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Full text: 67, 1939

Wasmund, E,: Erfahrungen mit Ankergrundproben. 
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zwei Jahren zweckmäßig, die in dieser Zeit gesammelten Erfahrungen zur Ver- 
fügung zu stellen, Es ist klar, daß die Kenntnis der Meeresböden nicht durch 
eine Nation allein vorwärtsgetrieben werden kann. Aus dem oben Gesagten geht 
hervor, daß einerseits in jedem Staat mit großem Seehandel Grundproben von 
den fernsten Küsten gewonnen werden können, daß aber für die eigentlichen 
Seegebiete im wesentlichen die Kriegsmarinen in Frage kommen, und hier wird 
ss für jede Nation bestimmte bevorzugte Flächen geben, nämlich die Übungs- 
seeräume ihrer Flotte, Wir teilen unsere Erfahrungen nicht nur mit, um anderen 
Lehrgeld zu ersparen, sondern auch, um den Bearbeiter von Ankergrundproben 
üöder den Benutzer darauf beruhender Angaben und Aufnahmen mit den Grund- 
jagen und Grenzen der Gewinnungsmethoden vertraut zu machen. 
In der deutschen Kriegsmarine haben sich vom Panzerschiff bis zum kleinsten 
Versuchsboot über 60 Fahrzeuge und Kommandos beteiligt. Von der Handels- 
marine haben sich folgende Reederein und Linien beteiligt: Hamburg-Amerika- 
Linie, Deutsche Levante-Reederei, Seekabelwerke Nordenham, Lübeeck-Linie, Laeiß- 
Reederei, Deutsche Walfang-Reederei, Deutsche Afrika-Linien, Reederei Grammers- 
torf, Darüber hinaus hat die Hanseatische Yachtschule des Deutschen Hochsee- 
sportverbandes zu der Sammlung von Ankergrundproben beigetragen. Sport- 
fahrzeuge ankern — im Gegensatz zu Fracht- und Passagierschiffen — öfter 
auf einer Reise, und kommen in entlegene Buchten und Fahrwasser, so daß sich 
die Ausdehnung der Gewinnung auf Jachten bewährt hat, 
Darüber hinaus war es möglich, einige besonders interessierte Kommandos 
und Schiffsführungen mit Bodengreifern auszurüsten; die Kommandanten und 
Kapitäne haben dann in See gelegentlich oder in von uns bezeichneten Gebieten 
gestoppt und Grundproben aus größerer Tiefe heraufgeholt, Diese Ergänzung 
der Ankergrundproben ist natürlich von größtem Wert, und in dieser Richtung 
liegt auch die Weiterentwicklung der organisierten Grundprobengewinnung. Als 
„Allwettergerät“ für diese Zwecke hat sich wegen seiner Stabilität und der 
Einfachheit der Bedienung ein vergrößertes Modell des Monaco-Greifers bewährt. 
Insgesamt sammelten wir in der Zeit von zwei Jahren mehrere tausend Stück 
Grundproben vom Strand und unter Wasser, in Küsten- und Hochseegebieten, 
einschließlich der von uns selbst an der Küste und in See an Bord von Kriegs- 
schiffen, Dampfern der Wasserbauverwaltungen und Fischerbooten genommenen 
Proben, Welch geringe Zahlen bisher in Frage kamen, geht daraus hervor, 
daß P. Trask sämtliche erreichbaren Meeresgrundproben aller Staaten seit dem 
vorigen Jahrhundert für seine Untersuchungen über Erdölmuttersubstanzen in 
heutigen Ablagerungen gesammelt und verarbeitet hat, es waren 2000 Stück. Die 
Verteilung der an uns bis 1, Juni 1938 von den genannten Stellen eingesandten 
Proben ist folgende: 580 Proben Ostsee, 200 Proben Nordsee, 160 Proben außer- 
heimische Gewässer, Trotz dieser großen Zahl ist erst ein Seegebiet in der west- 
lichen Ostsee genügend dicht mit Ankerproben besetzt, um kartographisch be- 
arbeitef zu werden. Daraus folgt, wie sehr viel Arbeit noch vor uns liegt, aber 
auch, daß die Wissenschaft der Kriegs- und Handelsmarine Dank für ihre Mit- 
arbeit schuldet, Nicht nur die Seefahrt wird Nutzen davon haben, wenn man 
auch nicht immer sofortigen und unmittelbaren Erfolg als Wertmesser wissen- 
schaftlicher Arbeit ansetzen darf. 
2, Ankertiefen, 
Aus dem oben Gesagten über die voraussichtlichen Ankerplätze der Kriegs- 
und Handelsschiffe ging schon hervor, daß die Methoden 8ystematischer Anker- 
grundprobengewinnung weitgehend abhängig von den Aufgaben dieser Fahrzeuge 
sind, und damit gewisse Gebiete weitgehend bevorzugt werden. Das drückt. sich 
auch in den auf S, 16 genannten Zahlen der Verteilung der Ankerstationen auf 
die Meere aus, die Östsee ist stärker vertreten als die Nordsee und die außer- 
heimischen Meere zusammen. Es bedarf nach diesen Erfahrungen sehr langer 
Jahre, bis auch entfernter liegende Seegebiete genügend Proben geliefert haben, 
um kartographisch verwertet zu werden, Dazu kommt eine Begrenzung, die nicht 
in der dienstlichen oder wirtschaftlichen Aufgabe der Fahrzeuge liegt, sondern 
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