accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 67, 1939

Wattenberg, H.: Die Entstehung der sauerstoffarmen Zwischenschicht im Ozean. 263 
infolge der Abnahme der Temperatur, wenn man also alle anderen Faktoren 
als konstant annimmt. Schon durch den Temperaturgradienten müßte demnach 
— bei gleichmäßiger seitlicher Sauerstoffzufuhr unterhalb der Sprungschicht — 
ein Sauerstoffminimum auftreten! 
Auf diese Weise hat auch F. Ruttner?!) die in Süßwasserseen beobachteten 
metalimnischen Sauerstoffminima erklärt. Diese entstehen im vollkommen 
ruhenden See am Ende der Sommerstagnation, da die Zehrung in den dicht 
unter der Sprungschicht liegenden wärmeren Schichten schneller verlaufen ist als 
in den kälteren Tiefenschichten. 
Bezüglich der Verteilung der oxydablen Substanz im Meere sind wir 
jeider zur Zeit noch auf indirekte Schlüsse angewiesen, da eine direkte Erfassung 
dieser Größe einstweilen noch unüberwindliche Schwierigkeiten bereitet. Immerhin 
Iäßt sich einiges über die vertikale Verteilung aussagen, das in den folgenden 
Punkten zusammengefaßt ist: 
1. Aus den oberen planktonproduzierenden Schichten sinken ständig die 
Reste abgestorbener Organismen ab und werden dabei abgebaut und 
oxydiert. Die Masse der einzelnen Teilchen nimmt demnach während des Ab- 
sinkens dauernd ab, bis schließlich nur die schwer löslichen anorganischen 
Skelett- und Schalenreste übrigbleiben, Da im offenen Ozean nur diese Bestand- 
teile den Meeresboden bedecken, müssen wir annehmen, daß die organischen 
Substanzen zur Hauptsache bereits in großer Entfernung vom Meeresboden 
oxydiert worden sind. Diese Oxydation, mithin auch der Verbrauch von Sauerstoff, 
spielt sich also in mittleren Wasserschichten ab, und zwar muß sie um so stärker 
sein, je kürzer die Strecke ist, die das Teilchen zurückgelegt hat, Die Sauerstoff- 
zehrung muß sich also am stärksten dicht unterhalb der Sprungfläche auswirken. 
2, Die Konzentration der festen Reste des abgestorbenen Planktons wird 
ferner durch die Stärke der Turbulenz beeinflußt. Je größer die Turbulenz, 
desto schneller werden die Teilchen über eine große Wassermasse verteilt, Bei 
starker Schichtung, also geringer Turbulenz sind die Teilchen dagegen im wesent- 
lichen nur der Schwerkraft unterworfen. Wegen ihres sehr geringen Durch- 
messers fallen sie nur sehr langsam und werden daher in der stabilen Schicht 
zusammengehalten?). Es findet also in der Nähe der Sprungschicht eine An- 
reicherung von Detritus statt, die zu einer verstärkten Sauerstoffzehrung führen 
muß. Diese wird sich besonders unterhalb der Sprungfläche auswirken, da ober- 
halb derselben die Zehrung durch die Zufuhr von Sauerstoff aus der mit der 
Atmosphäre in Verbindung stehenden Oberschicht kompensiert wird, 
3. Neben den Resten abgestorbener Organismen tritt auch das lebende 
Plankton unterhalb der photosynthetischen Zone, genauer gesagt, unterhalb der 
Kompensationsschicht als Sauerstoffverbraucher auf, Somit ist auch die vertikale 
Planktonverteilung für den Gradienten der Zehrung maßgebend. In diesem Falle 
haben wir zuverlässige zahlenmäßige Angaben, Nach E, Hentschel*) ist die 
mittlere vertikale Verteilung des Planktons im Südatlantischen Ozean: 
Die Konzentration der lebenden Sauer- 
stoffzehrer‘ nimmt also mit der Tiefe 
stark ab, ihr Verhalten verstärkt dem- o00m.... 915 40 
nach noch die Wirkung des Gradienten 400m.... 204 “9 
der Detrituskonzentration. se | e / S 
Als Ergebnis dieses Abschnittes 1ä8t Wenns c | . 
sich daher über die Ursachen des im LS%0m...- 30. 
vorhergehenden Abschnitt aus der Sauerstoffverteilung abgeleiteten Gradienten 
der Sauerstoffzehrung folgendes aussagen: Die vertikale Abnahme der 
Temperatur und der zur Oxydation zur Verfügung stehenden orga- 
nischen Substanz mit der Tiefe führt zu einer Abnahme der Zehrung 
” miafe 
1, F, Ruttner, Über metalimnische Sauerstoffminima, Die Naturwissenschaften 1933, S, 401, — 
?) A. Thienemann, Der Sauerstoff im eutrophen und oligotrophen See „Die Binnengewässer“, Bd, IV. 
Stuttgart 1928, — W. Schmidt, Der Massenaustausch in freier Luft und verwandte Erscheinungen, 
Hamburg 1925. — %) E. Hentschel, Allgemeine Biologie des Südatlantischen Ozeans, Wiss. Erg. d. 
„Meteor“-Exp. 1925 bis 1927. Bd. XT. Berlin 1936.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.