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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1939,
Das außerordentlich niedrige Wasser am 24, XI. 1938 kann so verstanden
werden: Die Ostsee muß kalendermäßig am 23. XL einen ausgeprägt niedrigen
Wasserstand nach einem vorangegangenen hohen aufweisen. Man kann sogar durch
einen Vergleich zwischen den Kurven der Abb, 2 (Tafel 24) und Abb. 3 {S, 223]
eine weitgehende Übereinstimmung im Charakter der langjährigen Wasserstands-
änderung und der einmaligen im November 1988 feststellen. Daß aber das
programmäßige Niedrigwasser diesmal zu einem derart tiefen Wasserstand geführt
hat, ist der Wetterlage zu verdanken, die dieser Gesetzmäßigkeit nicht entgegen.
yearbeitet hat, sondern sie unterstützte,
Schrifttum,
ij. Model, Fr: Der neue Schreibpegel in Arkona. Zieschft. f, Geophys, Heft 1/2, 1939,
Z. Richter, G.: Singularitäten in der N in einzelnen 5°: 10° Feldern, Veröff, d.
Geophysik, Inst. d. Univ. Leipzig, 2. Ser., Bd. IX, Heit 4. 1938,
Beitrag zur Hydrographie der Helgoland umgebenden Gewässer.
Die mittleren hydrographischen Verhältnisse bei den Helgoländer
Terminstationen,
Von Erich Goedeeke, Hamburg,
(Hierzu Tabellentafel 25 mit Tabellen 1, 4 und 5.)
Zusammenfassung : Im zweiten Teil des Beitrages zur Hydrographie der Helgoland umgebenden
Gewässer werden die Ergebnisse einer Untersuchung der mittleren hydrographischen Verhältnisse bei
den sogenannten „Helyoländer Terminstationen“ wiedergegeben, oe wird der Jahresgang der
mittleren Temperatur- und Salzgohalteverteilung im Öbertlächen- und Tiefenwasser bei den einzelnen
Stationen behandelt, Im besonderen wird auf das Vorhaudensein einer thermo-halinen Schichtung
im hydrographischen Vertikalaufbau dieser festen Beobachtungspunkte um Helgoland vor allem im
Frühjahr in Beziehung zu den Verändernngen der Lage der Konvergenz der Deutschen Bucht auf-
merksam gemacht, Als wichtiges Gesamtergebnis dieser Untersuchung ist die Tatsache anzusehen,
Iaß auf Grund der vorliegenden Abhandlung im Gegensatz zu der Reichardschen Bearbeitung
erhebliche Unterschiede im Jahresverlauf der mittleren hydrographischen Verhältnisse sowohl an der
Oberfläche als auch in der Tiefe beim Vergleich der einzelnen Terminstationen untereinander auf-
‚reiten können,
1. Einleitung.
Die Untersuchung der hydrographischen Verhältnisse an festen Stationen um
Helgoland, an den sogenannten „Terminstationen“, ist durch Reichard (siehe
Wiss, Meeresunt, N, F. 10, Bd., Abt. Helgoland, Kiel 1913 auf S. 20 u. f.) zum ersten-
mal gegen Ende des Jahres 1903 in Angriff genommen worden, Die Beobachtungen
[ür Temperatur und Salzgehalt wurden halbmonatlich ausgeführt, und zwar zuerst
an drei, gegen Ende des Jahres 1906 an vier und seit 1935 an sechs Punkten,
Die Bearbeitung dieser hydrographischen Beobachtungen durch Reichard um-
faßt die Periode 1903 bis 1908, Die von ihm berechneten Temperatur- und Salz-
yehaltsmonatsmittel gelten für alle Terminstationen zusammengenommen. Schon
Reichard weist nachdrücklich darauf hin, daß zwischen den einzelnen Stationen
zroße hydrographische Unterschiede auftreten können, Daher wurde vom Ver-
fasser der Versuch unternommen, den Jahresgang von Temperatur und Salz-
zehalt bei den einzelnen Terminstationen auf Grund des zehnjährigen Beob-
achtungsmaterials 1927 bis 1936 festzustellen. Die Besprechung der daraus ab-
geleiteten Ergebnisse wird im folgenden in zusammenhängender und vergleichender
Weise wiedergegeben, so daß sofort die hydrographischen Unterschiede bei den
einzelnen Festpunkten ins Auge fallen, Außerdem werden sie mit den Ergebnissen
der Oberflächenuntersuchungen bei der Station Helgoland-Reede in Zusammen-
hang gebracht,
2, Der Temperatur- Jahresgang des Oberflächenwassers,
Die Temperaturmittel des ÖOberflächenwassers bei den einzelnen Termin-
stationen sind in der Tabelle 1 auf Tafel 25 als Halbmonatsmittelwerte auf-
zeführt, Durch diese Art der Mittelbildung wird eine straffere Zusammenfassung
der einzelnen durchschnittlich 15 Tage auseinanderliegenden Beobachtungsserien
zewährleistet, Für die im nächsten Abschnitt zu besprechenden Beobachtungs-
ergebnisse der Tiefenwasserschichten gilt das gleiche, Die Tabelle 1 zeigt, daß