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Full text: 67, 1939

Wattenberg, H.: Die Entstehung der sauerstoffarmen Zwischenschicht im Ozean, 261 
wollen wir die Sauerstoffzehrung in den Kernen des Zwischenwassers 
und des Nordatlantischen Tiefenwassers etwas eingehender betrachten. 
Über die Ausbreitung der Atlantischen Tiefenwässer sind wir durch die 
eingehenden Untersuchungen von G. Wüst sehr gut unterrichtet, Wir legen 
unserer Betrachtung insbesondere die von G. Wüst entworfenen Karten?) des 
Sauerstoffgehalts in den Kernschichten. des Zwischen- und des Tiefenwassers zu- 
grunde. Dabei benutzen wir für das Tiefenwasser die Karte für das mittlere 
Tiefenwasser, das als Kern des gesamten Tiefenwassers aufzufassen ist. Hierzu 
sei bemerkt, daß man aus der Unterteilung des Tiefenwassers (in oberes, mitt- 
leres und unteres T.), wie sie von Wüst durchgeführt worden ist, nicht auf eine 
wesentlich verschiedene Herkunft dieser drei Schichten schließen darf. Vielmehr 
ist auf Grund der Verteilung des Sauerstoffs anzunehmen, daß sich das gesamte 
Nordatlantische Tiefenwasser (einschließlich des Bodenwassers) in einem ziemlich 
eng umgrenzten Gebiet bildet, in dem die Dichte des Oberflächenwassers während 
des Winters die zur Konvektion erforderlichen hohen Beträge erreicht, Dem 
widerspricht auch wa 
nicht die Verteilung Da 
des Salzgehalts, die 
zur Abgrenzung des 
oberen Tiefenwassers 
geführt hat: Die seit- 
liche Injektion des 
stark salzhaltigen 
Mittelmeerwassersin nn 
die obere Schicht des En Ca Ca 2000 =— kt 
sich nach Süden aus- Abb, 3, Schematische Darstellung der Abnahme des Sauerstoffs längs der 
breitenden Tiefen- Ausbreitung des Antarktischen Zwischenwassers und des Nordatlautischen 
. Tieferrwassora. 
wassers kennzeichnet 
dieses durch einen deutlich aber immerhin nur 0.05% 4 höheren Saizgehalt gegen- 
über dem mittleren und unteren Tiefenwasser®), 
Wir verfolgen nun längs der Ausbreitung des Zwischen- und des Tiefen- 
wassers die Abnahme des Sauerstoffs, In der Abb, 3 sind längs der Ausbreitungs- 
richtung dieser beiden Ströme die Entfernungen in Kilometern aufgetragen, die 
bei Abnahme des Sauer- 
stoffs um je 0.5 ccm zurück- 
gelegt werden, wobei wir 
uns wieder an die An- 
gaben von Wüst über Aus- 
breitungsrichtungen halten, 
Auf den ersten Blick 
ist der sehr große Unter- 
schied in der Zehrung des 
Sauerstoffs im Bereich der 
beiden Stromkerne zu er- 
kennen, Der Vergleich wird 65 800 km 
orleichtert, wenn. wir die Abb & Atnahne der Sppermieflachalt in Korn der Antarklichen 
Abnahme des Sauerstoffs in ERS Mer zurückgelesten Wegstrecke m Wation 
einem Diagramm als Funk- 
tion der zurückgelegten Wegstrecke auftragen (Abb. 4). Da der Abfall des Sauer- 
stoffs nach dem Absinken über eine lange Strecke annähernd linear ist, können 
wir die Zehrungsgeschwindigkeiten durch eine Zahl ausdrücken und erhalten dann 
für die Abnahme des Sauerstoffs längs der Ausbreitungsrichtungen des „Antark- 
tischen Zwischenwassers“ und des „Nordatlantischen Tiefenwassers“: 
Antarktisches Zwischenwasser ‚.... 07 -10-*%*cem/km 
Nordatlantisches Tiefenwasser ..... 0.091073 ccm/km 
Saunerstoffabnahme Zwischenwasser : Tiefenwasser = 8:1. 
5 An 0. Beilagen XIa und XVII, — % Vgl. H. Wattenberg, Die Verteilung des Sauer- 
stoffs im Atlantischen Ozean, Wiss, Erg, d. „Meteor“-Exp. 1925 bis 1927, Bd.IX, 1. Berlin 19838, 
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