ursache zugrunde liegt
{durch die wohl eine Verfrühung oder Verspätung oder auch Unterdrückung der
Sonnenfleckenwirkung bedingt ist), womit denn die Regel nur bekräftigt wird.
Faßt man mun den Parallelgang zwischen Eisstärke und Sonnenflecken auf
Tafel 4 genauer ins Auge, 80 zeigt sich fast durch die ganze Kurve hin ein
Nachhinken der Eisstärke, und zwar um ein bis zwei, gelegentlich auch noch
mehr Jahre, meist und durchschnittlich aber um Zwei. Daher wurden in den
Kurven 6 und 7 der Tafel 4 einerseits die Werte der aufeinanderfolgenden
Fleckenmaximal- und Fleckenminimaljahre und andererseits die Eisstärke des
jedesmal zweitnächsten Jahres dargestellt, und das ergibt ein sogar fast aus-
nahmsloses Auf und Ab beider Kurven. Nur die Eisjahre 1835 und 1858 weichen
ab, also wieder Jahre aus jenen Zeitabschnitten allgemeiner Ausnahme. Von
diesen Ausnahmen kann die erste noch zum Verschwinden gebracht werden.
Denn hier zeigt das dem Jahr des Fleckenminimums benachbarte Jahr einen
nur wenig verschiedenen Fieckenwert, so daß ebenso gut dieses als das Extrem-
jahr gelten kann; nimmt man sich dementsprechend die Freiheit, auch den
yzewählten Xiswert um ein Jahr zu verschieben, so entsteht (in der gestrichelten
Kurve) auch hier Übereinstimmung.
Da somit die Fleckenextremzeiten jeweils eisstarke bzw. eisschwache Jahre
nach sich ziehen, so habe ich zur Verdeutlichung dieses Zusammenhanges noch
meine Methode von 1918 angewandt und mehrere Jahre um die Fleckenmaxima
und -minima zu Epochenmitteln zusammengefaßt. Dabei ist in der Kurve 1
der Tafel 4 jedesmal das Fileckenextremjahr mit dem voraufgehenden und dem
nachfolgenden Jahr zu einem Epochenmittel der Sonnenflecken vereinigt, Dagegen
sind in der dazugehörigen Eiskurve (Kurve 2) die Epochenmittel mit einjähriger
Verzögerung gebildet, d,h, das Fleckenextremjahr mit den zwei folgenden zum
Mittel vereinigt, Beide Kurven laufen weitgehend konform. Die Ausnahmestellen
liegen hier wieder um 1830, um 1860 sowie bei 1927/29. Um 1860 ist der
abweichende Verlauf schon durch Verschiebung der KEisepochen um ein Jahr in
Wegfall zu bringen (gestrichelte Kurve).
in der Fleckenkurve 3 sind die Epochenmittel etwas modifiziert nach fol-
genden Überlegungen, Die Fleckenperioden sind bekanntlich nicht gleich lang,
and diesem Umstand suchte ich schon in der Untersuchung von 1918 methodisch
Rechnung zu tragen. Ferner kommt es öfter vor, daß von mehreren hinterein-
ander folgenden Jahren z.B. das erste das Fleckenminimum aufweist, die paar
folgenden Jahre aber auch noch ähnlich niedrige Werte haben. In solchem Falle
wird die wahre Sachlage offenbar gar nicht, am besten dadurch getroffen, daß
man, dem Schema getreu, das Minimaljahr mit dem vorhergehenden und nach-
folgenden zum Mitte) verbindet. Um diesen Umständen Rechnung zu tragen,
wurden nun in der Fleckenkurve 3 die dreijährigen Mittel so gebildet, daB dabei
jedesmal entweder das absolut niedrigste oder mindestens das annähernd niedrigste
Mittel der betreffenden Epoche erzielt, gleichzeitig aber auch die ungleichen
Abstände zwischen den Epochen nach Möglichkeit gemildert wurden. Auf diese
Weise können die kleinen Ungleichmäßigkeiten in den einzelnen Fleckenzyklen?)
vielleicht am besten kompensiert werden. Der so erhaltenen Kurve der Flecken-
epochen habe ich dann die der Eisepochen derart zugeordnet, daß diese durch-
weg einen zweijährigen Verzug erhalten. Das Ergebnis ist ausgezeichnet, denn
88 zeigt eine einzige Ausnahmestelle noch um 1830. Man braucht aber auch hier
nur bei zwei Eisepochenmitteln eine Verschiebung um je ein Jahr vorzunehmen,
wie es die gestrichelte Linie zeigt, um eine sogar ausnahmslose Konformität
der beiden langen Kurvenzüge zu erreichen.
Nach allem kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Eisstärke der
Davis-Straße in ihren Schwankungen von Jahr zu Jahr soweit von den Sonnen-
fecken beeinflußt ist, daß die Jahre in und unmittelbar nach den Fleckenextremen
auch die eisstärksten bzw. -schwächsten werden,
1) Solche können z. B., wie Köppen kürzlich bemerkt (Ann. d. Hydr. 1937, 8, 305‘, darauf
Beh aß die Sonnenflecken selbst. vielleicht gar nicht die reinste Auswirkung der elfjährigen
erode sind.