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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1939, 
Die in den Figuren 1a bis 4a dargestellten Kurvenbilder sagen aus, daß bei 
allen vier Stationen im allgemeinen vom Winter bis zum Sommer hin der Salz- 
gehalt in allen Schichten abnimmt und bis Anfang des darauffolgenden Winters 
wieder ansteigt. Auffällig hierbei ist, daß die Jahresgänge der Mittel- und Boden- 
schicht einander parallel verlaufen und derjenige der Oberfläche sich merklich 
von denen der Tiefenhorizonte unterscheidet, Zu Anfang des Jahres bis zum 
Frühsommer Mai/Juni nimmt der Salzgehalt in allen Tiefen ab. Von hier ab 
steigt unter geringen Schwankungen nur der Salzgehalt in der Überflächenschicht 
wieder an, während derjenige der Tiefenschichten entweder noch weiter fällt 
oder einen konstanten Wert erreicht, Die Salzgehaltszunahme findet in den 
Tiefenschichten erst gegen Ende Oktober statt. Von hier ab laufen dann alle 
drei Kurven wieder annähernd parallel. Besondere Aufmerksamkeit verlangt die 
Ausbildung der halinen Schichtung in den Frühjahrsmonaten. Diese ist 
noch viel ausgeprägter als die entsprechende zu gleicher Jahreszeit auftretende 
thermische Schichtung, Sie ist außerdem bei den einzelnen Terminstationen: ver- 
schieden mächtig. Vom Januar ab nimmt die Schichtung sehr schnell zu, d.h. 
große Salzgehaltsgradienten, besonders zwischen dem Öberflächenwasserkörper 
and dem Tiefenwasserkörper, entstehen, Als Tiefenwasserkörper ist hier die 
Unterschicht, die aus der 6ben definierten Mittel- und Bodenschicht zusammen 
gebildet wird, gemeint. Der jährliche Verlauf der Tiefensalzgehaltsverhältnisse 
zeigt nämlich, daß keine großen Salzgehaltsunterschiede zwischen der Mittel- und 
Bodenwasserschicht bestehen. Die Ausbildung der halinen Schichtung hat bei 
allen Terminstationen ibren Höhepunkt in den Monaten Mai/Juni, Auffällig ist 
wieder, daß die Schichtung im Westen (Stat. IIa) und Osten (Stat. IV) von Helgo- 
land am stärksten ausgebildet ist, weniger stark im Süden bei Hog Stean und 
am geringsten im Norden bei Sellebrunn. Bei den Stat. IIa und IV treten damit. 
auch die größten Salzgehaltsgradienten zwischen der Oberfläche und der Unter- 
schicht auf, Am kleinsten sind sie entsprechend bei Sellebrunn (Stat, IIJ). 
Während die Schichtung nach Ablauf des Winters durch den Einfluß des Früh- 
jahrshochwassers in den Flußmündungsgebieten fast ruckartig einsetzt, klingt sie 
nach Erreichung ihrer maximalen Ausbildung bei Sommersanfang bis zum Herbst 
ganz allmählich aus. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist auch die 
Tatsache, daß die thermische Schichtung bei allen Terminstationen zweifellos im 
Hochsommer fast vollkommen vorüber ist, während die entsprechende haline 
Schichtung gerade beginnt, in ihrer maximalen Stärke abzuklingen. Eine sehr 
geringe Schichtung, die aber keinen Vergleich zu derjenigen im Frühjahr aus- 
hält, bleibt auch trotz weitgehender Durchmischung zu dieser Jahreszeit den 
Winter über noch bestehen. Der mehr oder weniger starke Gegensatz zwischen 
dem salzreicheren und damit schwereren Wasser der westlichen Deutschen Bucht 
und dem salzärmeren und damit leichteren Küstenwasser wird das ganze Jahr 
über erhalten. Nur im Norden von Helgoland bei Sellebrunn (Stat. III) scheint 
zur Winterjahreszeit fast Homohalinität und entsprechende Homothermie zu 
herrschen. Es kann daher nicht immer wieder genug auf den fundamentalen 
jahreszeitlich bedingten Gegensatz im Vertikalaufbau der inneren Deutschen 
Bucht bei Untersuchungen mittlerer hydrographischer Verhältnisse aufmerksam 
gemacht werden: . 
Stark ausgeprägte hydrographische Unterschiede zwischen dem 
Oberflächen- und Tiefenwasserkörper im Frühjahr und ein allmäh- 
licher hydrographischer Übergang zwischen beiden ohne vollkommene 
Vermischung im Winter. Weiterhin soll aber nochmals betont werden, daß 
haline Sehichtung im einzelnen bei bestimmten Wetterlagen eben zu allen Jahres- 
zeiten mehr oder weniger stark ausgeprägt sein kann, 
Zum Schluß der vorliegenden Abhandlung wird noch auf die Figuren 6a bis d 
auf S, 233 aufmerksam gemacht, Sie vereinigen im einzelnen die Salzgehalts- 
jahresgänge der Helgoländer Terminstationen zusammen für bestimmte Wasser 
schichten. Die Figur 6a gibt die Oberflächenverhältnisse wieder. Der fast 
gleichsinnige wellenförmige Verlauf der vier Jahreskurven des Oberflächensalz- 
gehaltes bleibt immer noch bemerkenswert. Die Salzgehaltsunterschiede zwischen
	        
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