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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1939, 
3ö doch an den zahllosen mikroskopisch kleinen Partikelchen, die auch im 
klarsten Wasser enthalten sind, Forel bemerkt sehr treffend, daß die Sichtbar- 
keit nur dann eine genügende sei, wenn die leuchtenden Strahlenbüschel un- 
yefähr in die Blickrichtung des Beobachters fallen, was für diesen die Er- 
scheinung zu einer Art Glorie um den Schatten seines Kopfes werden läßt, Jeder 
Beobachter sieht daher seinen eigenen „HMeiligenschein“, und selbst der, den er 
photographiert, gehört eigentlich nicht ihm, sondern seinem photographischen 
Objektiv. P.-L. Mercanton, Zürich, Meteorologisehe Zentral-Anstalt, Februar 1930. 
3. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 132: Seeverkehrsweg: 
Sargasso-See, Golistrom- und Nordostatlantische Trift-Region, — Aus der Sammlung 
des überseeischen. meteorotogischen. Dienstes der Deutschen Seewarte, — Witte- 
rungsverlauf an Sommertagen auf dem Dampferwege vom Kanal nach 
dem Golf von Mexiko. Beobachtungstage: 8, 11., 15, 16, 22, 26. und 
29. August 1938. (Hierzu Tafel 30.) 
8, August. Mittags-Schiffsort: 35.2* N, 36.5° W (Sargasso-See), Morgens um 
5b bringt eine BÖ kräftige Regenschauer und eine Winddrehung um fast 180°, 
Der Wind, der bisher in geringer Stärke aus SSE geweht hatte, kommt jeizt 
aus NW. Nach einer neuen kräftigen Bö dreht der Wind wieder nach SSE zu- 
rück und ändert sich tagsüber wenig in seiner Richtung. Er schläft gegen 11% 
fast ein, wächst aber dann allmählich in seiner Stärke, bis er um 22b aus S mit 
Stärke 5 weht. Ob: 4, 22,4°; ty 24.9°; £ 87%1). 
Um 6b bedecken Cunb völlig den Himmel, um 8 Acu und Cunb. Zuweilen 
schimmert im NW der blaue Himmel tief über dem Horizont, Bald aber ziehen 
wieder Nb auf, aus denen seit 9% mit Unterbrechungen Regen ohne Schauer- 
eharakter fällt, Der Regen hält immer länger an und wird immer gleichmäßiger, 
So regnet es den ganzen Tag mit geringen Unterbrechungen bald schwächer, 
bald stärker. Die Sicht ist mäßig, die Luft feuchtwarm, aber nicht unangenehm 
and drückend. Die Bewölkung besteht seit 11b aus Nb, die als Haufenwolken 
unter der dichten Ast-Decke ziehen. Die Dünung, die morgens mit geringer 
Höhe und Länge meist aus SW und SE durcheinanderlief, kommt seit 20h mehr 
aus S und wird etwas höher. 155: t 21.2°; tw 25.1°; 192%. Mit dem Auffrischen 
des Windes ab 17% nimmt auch die Lufttemperatur langsam zu und erreicht um 
22h die Temperatur des Wassers. Auf der Fahrt vom Kanal an den Azoren 
vorbei war stets die Lufttemperatur niedriger als die des Wassers. 21h: f 25.0°; 
ty 250°; I 87%. 
Trotz der höheren Temperatur ist es noch nicht unangenehm, Die Luft ist 
weich und angenehm lau. Es ist eine Freude, sich dem kräftigen, warmen Wind 
auszusetzen. Bis 23h regnet es in gewissen Abständen immer noch leicht. Die 
tiefschwarzen Nb ziehen über den vom Mond mäßig erhellten Untergrund, der 
durch dichten Ast gebildet wird. Allmählich wird es heller. Um 230b wird im 
SW ein Stern sichtbar, gleichzeitig braust eine Bö heran. Der Wind frischt auf 
Stärke 6 auf, als der Böenkragen über dem Schiff ist. Etwas später liegt tief- 
schwarz im N der Cunb, und im SW lichtet sich der Ast, so daß der Mond 
sichtbar wird. Nun ist zu erkennen, wie der Ast mit wechselnder Stärke nach 
SE zieht, Tiefer über dem Horizont zwischen SE und NW sind in dem Ast 
einige Lücken, durch die der blaue Himmel scheint, 
11. August, Mittags-Schiffsort: 27.6° N, 49.8° W (Sargasso-See). Seit drei 
Tagen herrscht schönes, sommerliches Wetter. Morgens ist der Himmel etwa 2 
mit Schönwettercumuli bedeckt, Am Horizont sind auch einige große Cu zu 
sehen, um die herum sich Acu-Schichten ziehen, die durch Ausbreitung und Ab- 
flachung entstanden sind, Es weht immer in gleichmäßiger Stärke 3 ein S-Wind 
und schafft trotz hoher Temperaturen angenehme Verhältnisse, Die Sonne strahlt 
kräftig vom blauen Himmel, Nur zeitweilig wird sie von einem Schönwetter- 
eumulus für Augenblicke verdeckt, Der Horizont hebt sich dunkel und scharf 
gegen den Himmel ab, denn die Sicht ist sehr gut, Eine leichte Dünung aus 
1) Temperatur und Feuchte wurden mit einem Aspirations-Psychrometer gemessen,
	        
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