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Full text: 67, 1939

290 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1939. 
mit der Aufgabe der Wolkenforschung betraut ist. Außerdem obliegen seiner 
unmittelbaren Betreuung die Agrarmeteorologischen Forschungsstellen 
Müncheberg, Gießen, Trier und Geisenheim, Auch die ausgedehnte Kurortklima- 
organisation mit den bioklimatischen Forschungsstellen Braunlage, Bad Elster, 
Friedrichroda und Wyk auf Föhr gehört zu dem Aufgabengebiet des Reichsamtes. 
Die Deutsche Seewarte gliedert sich in zwei Haupiabteilungen: 
li. Die Abteilung Wetterdienst, 
3, die Abteilung Nautik und Hydrographie, 
Die erstgenannte Abteilung gliedert sich in fünf Gruppen: See- und Schiff- 
fahrtswetterdienst, Ozeanflugwetterdienst, maritime Meteorologie, Überseeklima- 
tologie, meteorologische Bordinstrumente. Außerdem obliegt der Deutschen See- 
warte die Betreuung der Sturmwarnungsstellen und der Beobachtungsstiationen 
auf Schiffen und Feuerschiffen. Die Abt. Nautik und Hydrographie ist dem 
Oberkommando der Kriegsmarine unterstellt. Ihr Wirken und ihre besonderen 
Aufgaben sollen in diesem Bericht nicht behandelt werden, Sie trägt zu den 
wetterdienstlichen Arbeiten des Gesamtinstituts in erheblichem Umfang bei. Die 
Arbeiten der beiden Abteilungen überschneiden und ergänzen sich auf diesem 
Gebiet vielfach (Mitarbeit am Hydrographischen Werk der Kriegsmarine, Monats- 
karten der Ozeane usw.). 
Zur Durchführung der klimatologischen Aufgaben verfügt der Reichswetter- 
dienst über ein ausgedehntes Beobachtungsnetz, Dieses umfaßt etwa 700 Stationen 
höherer Ordnung und 5000 Niedersechlagsstationen. Hinzu kommen die synop- 
tischen, die Haupt-, Hilfs. und Gefahrenmeldestellen des Flugweiterdienstes, 
Außerdem wurde ein phänologisches Beobachtungsnetz mit etwa 8000 Beob- 
achtern eingerichtet, Damit ist der gesamte phänologische Reichsdienst auf eine 
neue Grundlage gestellt worden, 
D. Wissenschaftliche Arbeiten seit 1934, 
Es ist nicht Absicht des Verfassers, in diesem Abschnitt eine vollständige 
Zusammenstellung sämtlicher wissenschaftlicher Arbeiten des Reichswetterdienstes 
zu geben. Nur das Wesentlichste und Wichtigste soll hier Erwähnung finden. 
Klimatologie: Außer der laufenden Be- und Verarbeitung der eingehenden 
Beobachtungen wurden die aus dem ausgedehnten Klimanetz gewonnenen Ergebnisse 
in acht Karten 1:1 Mill, für Zwecke der Reichsbodenschätzung nutzbar gemacht. 
Für hydrographische Zwecke insbesondere wurden erstmalig die monatlichen 
Niederschlagskarten in Farbdruck in gleichem Maßstabe herausgebracht; daneben 
wurde die mittlere monatliche und jährliche Niederschlagsverteilung auf Grund 
i0jähriger Mittel neu bearbeitet, Die Arbeiten an dem Tabellenbande zu einer 
Klimakunde des Deutschen Reiches konnten abgeschlossen werden; der 
Kartenband liegt im Manuskript vor. Zur Vertiefung der Kenntnisse über die 
Verteilung einzelner Witterungselemente wurden mit Hilfe zeitweiliger Sonder- 
netze Untersuchungen des Witterungsablaufes im Marz, der Nebelyverteilung in 
Schlesien, Mecklenburg und an der Nordsee und der Frostverhältnisse an der 
Unterelbe durchgeführt. 
in diesem Zusammenhänge muß auch auf die maritim-klimatologischen 
Arbeiten der Deutschen Seewarte hingewiesen werden; von ihnen sind besonders 
zu erwähnen die Monatskarten der Ozeane, die Einzelabschnitte Wind und Wetter 
in den See-Handbüchern des hydrographischen Dienstes der Kriegsmarine und 
die übersee- und schiffsraumklimatologischen Arbeiten, 
Die Bearbeitung der ersten Ergebnisse des phänologischen Beobachtungs- 
netzes führte zur Herausgabe von 8 phänologischen Karten. Die Arbeiten in 
der angewandten Klimatologie erstreckten sich in agrar-meteorologischer Hinsicht 
auf Lokaluntersuchungen in 10 Meliorationsgebieten, auf die Konstruktion der 
zugehörigen Meßgeräte und auf statistische Arbeiten über Ertrag und Witterung. 
An den agrarmeteorologischen Forschungsstellen wurden daneben Frostentstehung 
and -bekämpfung, Klimaverbesserung, Bestandsklima und Windschutz untersucht, 
Die bioklimatologischen Arbeiten erstreckten sich auf lokalklimatische 
Fragen, auf Strahlung, Kernzahl- und Emanationsmessungen. Außerdem wurden
	        
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