250 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1939,
durch hauptsächlich die Wassermassen, die — um diese Jahreszeit — die Wurzel
des äquatorialen Gegenstromes ausmachen. Daß der Mindanao-Strom mit S- bis
3SW-Richtung tatsächlich in allen Monaten mit großer Stärke vorhanden ist,
lehrt auch der oben S, 248 (Fußnote 1) genannte holländische Atlas; auf ihm
und einigem weiteren Material beruht die nachstehende Zusammenstellung.
Ostküste Mindanaos, Höhe von Kap Agustin (6° 16’ N-Br., 126° 12 O-Lg.),
Stromrichtung immer 5SW.
Monat
Mittlere |
Versetzung‘
Anzahl
der Beob-
agchtungen
Maximum
Monat
Mittlere Anzahl
Versetzung A Teak
Maximum
Januar . %4 Sm
Februar 15
März... 36
MaM| 33 ;
Mai... 39 80
Jan. SR ] N O0
Wenn der Mindanao-Strom auf etwa 7° N-Br. durch eine im Osten liegende
Koralleninsel-Gruppe ähnlich wie der Florida-Strom durch die Bahama-Bänke
auf 45 bis 50 Sm Frontbreite eingeengt wäre, so würde zweifellos seine durch-
schnittliche Oberfächengeschwindigkeit der des Florida-Stromes nahekommen,
indem die von Nordosten herandrängenden Wassermassen wie in einem Schlauch
zusammengefaßt sein würden‘). Nur kleinere Teile des Mindanao-Stromes treten
in die nördliche Celebes-See über, zumal im südlichen Teile der Celebes-See ent-
lang der Minahassa (Celebes} die Bewegung nach NO und O gerichtet ist. Es
nimmt vielmehr der Mindanao-Strom unter energischer Linksdrehung in der Haupt-
sache einen auch durch Stromversetzungen bei den Talaud-Inseln und weiter
nördlich belegten Ausweg nach Ost und NO, Eine Strömung aus der Molukken-
See westlich von Halmahera zieht in gleicher Richtung zum Ozean hinaus. Auf
diese Weise setzt sich unter 127° bis 128° O-Lg. die Oststrämung aus zwei Ästen
zusammen und wir erhalten unter 130° O.Lg. eine Breite der hier von NW und
von SW sich zusammenschließenden Wurzel des
Gegenstromes zwischen 7° und 2° N-Br. von rund 800 Sm. Offensichtlich
liefert das rein nordhemisphärische Wasser des Nordäquatorialstromes in dieser
Jahreszeit den größeren Anteil, Die Konvergenzlinie zwischen dem Nordäquatorial-
strom und dem Gegenstrom liegt auf ungefähr 6° bis 7° N-Br, Beide Strömungen
gehen hier mit linksdrehenden Wassermassen Wirbel miteinander ein, Unter
135° bis 136° O-Lg, ist ein neutrales Gebiet anzunehmen; 80 hatte z. B. D. „Friderun“
im Februar 1933 im Südosten von Palau zwischen 5° 30' N-Br. 137° 34’ O-Lg.
und 8° 3’ N-Br. 135° 42’ O-Lg., also für eine Mitternachtsposition bei rund 7° N-Br.
136,5° O-Lg. nur eine Versetzung von Süd 1 Sm, und dies trotz NO-Passat Stärke 4
bis 5, Übrigens muß man nahe bei allen größeren Inseln, wie Palau, Jap, Guam,
Ponape, u. a, starke Abweichungen von der allgemeinen Strömung erwarten.
Die Segelanweisungen weisen hierauf und besonders auf die durch die Inseln
meist verursachte Beschleunigung der Bewegung hin,
Man kann innerhalb der hier behandelten Strecken zwei Teile des Gegenstromes
unterscheiden, Der erste, westliche Teil reicht bis 140° O-Lg.; breit wie zu Anfang,
biegt der Strom südlich vom Stromstrich mit abnehmender geographischer Breite
deutlich nach SO und S ab, und zwar in einer förmlichen Kehrtwendung sofort
da, wo er östlich von Halmahera und Morotai zum offenen Stillen Ozean hinaus-
gelangt: damit haben wir die Südversetzungen in der Djilolo-Straße und bei
Waigeo, die s, Zt. den nach Norden bestimmten Seglern während des NE-Monsuns
soviel zu schaffen machten. Versetzuhgen um 40 Sm/Etmal sind auf der ersten
Strecke häufig, in Einzelfällen steigen sie bis 60 Sm. Das Abkurven nach SO
und S bis in die Nähe des Äquators wird durch viele Windstillen und schwache
Ä
! Bekanntlich verläuft in mır 45 bis 50 Sm Abstand von der Ostküste Mindanaos die sogenannte
Mindanao-Tiefseerinne mit Tiefen von > 5000 und > 10000 m der Küste parallel. Es ist anzunehmen,
laß die starke Strömung bei den Drahtlotungen S, M, S. „Planet“ und Dei den Serienmessungen der
niederländischen „Snellius“- Expedition ia diesen gewaltigen Tiefen yewisse Schwierigkeiten bereitet hat.