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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1939,
Gegenüber diesen auf 45 m bzw. 30 m Wassertiefe liegenden Stationen zeigen Stat, I
(südlich von Helgoland) und Stat. III (nördlich von Helgoland) bedeutend kleinere
Temperaturunterschiede zwischen den Oberflächen- und Tiefenwasserschichten.,
Diese auf kleineren Wassertiefen gelegenen Punkte weisen daher auch eine
schnellere Erwärmung der unteren Wasserschichten im Frühjahr auf als die im
Westen oder Osten von Helgoland liegenden Stationen. Diese schnellere Erwär-
mung im Süden und Norden wird außerdem noch durch stärkere Durchmischung
der verschieden erwärmten Wasserschichten übereinander gefördert, Weiterhin
zeichnet sich der Vertikalaufbau der Wasserschichten im Norden und Süden der
Insel durch mehr oder weniger beständige Einheitlichkeit aus, was die Durch-
mischung und die damit verbundene schnellere Erwärmung der Mittel- und Boden-
schichten begünstigt, Im Gebiet westlich und östlich von Helgoland liegen die
Verhältnisse anders, Der hydrographische Vertikalaufbau bei Stat. IIa und Stat, IV
zeichnet sich hier durch mehr oder weniger starke thermische und auch, wie wir
noch später sehen werden, haline Schichtung aus, Diese wird dadurch hervor-
gerufen, daß sich zwei hydrographisch verschiedenartige Wasserkörper über-
lagern. Schichtung verhindert immer eine tiefgreifende Durchmischung der
schneller erwärmten Oberschicht mit den darunterliegenden kälteren Wasserarten
anderen Ursprungs, Dadurch wird es verständlich, daß die Temperaturkurven
der Oberschicht dieser Gebiete in den Figuren 2b und 4b weit oberhalb der-
jenigen der Tiefenwasserschichten liegen. Im Westen wird die Schichtung im
Jahresverlauf der Mitteltemperatur vorwiegend durch das Eindringen und die
Unterlagerung kälteren und salzreicheren Wassers der westlichen Deutschen Bucht
hervorgerufen, Dagegen wird sie im Osten von Helgoland vorwiegend durch das
Abfließen und die Überlagerung von in Küstennähe schnell erwärmtem und
salzärmerem Wasser der friesischen Inselregion, besonders der Elbe-Weserfluß-
mündungsgebiete, gebildet, Diese beiden Faktoren, der stärkere Ein-
strom aus der westlichen Deutschen Bucht in der Tiefe und der
maximale Abfluß des Küstenwassers in die Deutsche Bucht an der
Oberfläche bewirken während der Zeit vom Frühjahr bis zum Hoch-
sommer die Ausgestaltung einer thermischen und halinen Schich-
tung. Wenn man von den küstennahen und Flußmündungsgebieten absieht, tritt
eine derartige durch Überlagerung zweier verschiedenartiger Wasserkörper ge-
bildete Schichtung nur zu dieser Jahreszeit auf und im besonderen Maße nur
bei der westlichen und östlichen Station von Helgoland. Das Auftreten einer
Schichtung bei der Nord- und Süd-Terminstation ist eben seltener zu beobachten.
Die nördliche Station bei Sellebrunn und die südliche bei Hog Stean liegen in
dem Übergangsgebiet, der sogenannten Konvergenzzone der beiden Wasserkörper,
Zorell erkannte, daß das Auftreten einer thermo-halinen Schichtung bei den
Helgoländer Terminstationen im Frühjahr auch noch von der Lage der Konver-
genz zu diesen Stationen abhängt. Da diese Konvergenz im Gebiet der Helgo-
länder Bucht nicht nur jahreszeitlich, sondern nach neueren Untersuchungen auch
täglich stark hin und her wandert, kann es vorkommen, daß an dem betreffenden
Beobachtungstermin im Frühjahr keine oder eine sehr starke thermo-haline
Schichtung entweder bei allen oder nur bei einigen Stationen des Helgoländer
Untersuchungsgebietes festgestellt wird.
Die Figuren 1b und 4b zeigen weiter, daß in der Zeit von August bis
Dezember/März die Temperatur in allen Schichten abnimmt, die Tiefentempe-
raturen im Mittel etwas höher liegen als die entsprechenden Oberflächentempe-
raturen. Im großen und ganzen tritt während dieser Zeitspanne keine nennenswerte
Schichtung auf, Im einzelnen kann es aber doch vorkommen, daß auch in den
Herbst- und Wintermonaten, wie Zorell schon zeigte, Schichtung festgestellt
wird. Durch den Einfluß besonderer Wetterlagen auf den jeweiligen
hydrographischen Vertikalzustand des Konvergenzgebietes kommt e8
vor, daß zu allen Jahreszeiten Homothermie und Homohalinität
oder thermo-haline Schichtung auftreten kann, Bei Untersuchung der
Einzelfälle des Vertikalaufbaus der Helgoländer Terminstationen ist Zorell zu
der richtigen Erkenntnis gelangt, daß die Schichtung kein jahreszeitlich