Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1939.
Die Untersuchungsfahrten und Geräte,
Die Beobachtungen des Verfassers an den Sedimenten der südlichen Ostsee
gehen bis 1929 zurück, wo er vor der Samlandküste die Sedimente untersuchte,
Es folgten 1933 Fahrten in der Bornholmer Mulde und Danziger Bucht und ab
Sommer 1937 im Dienste der Deutschen Seewarte wiederholte Fahrten zu plan-
mäßigen Untersuchungen in der gesamten südlichen Ostsee, Es wurden die
Greifer von van Veen und Petersen sowie die Stoßröhre der Deutschen At-
lantischen Expedition in einem verbesserten Modell benutzt, Eine Verbesserung
war nötig, da die Beschaffung einer genügend großen Zahl von Glasröhren, die
völlig gerade waren und deren Durchmesser genau in die Stahl- und Messing-
röhren hineinpaßte, immer wieder Schwierigkeiten bereitete. Zu dünne Röhren
gingen zwar hinein, ergaben aber nur ganz kurze Proben, Die Glasröhren
wurden daher durch Zelluloidröhren ersetzt, die unzerbrechlich, etwas biegsam
und gleichmäßig diek sind. Sie haben sich ausgezeichnet bereits bei längerer
Erprobung bewährt. Der Preis ist der gleiche wie für Glasröhren, aber da der
Ausschuß fortfällt und sie nicht zerbrechen, sind sie im Gebrauch wesentlich
billiger. Ein weiterer Vorteil ist es, daß man die Wandstärken etwas geringer
als bei den Glasröhren nehmen kann, denn 2 mm genügen vollauf. Dadurch
nimmt die Probenmenge zu, Kine weitere Zunahme ist dadurch zu erreichen,
daß man die geschlitzte Messingröhre fortläßt und entsprechend weitere Zelluloid-
röhren verwendet (29 mm äußerer und 25 mm innerer Durchmesser gegenüber
20 mm innen bisher). Der Gewinn dieser Maßnahme, die die eigentliche Stoß-
röhre unverändert läßt und daher an jeder alten angewendet werden kann, be-
trägt ein Mehr an Probe von 25 %. Es kommt ferner hinzu, daß die Proben
auch länger werden.
Die einzige erforderliche Änderung ist das Ausdrehen des unteren Schneide-
schuhes von 20 mm auf 23 mm. Er wird nicht auf 25 mm gebracht, um die
Reibung des eindringenden Schlammzylinders in der Röhre zu verringern, wie
es die systematischen Versuche des Verfassers im Frischen Haff als zweckmäßig
erwiesen haben (Annal. d. Hydr. 1934 S. 137). Läßt man den Schuh mit 20 mm
Öffnung, so ist der Unterschied gegenüber der Röhre zu groß. Die Reibung ist
wohl gering, aber die Probe hält nicht darin und sackt außerdem in sich zu-
sammen oder es fallen zwischen Rohr und Probe Teilchen von oben nach unten,
30 daß unerwünschte Vermischungen und Verschiebungen stattfinden, Bei 2 mm
Unterschied zwischen der Schneide und der Röhre ist diese Gefahr nicht mehr
vorhanden,
Vergleichslotungen vor der pommerschen Küste im Schlickgebiet der Born-
holmer Mulde haben folgende Längenzunahmen durch die verringerte Reibung
ergeben:
{9
Schneide und Röhre gleich
Röhre 2—3 mm weiter
Zunahme
KA
2
3
4
5
Probenlänge 71 cm
a 40 3}
ar 50 n
# 38 ,
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53 om
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La
12 cm Ar
28 70
5. 10
45 118
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In allen fünf Vergleichslotungen war eine Zunahme der Länge zu verzeichnen,
lie im Durehschnitt 44 % betrug, also einen erheblichen Betrag ausmachte. Man
kann daher bei einer Vermehrung des Querschnitts um 25 % und dieser zusätz-
lichen Verlängerung von 40 %, von einer wesentlichen Verbesserung der Stoß-
röhre sprechen.
Außerdem kam, wohl zum ersten Male in europäischen Gewässern, das
Amerikanische Piggot-Lot zur Anwendung, das Proben bis zur Länge von 3 m
gestattet. Es wurde zunächst eine Versuchsreihe von 13 Lotungen damit durch“
zeführt, die bereits wesentliche, neue Ergebnisse über den etwas tieferen Unter-
zrund erbracht hat.