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Full text: 67, 1939

Neuere Veröffentlichungen, 
8R 
\Wüst, G.: Bodentemperatur und Bodenstrom in 
der atlantischen, indischen und pazifischen Tief- 
see, Gerlands Beitr. z. Geophys., LIY, 1938. 
8, 1—8, m, 1 farb. Tafel. 
Der kurze Aufsatz bietet eine Zusammen- 
fassung der in den letzten Jahren, nicht zuletzt 
durch ausführlichere Arbeiten des Verfassers, er. 
haltenen Ergebnisse der Erforschung des Boden: 
wassers, die manchem wegen ihrer Kürze will 
kommen sein dürfte. Noch immer stehen für der 
Stillen Ozean in der Hauptsache nur ältere, ver- 
besserungsbedürftige Beobachtungen zur Verfügung 
die dazu zwangen, Mittelwerte für Fünfgradfelder 
zugrunde zu legen, während im Atlantischen und 
Indischen Ozean Einzelwerte für die Isothermen 
(der potentiellen Temperatur!) benutzt werden 
konnten, Der Verfasser ist sich dieser Lücken 
durchaus bewußt, kann aber die Verbreitung des 
Bodenwassers in großen Zügen bereits darlegen‘ 
Das kälteste Wasser, aus der atlantischen Ant- 
arktis, besonders der Gegend der Weddelsee, 
stammend, dringt einmal längs des antarktischen 
Festlandes nach Osten wor, andererseits nach 
Norden hin in die westliche und, in äquatorialen 
Breiten über den atlantischen Rücken hinweg, in 
die östliche atlantische Mulde, Auch im Indischen 
Ozean bedingen die Bodenverhältnisse eine Teilung 
in zwei zungenartige Vorstöße, einen westlichen 
und einen östlichen, während im Stillen Ozean 
ein mittlerer sich zwischen einen westlichen und 
östlichen einschaltet, Hier sowohl wie im Atlan- 
tischen Ozean greift das antarktische Wasser weit 
über den Aquator nach Norden. In beiden Fällen 
sind es wieder die geographischen Verhältnisse, 
die eine Entwicklung des arktischen Bodenwassers 
in gleichem Maße nicht zustande kommen lassen, 
was im einzelnen an Hand der durch die Farben 
sehr übersichtlichen Karte dargelegt wird. 
H. Thorade. 
Vorgang des Abgleitens sich nicht gleichmäßig auf 
breiter Front, sondern schubweise vollziehen, 
2, Die antarktische Konvergenz bereitet 
der Erklärung Schwierigkeiten, wie dies auch in 
der Erörterung zwischen Deacon und Sverdrup 
‘Ann, d. Hydr. 1934, S. 129—136; 315—317; 475 
bis 478) hervorgetreten ist; zuerst wurde das Zu- 
jammen wirken von Wind und Temperaturunter- 
schieden, dann das steile Aufsteigen des nordatlan- 
:ischen Tiefenwassers dafür herangezogen. Defant 
aennt zwei weitere Möglichkeiten: Oberflächen- 
störungen, die das Wasser zu einem schrägen Ab- 
zleiten bringen {(‚„schiefe Konvektion“) und Be- 
achleunigungen der Grundströmung, durch die die 
Grenzfläche der Wasserarten sich ändert, 
3. Die Frage nach den treibenden Kräften 
der stratosphärischen Zirkulation führt auf den 
thermodynamischen Fundamentalsatz von V.Bjerk- 
nes, nach dem Wärmequellen unter Mitwirkung 
der Schwere nur Arbeit leisten können, wenn (nach 
der Fassung von Sverdrup) die Kontraktionen 
unter geringerem Drucke vor sich gehen als die 
Expansionen Yan d. Hydr. 1934, S. 315). Defant 
weist darauf hin, daß die Längsschnitte der Dichte 
durch den Ozean hierzu stimmen und daß dem- 
nach die stratosphärische Zirkulation thermodyna- 
misch bedingt ist. 
