276 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1930
sind überall Cu, Im W sind darüber viele Ci zu sehen. Im NE und E ist
inzwischen eine ausgedehnte Schicht von Acu-Bänken höhergerückt. Aber der
größte Teil des Himmels über uns ist klar blau, Nur im E erscheinen wenige
Cieu-Bänke mit ihrem zarten Weiß auf dem blauen Himmel wie ein feiner Nieder-
schlag in einer chemischen Lösung {Abb, 6).
Um 19% ist Acu die vorherrschende Wolke, In mehr oder minder aus-
gedehnten Bänken erstreckt sich diese Wolkenart mit großen Zwischenräumen
über den bei Sonnenuntergang wündervoll getönten Himmelsgrund. Ringsumher
sind noch immer Cu am Horizont, auch Cieu bedecken vereinzelt den Himmel.
Von W her strahlen tief unten am Horizont Ci nach allen Seiten auseinander.
Im E werfen drei große noch hell beleuchtete Cu einen weißen Schein auf das
Junkle, kaum noch bewegte Meer. Die Sicht ist außerordentlich gut, Überall
cagen in phantastischen Formen Köpfe weit entfernter Cu über die Kimm.,
An diesem herrlichen Abend streicht weich, lHnd und lau die Luft übers
Schiff, Ein ruhig leuchtender und nur wenig funkelnder Sternhimmel ist nur
noch an einigen Stellen (4) mit Acu-Bänken bedeckt. Nur im N zieht langsam
im Laufe einer Stunde ein Cunb mit seinem Regen am Schiff vorbei. 20k: t, 26.4°;
ta 26.4°; f£ 77%, ;
Das Wetter bleibt so, bis sich um 21%hbh ein Cunb aus NE heranschiebt,
Beim Herannahen frischt der Wind auf, es regnet ein wenig, und schnell ist alles
wieder wie vorher, 22h; t, 25.1°; £ 79%. Ebenso geht um 22h ein Schauer
mit ergiebigem Niederschlag nieder.
29, August, Schiffsort: 43.6° N, 30.1° W.(Nordostatlantische Trift- Region).
Wir liegen gestoppt. Über dem Schiff wölbt sich ein schöner blauer Himmel,
ab; % 21.9°; tw 23.3°; f 79%. Das tiefblaue Meer liegt weit und endlos aus-
zedehnt, nur von einem leisen Rauch aus WNW gekräuselt. Eine lange, niedrige
Dünung aus W hebt und senkt gleichzeitig mit langsamer Bewegung große
Flächen des Wassers, Die Oberfläche wird eigentümlich belebt durch kleinere
and größere Stellen, in denen das Wasser nicht gekräuselt ist, Diese schwimmen
als hellere Stücke in dem tiefen Blau der übrigen Fläche, Die Sicht ist außer-
ordentlich gut, die Luft lau und weich. Von N über W bis SW umsäumt den
Horizont bis 3° Höhe eine fortlaufende Reihe von Schönwetter-Cu, die, hell in der
Morgensonne leuchtend, wie eine ferne Alpenkette mit ihren Schneegipfeln wirken,
im SW läuft diese Kette in einen schwärzlichen Dunststreifen aus, der in 5° Höhe
überm Horizont liegt. Im NW schimmern mächtige Ca mit ihren oberen Teilen
über der Kimm, ihr unterer Teil liegt weit unterm Horizont. Im $S liegen in
5° bis 10° Höhe zwei lockere Ci-Bänke aus büschelartigen Einzel-Ci, Von S über
E bis N liegt ebenfalls eine Cu-Kette, die im S vom Horizont bis 5°, im E nur
noch bis 2° und im N bis 0.3° Höhe reicht, Diese Wolken sind zum größten
Teil Cunb, verschleiert durch Acu-Bänke, Im S schweben in weißlicher Schicht
Acu-Bänke bis 8° Höhe über ihnen, Auch im NE reicht eine rötlichweiß
schimmernde Acu-Schicht mit 8° seitlicher Ausdehnung vom Horizont bis 1° Höhe,
Unter einem mächtigen Cunb im SE, der sich wie ein gewaltiges Schneegebirge
türmt, scheint es zu regnen,
Um 11% hat sich das Bild nur wenig geändert. Im SW liegen jetzt von 5°
bis 15° Höhe die beiden Ci-Bänke, von denen die eine zu einer sepiaschalen-
artigen Bank zusammengeschmolzen ist. Die Schönwettercu-Kette ist langsam von
NW heraufgerückt, beginnt jetzt 1° über der Kimm und erfüllt von SW bis NE in
(eichtem Bogen, bis 5° Höhe im höchsten Punkte ansteigend, als lockere Anhäufung
den Himmel. Über ihr von N bis W liegen viele, sehr kleine, büschelartige Ci.
Und immer noch kräuselt ein leichter Hauch aus WNW das breite, ruhige Meer,
Die feinen Ci zeigen lange Fallstreifen, die aus ihnen heraushängen. Ihre
Menge nimmt langsam zu, die Abstände zwischen ihnen werden kleiner, Wie ein
lockeres Filzgeflecht bedecken sie um 11%% fast ein Viertel des Himmels. — Um
13% sieht die E-Seite so wie morgens die W-Seite aus, Die Ci haben sich zu
größeren büschelartigen Wolken umgebildet und bedecken jetzt mit Ausnahme
des Nordens fast den ganzen Himmel mit großen Zwischenräumen,. 12%: tt; 22,1°;
tx 235°: ff 76%.