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Full text: 67, 1939

Wattenberg, H.: Die Entstehung der sauerstoffarmen Zwischenschicht im Ozean. 259 
Atlantischen Ozean ein in sich ziemlich abgeschlossener Teil des Weltmeeres in 
seiner ganzen Ausdehnung und zu verschiedenen Jahreszeiten hydrographisch, 
chemisch und biologisch besonders gut untersucht ist, so sind hier die Voraus- 
setzungen gegeben, den Ursachen der Sauerstoffverteilung mit Aussicht auf Erfolg 
nachzugehen, Ein erster Versuch in dieser Richtung wurde kurz nach der 
„Meteor“.Expedition 1925 bis 1927 gelegentlich einer Darstellung der Durch- 
lüftungsverhältnisse dieses Ozeans gemacht!), Inzwischen ist auch von anderer 
Seite die Entstehung des Sauerstoffminimums eingehend behandelt, und das Für 
und Wider einer rein dynamischen und einer biologisch-chemischen Erklärung 
kritisch untersucht worden?). ; 
Die Zufuhr von Sauerstoff zum Tieflenwasser. 
Aus der eingehenden Bearbeitung der Verteilung des Salzgehalts im Atlan- 
tischen Ozean durch G. Wüst wissen wir, daß im Tiefenwasser drei Stockwerke 
125 124 123 12? 121 120 148 148 
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Abb. 2. Sauerstoffschnitt durch das Absinkgebiet des Nordatlantischen Tiefenwassers 
von der Südspitze Grönlands zur Nordostkante der Neufundlandbank. 
zu unterscheiden sind, die von Wassermassen verschiedener Herkunft erfüllt 
werden: zu unterst dicht über dem Boden das „Antarktische Bodenwasser“, 
darüber als weitaus mächtigste Schicht das „Nordatlantische Tiefenwasser“ und 
schließlich darüber das „Antarktische Zwischenwasser“, Wie die Namen besagen, 
leitet sich die mittlere Schicht aus dem hohen Norden her, die beiden anderen 
aus der Antarktis, Aus diesen Gegenden, in denen das Wasser mit der Atmo- 
sphäre im Gleichgewicht ist, bezieht das Tiefenwasser demnach auch seinen 
Sauerstoffgehalt. Entsprechend den niederen Temperaturen des Oberflächen- 
wassers in den hohen Breiten besitzt das Wasser beim Absinken einen sehr hohen 
Sauerstoffgehalt, 
Über die Bildungsstätten. des Nordatlantischen Tiefenwassers herrschte bis 
vor kurzem noch Ungewißheit. Zwar hatte Nansen schon 1912 die Vermutung 
1) H. Wattenberg, Die Durchlüftung des Atlantischen Ozeans, J, d. Conseil, Bd. IV, S. 68 
'1929). — 2) H. R. Seiwell, The minimum oxygen concentration in the western basin of the North 
At’antie, Pap. Phys. Oceanogr. Woods Hole Oceanogr. Inst. Bd. V, Nr. 3 (1937), — H, U, Sverdrup, 
On the explanation of the oxygen minima and maxima in the ocean. J.d. Conseil, Bd. XII, 8. 163 (1938). 
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