Kleinere Mitteilungen,
77
Nur eine niedrige, lange Dünung, deren Richtung nicht festzustellen ist,
bewegt die ruhige, blaue Fläche, Auch der Wind ist fast eingeschlafen. Stille
Weite ringsumher. Die Schönwettercu-Kette hat sich niedrig über dem Horizont
mit ihrem Hauptteil nach N verschoben, Dafür leuchten jetzt von N bis W über
den Horizont mächtige Cu-Gebirge mit ihren oberen Teilen, Im Zenit steht ein
kreisrunder Ci-Fleck von 50° Durchmesser wie ein großer Wattebausch, VonS
bis SW ist der Himmel bis 7° Höhe frei von allen Wolken. Darüber breiten
sich Ci-Bänke aus, die im W allmählich kufenförmig nach NE ausgezogen sind.
Der Ci-Kreis verschiebt sich langsam etwa um 20° in 10 Minuten nach E. Mit
irägen Bewegungen schwimmt langsam eine Schildkröte vorbei, Auf einem Stück
Holz fährt eine Möve spazieren.
16: Spiegelglatt liegt in der strahlenden Nachmittagssonne flimmernd das
Meer, Im E bedecken eine Ci-Bank und einige einzelne Ci den blauen Himmel.
Sonst ist der ganze Himmel rund umber mit vielen Zwischenräumen bezogen
mit mehr oder minder dicken Haufenwolken, die sich im blauen Meer spiegeln,
Unglaubliche Ruhe liegt über dem Wasser, Langsam ziehen die Haufenwolken
wie die Ci von W nach E, 16h: ti 23.0°; tw 24.0°; £ 76%, Um 16®%h fahren wir
wieder. Eine Delphinherde führt ihre possierlichen Sprünge aus, Abends um
185 hat die Zahl der Cu merklich abgenommen. Um 18% jst der Himmel über
dem Schiff klar und rein. Das Meer ist wieder ein wenig bewegt von einem
leichten W-Wind, Stärke 2, Ringsumher ziehen bis zu 5° Höhe überm Horizont
die Cu, Von S bis E türmen sich von der untergehenden Sonne rotglühend
beleuchtete mächtige Cu-Gipfel über dem Horizont.
Sobald die Sonne dunkelrotglühend zwischen schwarzgrauen Cu verschwindet,
bekommt alles eine weiche, pastellartige Tönung. Der letzte Strahl der Sonne
leuchtet grün, und nun beginnt das immer wieder sehenswerte, wechselvolle
Farbenspiel auf Meer und Himmel. Wie im W ‚über den schön schwarzgrau
getönten Cu der Himmel in gelber Tönung langsam in größerer Höhe seine Farbe
ins Himmelblau wechselt, so folgt im E über den hellgrauen Wattebäuschen auf
Rot Rosa und Hellblau, Das Meer zeigt im W blaugelbe, im E rotblaue Wellen,
Unter den Wattebäuschen im E wird es jetzt knallblau. Ein schönes Bild: Unten
dunkelblau, dann eine scharfe violette Grenze, darüber rot, und über diesem
Farbengrund schweben nun fast weiß die Cu. Im Roten leuchtet Jupiter gelb-
strahlend, Etwas schneller als er steigt das Blau höher, das Rote vor sich her-
schiebend. Unten wird das Blau wieder hellblau, Blaugelb und blauviolett
(euchtet das Meer, Wie eine Wolke hängt der rosa bis höher hellrosa getönte
Saum breit über dem blauen Bogen, und doch ist es keine Wolke, Hellgelb
strahlt der W-Himmel, von schwarzen Cu bis 5° bedeckt, Das Rosa bezieht,
auf dem blauen Grunde nur sehr schwer zu erkennen, ganz leicht den ganzen
Himmel; dabei verblaßt es mehr und mehr im E, so daß nach einer halben
Stunde die Grenze zwischen Blau und Rot fast verschwunden ist, Dafür wird
das Gelb im W mehr rot, Ganz feine rosa Strahlen gehen vom W über den
Himmel, Zwischen ihnen steigt langsam das Blau zum W nieder. Vor dem
anrückenden Nachtblau ziehen sich auch die letzten Strahlen der versunkenen
Sonne wie Fühler einer Schnecke hinter die schwarzen Cu zurück, Nur ein hell.
blauer Bogen im W und ein mattbrauner Schimmer tief zwischen den schwarzen,
scharfumrissenen und zerrissenen Wolken sind die letzten Zeichen des Tages.
Es wird ein wenig kühler. Die Luft aber bleibt angenehm und weich. 224; tj 22.3°;
tw 23.0°0 £ 79%. H. Edaler.
4. Wetterskizzen. Nr. 31. Über die interdiurne Veränderlichkeit der Höhen-
schwankungen der einzelnen Hauptisobarenflächen.
Für eine anderweitig veröffentlichte Untersuchung?) stellte ich vor einigen
Jahren die Ergebnisse aller der Flugzeugaufstiege zusammen, die während der
Jahre 1926 bis 1930 mit einem Zwischenraum von etwa 24 Stunden in Soester-
berg (Holland) durchgeführt wurden. Dieses Material ist im folgenden nach
4 Pogade: Luftdruckänderungen und Weiter. Diss, Berlin 19235,