4, Eine ähnliche Zirkulation bildet sich auch 
'n der Troposphäre aus, aber sie wird ganz in 
den Hintergrund gedrängt durch die von stetigen 
Winden hervorgerufenen zönalen Strömungen, die 
‚edoch nur bis zur Sprungschicht hinabreichen. In 
höheren Breiten, wo diese fehlt und die Dichte sich 
nit der Tiefe stetig ändert, pflanzt sich dagegen 
die Wirkung des Windes bis in große Tiefen fort, 
wie Verfasser durch eine kurze mathematische Be- 
Irachtung belegt, 
5. Was den Geltungsbereich des neuen 
Zirkulationssystems anlangt, so trifft es für mittlere 
Verhältnisse zu, Es wird jedoch betont, daß Stö- 
ungen durch interne Wellen, Wirbel usw. bei einer 
Einzelbeobachtung das Bild sehr stark entstellen 
tönnen; der Verfasser führt aus, daß die Störungen 
zewisse Gebiete bevorzugen, wie z. B, die rechte 
Flanke der Strömungen (auf der Nordhalbkugel) 
der die Konvergenzgebiete, und er weist die künftige 
Forschung auf gleichzeitige Beobachtung kleinerer 
Gebiete mittels mehrerer Schiffe hin, 
H. Thorade. 
Defant, A.: Aufbau und Zirkulation des Atlan- 
tischen Ozeans. Sitz,-Ber, Preuß, Ak. d. Wiss,, 
Phys,-Math. Klasse XIV, Berlin 1938, S. 143 bis 
171, m. 7 Abb. i. Text und 7 farb. Tafeln, 
Es ist zu begrüßen, daß der Verfasser sich 
entschlossen hat, die Hauptergebnisse der „Meteor““- 
Expedition hinsichtlich der Zirkulation des Atlan- 
tischen Ozeans zusammenfassend aus dem umfang: 
reichen Gesamtwerke herauszulösen und dadurch 
auch einem Leser, dem ein näheres Studium des 
amfangreichen Expeditionswerks nicht möglich ist, 
die neuen darin uledergelegten Anschauungen, er- 
läutert durch eine Reihe z T. neuer und z. T. far- 
biger Karten, zu vermitteln. Da in diesen Blättern 
schon früher über die Ergebnisse der Meteor- 
expedition berichtet wurde (1937, S. 174—183), sei 
an dieser Stelle besonders hingewiesen auf einige 
neue Gesichtspunkte, durch die der Verfasser seine 
früheren Darlegungen erweitert hat. 
1, Die subtropische Konvergenz im süd- 
lichen Atlantischen Ozean erweist sich auf einer 
Karte der relativen Topographie der 1600 dbar- 
Fläche als ein verwickeltes Gebilde, mit einem 
stark geschlängelten Verlaufe der Linien gleicher 
dynamischer Tiefe. An einem durchgerechneten 
Musterbeispiele zeigt Defant, daß die abwechselnd 
nach Norden und Süden gerichteten Ausbuchtungen 
wahrscheinlich aufzufassen sind als zeitlich und 
örtlich aufeinanderfolgende Vorstöße subtropischer 
und subantarktischer Wasserkörper gegeneinander 
Hierbei dürfte es zu Einwirbelungen kommen, bei 
denen ‚sich beide Wasserarten vermischen und, 
schwerer geworden, absinken;: danach würde der 
A. Defant. Über die Aufnahme morphologischer 
Einzelheiten des Meeresbodens mittels des Echo- 
jotes. Mit S Textabbildungen und 1 Tafel, 
S, A. aus Geologische Rundschau. Bd. XXX, 
Heft 1/2, S. 121—131, Stuttgart 1938, 
Die intensive Anwendung des Echolotes auf 
Vermessungs-, Handels- und Kriegsschiffen bei der 
Erforschung des Reliefs des ozeanischen Meeres- 
zodens und seiner Randgebiete durch fast alle 
;eefahrenden und meeresforschenden Nationen der 
Erde hat dazu geführt, daß in den letzten zehn 
wa ein ungeheuer umfangreiches ozeanisches 
„Ootungsmaterial zusammengetragen worden ist, 
Trotzdem bleiben in den von der internationalen 
Schiffahrt wenig oder fast gar nicht berührten 
Ozeangebieten immer noch große Flächen unaus- 
gelotet. Diese können nur von Forschungs- und 
Vermessungsschiffen bearbeitet werden. Durch 
den gewaltigen De h er der Echolot-Meeres- 
jorschung ist aber auch die Auswertung dieser 
ron verschiedenen Seiten gewonnenen und mit 
verschiedenen Fehlern, vor allem Positionsfehlern, 
dehafteten Lotungszahlen gegen früher wesentlich
	        
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