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Full text: 67, 1939

Schott, G.: Die Aquatorialen Strömungen des westlichen Süllen Ozeans, 
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Die äquatorialen Strömungen des westlichen Stillen Ozeans. 
Von Gerhard Schott, Hamburg: 
(Hierzu Tafeln 26 und 27.) 
Wie die beigegebenen vier Karten, auf denen das ganze Gewicht der Arbeit 
ruht, erkennen lassen, erstreckt sich die Untersuchung auf die Gewässer, die 
zwischen 15° N-Br. und 5° S-Br. sowie zwischen 125° und 160° O-Lg. liegen, Von 
Landflächen ragen im Nordwesten Teile der Philippinen, insbesondere die Ost- 
küste Mindanaos und weiter nördlich davon die Inseln an der viel befahrenen 
San Bernardino-Straße herein, im Norden liegt Guam, im Osten tritt noch die 
hohe Karolinen-Insel Ponape auf, Die Südgrenze bilden Teile des Bismarck- 
Archipels sowie die Nordküste Neu-Guineas, Die Molukken und Halmahera (Djilolo} 
mit den angrenzenden Gewässern schließen die Umrahmung im Südwesten, Inner- 
halb des Gebietes sind noch die Palau-Gruppe und Jap für die Darstellung 
wichtig. Der Fächeninhalt des untersuchten Gebietes ist übrigens beträchtlich 
größer als der des Mittelmeeres und Schwarzen Meeres. 
Heute liegen die Gewässer — leider — fast ganz außerhalb des Gesichts- 
kreises unserer Seeschiffahrt, Nach dem Weltkrieg haben mehrere Jahre hin- 
durch die zwei Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Friderun“ und „Bremerhaven“ 
eine regelmäßige Verbindung zwischen Hongkong, dem Bismarck-Archipel und 
Sydney unterhalten; heute verkehrt nur noch „Friderun“ in etwa sechswöchigem 
Abstand zwischen Hongkong und dem Bismarck-Archipel, weil die australische 
Regierung die weitere Fahrt vom Bismarck-Archipel bis Sydney als fremde 
Schiffahrt zwischen australischen Gebieten (!) unterbunden hat. Wenn gleichwohl 
eine bis in Einzelheiten gehende deutsche Beschreibung der überaus merkwürdigen 
Öberflächenströmungen dieser Meeresgegend gegeben werden konnte, so war das 
nur möglich an Hand des reichen deutschen Beobachtungsmateriales der Vor- 
kriegs-Segelschiffahrt. Es wurde den 12 Originalkarten von C. Puls!) ent- 
nommen, die in demselben Maßstab wie die hier beigegebenen zwei Kartentafeln 
gezeichnet sind und auf der Deutschen Seewarte aufbewahrt werden, Ein Ver- 
gleich der zwölf bei C. Puls gedruckten Strömungskarten, von denen acht be- 
sonders klein sind, mit den Pulsschen Arbeitskarten hatte mir schon vor Jahren 
gezeigt, daß, zumal im Hinblick auf die neueren theoretischen Anschauungen, in 
ozeanographischer Hinsicht erheblich mehr aus den Beobachtungen abgelesen 
werden kann als es vor 44 Jahren Puls möglich war, so verdienstlich seine erste 
Arbeit war, Gerade der Umstand, daß seine mit Kritik genau eingetragenen 
Versetzungen einer neuen Bearbeitung des westlichen Teiles voll genügten, spricht 
für die Güte seiner Untersuchung. Zum Vorteil wurde für Puls’ Arbeit s, Zt, 
die Tatsache, daß es eben Versetzungen der Segelschiffe waren, die im allgemeinen 
kleinere oder nur mäßige Entfernungen zurücklegen, Man kann daher annehmen, 
daß die in einem Etmal beobachtete Versetzung meistens auch der tatsächlichen 
„mittleren“ Strömung entsprochen hat, was natürlich bzi schnellfahrenden Kraft- 
schiffen durchaus nicht immer der Fall ist. In diesem Umstand größtenteils 
liegt auch die Berechtigung dafür, daß in der heute vorgelegten neuen Arbeit 
ron dem nach Eingradfeldern geordneten und eingetragenen Material ausgegangen 
wurde. Die unsicheren Stromberechnungen aus einem beträchtlich über 24 Stunden 
hingusgehenden Zeitraum konnte ich fast immer entbehren, 
Kartographisch beschritt ich insofern einen von Puls abweichenden Weg, 
als ich die Beobachtungen von je vier Monaten auf einem Blatte vereinigte und 
nur durch Farbe unterschied, Für den Nordwinter sind die Versetzungen aus 
Dezember, Januar, Februar und März zusammengestellt (Tafel 26}, für den 
Nordsommer in entsprechender Weise die Versetzungen aus Juni, Juli, August, 
September (Tafel 27), Auf den gesperrt gesetzten je zwei Monaten liegt das 
Hauptgewicht, zumal sie das zahlreichste Material beisteuerten. Man kann bei 
einer Spezialuntersuchung fachliche Bedenken zu diesem Verfahren äußern; aber 
wer das Ergebnis in den Karten genau prüft, wird wohl auch die Anschauung 
1X} Oberflächentemperaturen und Sen des Äquatorialgürtels des Stillen Ozeans. 
Aus dem Archir der Seewarte, Band 18, Hamburg 1895,
	        
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