accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 67, 1939

Pratje, O.: Die Sedimentation in der südlichen Ostsee, 
71 1 
Voraussetzungen für die Sedimentation, 
Aus dieser kurz zusammengedrängten Entwicklungsgeschichte der Ostsee 
argeben sich folgende Voraussetzungen für die Sedimentation; 
In der Kieler Bucht können nur in örtlichen Senken geringere Mächtigkeiten 
des Beckentones erwartet werden. Die allgemeine Unterlage, der Geschiebemergel, 
wird große Verbreitung zeigen, In die kleine Becken konnten zwar dauernd 
aus der Umgebung Sinkstoffe eingeschwemmt werden, aber die Verbindung mit 
Jer eigentlichen Ostsee kann frühestens und nur beschränkt in der Aneyluszeit 
erfolgt sein. Die sichere, großräumige Verbindung und Überflutung trat erst 
nsch 5000 v. Chr. durch die Litorinasenkung ein. 
In der Mecklenburger Bucht liegen die Verhältnisse ähnlich, nur war 
die ursprüngliche, mit Schmelzwasser gefüllte Senke einheitlicher und größer, 
Die Darßer-Schwelle und die auf der Enge von Gjedser liegende Endmoräne 
sperrten das Gebiet bis zur Mitte der Ancyluszeit ab. Etwa 7500 v. Chr, erfolgte 
der erste Einbruch von Osten, Die flacheren Gebiete wurden aber erst nach 
5000 v.Chr. vom Meere überflutet, . 
Das Arkona-Becken ist in seinen tieferen Teilen mit etwas über 40 m 
Tiefe schon sehr früh nördlich um Bornholm herum mit der Bornholmer Mulde 
in Verbindung gewesen und konnte daher länger als die westlicheren Gebiete 
Gletschertrübe vom Eisrand empfangen. Auch das Yoldiameer lag in der gleichen 
Senke und erst der Aneylussee brachte eine erhebliche Vergrößerung der Fläche, 
auf der sich weitere Sedimente ablagern konnten. Rönnebank mit Adlergrund, 
DarBer-Schwelle und große Teile des Südufer verschwanden etwa 7500 v, Chr. 
und der restliche Teil geriet bald nach 5000 v. Chr, unter Wasser, 
In der Bornholmer Mulde waren die Möglichkeiten für den Absatz der Becken- 
tone noch günstiger, wenn auch Teile der Mittelbank und der Hoborgbank zeitweise 
als Inseln oder Untiefen die Verbindung nach Östen beeinträchtigt haben mögen, 
Zunächst waren nur die Tiefen über 60 m wassergefüllt und haben eine durch. 
gehende Sedimentation bis heute, Das Yoldiameer drang bereits etwas vor, doch 
die Stolpebank wurde erst um 7500 v. Chr, von der Küste getrennt und überflutet. 
Der restliche Streifen einschließlich der früheren Buchten der pommerschen Küste 
und der Oderbank ist wieder erst nach 5000 v.Chr. vom Meere erobert worden. 
Der Verlauf der Grenzlinien der Wasserbedeckung in der Danziger Mulde 
ist noch einigermaßen problematisch, weil es unsicher ist, wann die große Ein- 
muldung erfolgte. Immerhin weiß man aus einer Tiefbohrung auf Hela (Sam- 
sonowiez und Sandegren 1935), daß dieses Gebiet erst in der späteren Ancylus- 
zeit vom Meere erreicht wurde, also etwa um 7500 v. Chr. Die Litorinasenkung 
brachte dann das Meer in die ursprünglichen Haffbuchten hinein, während die 
Samlandküsten wohl noch weiter seewärts gelegen haben, In eine Tabelle ge- 
bracht, sieht das wie folgt aus: 
Wasserbedeckung und Sedimentationsmöglichkeit. 
Eisseezeit | Yoldiazeit ) Ancoyluszeit Litorinazeit 
„vor 8700 v. Chr. | — 7800 v.Chr.| — 5000 v. Chr. — heute 
Kieler Bucht ...... ' kleinere een | kleine Biunen- ' begrenzte Senke im das heutige Gebiet, 
ohne Verbind.! seen Osten, dazu die 
nach Osten bisherigen Seen 
der tiefere Teil [der tiefere Teil vergrößerte Fläche 
als Örtlicher als Binnensee und Verbindung 
See __ nach Osten 
die heutigen Tie- | die heutigen Tie- Überflutung der 
fen über 40m fen über 40m Rönnebank und d, 
_ Darßer-Schwelle 
Jie heutigen Tie- | die heutigen Tie- | die heutigen Tiefen 
fen über 60 bis, fen äber 50 bis über 20 m, Über- 
70 m 50 m *  Hutungder Stolpe- 
. Dank 
sermutlich bis |die heutigen Tie- | die heutigen Tiefen 
etwa 55° N fen über 80m. über 60 m und 
unter Heels
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.