Habermehl, R.: Der Deutsche Reichswetterdienst.
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Untersuchungen über Ionengehalt und -spektrum, über Ozon- und Emanationsgehalt
der Bodenluft durchgeführt.
An den Observatorien Potsdam, Aachen und Wahnsdorf standen Strahlungsarbeiten
im Vordergrund. Im Auftrage der O.MI, wurde ein Absolutpyrheliometer
entwickelt. Außerdem wurden ein Strahlungsmesser und ein Wärmeumsatzmesser
konstruiert, Fortgesetzt und erweitert wurden Arbeiten über Zusammenhänge
der Wetterlage mit Störungen der elektromagnetischen Energieausbreitung,
Synoptische Meteorologie und Aerologie. Die Arbeiten der synoptischen
Meteorologie hatten insbesondere das Ziel der Verbesserung der Wettervorhersage.
Da dieses Ziel in erster Linie in einer intensiven Ausnutzung der Aerologie
gesehen wurde, ist besonderer Wert auf den Ausbau des aerologischen
Netzes und die Verarbeitung seiner Ergebnisse (Schaffung des täglichen Höhenwetterdienstes)
gelegt worden. Die Versuche zur Fortentwicklung der Wettervorhersage
in dieser Hinsicht führten zur Konstruktion der täglich ausgestrahlten
Höhenwetiterkarten, die im praktischen Wetterdienst mit gutem Nutzen angewandt
werden. Hand in Hand damit ging eine Fortentwicklung der Luftmassenanalyse
and die Herausgabe der darauf aufgebauten Richtlinien für die Ausarbeitung
der Wetterkarten.
Besondere Erwähnung verdienen in diesem Zusammenhang auch die zahlreichen
und vielseitigen Arbeiten der Deutschen Seewarte, insbesondere die tägliche
Bearbeitung einer Höhenwetterkarte für den Nordatlantik,
Das Institut für langfristige Witterungsvorhersage in Bad Homburg wurde
stark erweitert. Aus ihm stammen Untersuchungen über die atmosphärische
Zirkulation, statistische Wettervorhersage und deren theoretischer Grundlage
(Baur, Philipps). .
Auf aerologischem Gebiet sind besonders zu erwähnen die Arbeiten zur
Thermodynamik der Atmosphäre von Möller, die Untersuchungen zur Wolkenforschung
von Findeisen, Berg, Frankenberger und Schwerdtfeger, von
denen in erster Linie diejenigen von Findeisen bezüglich der Mikrostruktur
der Wolken neue Wege gewiesen haben. In diesem Zusammenhang sind ferner
anzuführen die Arbeiten (von Keil) zur Verarbeitung des aerologischen Beobachtungsmaterials,
seine Kritik der internationalen aerologischen Beobachtungen
und die von ihm bearbeiteten Denkschriften über den gegenwärtigen Stand der
Aerologie.
Eine besondere Bedeutung kommt auch den bei dem Observatorium Lindenberg
in Angriff genommenen Arbeiten zu: Der Nachprüfung der Aufstiegsgeschwindigkeiten
von Gummiballonen, der Gewitter- und Böenuntersuchungen
und solcher über den täglichen Gang einzelner Witterungselemente in Höhen bis
1000 m (raumfester Punkt).
Instrumente. Bezüglich der Instrumente ist die Berichtszeit gekennzeichnet
durch ein weitgehendes Bestreben nach Vereinheitlichung des gesamten MeßBgerätes,
Im übrigen waren die Arbeiten an der Fortentwicklung der Instrumente
sehr vielgestaltig. Abgesehen von den bereits vorher erwähnten Neu-Konstruk:-tionen
stehen beim Bodenmeßgerät vor allem die Vervollkommnung der Bodenwindmeßgeräte
und die Arbeiten am registrierenden Theodoliten im Vordergrund,
Das aerologische Gerät wurde durch Entwicklung des Diamantschreibers,
des Photometeorographen und Schaffung eines elektrisch registrierenden Meteorographen
erweitert.
Ferner erfuhr das Eichgerät eine Neugestaltung; hierbei .ist insbesondere
auf die Konstruktion einer neuen Druck-Kälteanlage hinzuweisen. Einen wesentlichen
Fortschritt auf aerologischem Gebiet stellte schließlich die Konstruktion
einer zuverlässigen Radiosonde mit dem dazugehörigen Empfangs-, Eich- und
Auswertegerät dar. Ein Strahlungsmeßgerät für Flugzeuge ist in Bearbeitung. —
Zum Schluß kann noch auf die Teilnahme zahlreicher Angehöriger des
Reichswetterdienstes an Forschungsexpeditionen und auf ihre vielseitige Mitarbeit
bei der Herausgabe von Lehr- und Handbüchern hingewiesen werden,