Goedecke, E.: Beitrag zur Hydrographie der Helgoland umgebenden Gewässer, 231
7. Der Salzgehaltsjahresgang des Tiefen- und Bodenwassers.
In der Tabelle 5 sind die Monatssalzgehaltsmittel der Helgoländer Termin-
stationen auch für Zwischenwasserschicht (10, 15 u, 20 m) und Bodenwasserschicht
(22 bis 44 m) wiedergegeben. Auf den ersten Blick ist festzustellen, daß die
Eintrittszeiten der Salzgehaltsextreme in den beiden Tiefenschichten
bei allen Stationen verschieden sind. Das Maximum der Zwischenschicht
wird bei allen Stationen zur Winterjahreszeit im Januar und außerdem bei
Stat, IIa im März, dasjenige der Bodenschicht bei Stat, I und III im Januar und
bei Stat, IIa und IV erst im März/April erreicht. Der Minimalwert der Mittel-
schicht tritt bei Stat, I und III schon im Februar und bei Stat, IV und IIa im
Juni bzw. Oktober ein, derjenige der Bodenschicht bei allen Stationen zu gleicher
Zeit im Oktober, Wir sehen also, daß der Salzgehaltsjahresgang in den Tiefen-
wasserschichten anders verläuft als der entsprechende im Oberflächenwasser,
In der Tabelle 7 sind der besseren Übersicht wegen noch einmal die Jahres- und
Extremsalzgehalte der Tiefen-
wasserschichten sowie ihre jähr- Die mittleren Jah belle 0 Halte der Mittel
. j € eren Jahres- un X{remsalz; =
Don U Amplituden zusammen- Bodenschicht und ihre jährlichen Amplituden bei den Terran
gela t worden, stationen auf Grund des zehniährigen Mittels 1927 bis 1936,
Die Maximalsalzgehalte — bi
der beiden Tiefenwasserschichten A, Mittelschicht,
bewegen sich, abgesehen von IN FAN
geringen Unterschieilen, größen- 1.10 m) |Ie (20m) | 111 (10m) | IV (15m)
ordnungsgemäß um den Mittel- 33.44 33.3 | 33,32% 9 | 33.36% 0
wert 331%. Durch die Mittel- 31.42 32.03 31,59 31.83
bildung kann es vorkommen, daß 202 1m | 1.73 158
in einigen wenigen Fällen der ER Tan Ta
Tiefensalzgehaltsmittelwert etwas ELSE ES 152
kleiner ist als das zugehörige B. Bodenschicht,
Oberflächenmittel, Die Minimal- __ 4
tiefensalzgehalte dagegen Station x Sim [1a (44m) | 11E(22m) ]1V (82m)
sind erwartungsgemäß sämtlich Maximum .... 33.45 33.65 33.32% 09 | 33.2709
größer als die korrespondieren- Minimum...,. 32.17 32.35 31.86 | 32.13
den Oberflächenwerte, Sie neh- Amplituded= 1.26 1.28 148 © 114
men mit größerer Tiefe zu. Das Jahr.........1 32.73 | 32.98 | 32.56 32.75 |
hat wiederum zur Folge, daß “ ———m— m —
die Jahresamplituden des Salzgehaltsganges bei allen Terminstationen
mit zunehmender Tiefe kleiner werden. Im Gegensatz zu den oben be-
handelten Temperaturverhältnissen bestehen zwischen allen drei Wasserschichten
merkliche Salzgehaltsunterschiede im jährlichen Salzgehaltsverlauf.,
Genau 80 werden die Jahressalzgehalte mit zunehmender Tiefe größer.
Die höchsten jährlichen Salzgehalte werden im Westen von Helgoland (siehe
Stat. IIa) erreicht und die kleinsten bei der im Norden der Insel gelegenen Stat. III.
Auffallend in diesem Zusammenhang ist immer noch der große Jahresmittelwert
in beiden Tiefenschichten auf der östlichen Stat. IV.
8. Der Jahresgang des Salzgehaltes bei den einzelnen Stationen,
In den Figuren 1a bis 4a auf S. 227 sind die Jahreskurven auf Grund
der zehnjährigen Salzgehaltshalbmonatsmittel der Helgoländer Terminstationen
wiedergegeben, Im Gegensatz zu der gleichmäßigen Anordnung des jährlichen
Temperaturverlaufes ist das Bild des entsprechenden Salzgehaltsjahresganges
bedeutend unruhiger. Die wellenförmige Ausbildung der Jahreskurven in den
einzelnen Wasserschichten beruht wahrscheinlich darauf, daß das Salzgehalts-
beobachtungsmaterial von 10 Jahren für eine zusammenfassende Untersuchung
der mittleren hydrographischen Verhältnisse bei Helgoland noch zu inhomogen
ist, um durch das übliche Verfahren der einfachen Mittelbildung ausgeglichene
mittlere Jahreskurven zu erhalten. Nicht so sehr die unperiodischen Schwankungen
der Temperatur als vielmehr diejenigen des Salzgehaltes während eines Jahres
erschweren immer wieder eine Untersuchung der mittleren hydrographischen
Verhältnisse bestimmter Gebiete der Deutschen Bucht.
Station
Maximum ....)
Minimum. .,..
Amplitude A ==
Jahr.........