Pratje, O.: Die Sedimentation in der südlichen Ostsee,
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Voraussetzungen für die Sedimentation,
Aus dieser kurz zusammengedrängten Entwicklungsgeschichte der Ostsee
argeben sich folgende Voraussetzungen für die Sedimentation;
In der Kieler Bucht können nur in örtlichen Senken geringere Mächtigkeiten
des Beckentones erwartet werden. Die allgemeine Unterlage, der Geschiebemergel,
wird große Verbreitung zeigen, In die kleine Becken konnten zwar dauernd
aus der Umgebung Sinkstoffe eingeschwemmt werden, aber die Verbindung mit
Jer eigentlichen Ostsee kann frühestens und nur beschränkt in der Aneyluszeit
erfolgt sein. Die sichere, großräumige Verbindung und Überflutung trat erst
nsch 5000 v. Chr. durch die Litorinasenkung ein.
In der Mecklenburger Bucht liegen die Verhältnisse ähnlich, nur war
die ursprüngliche, mit Schmelzwasser gefüllte Senke einheitlicher und größer,
Die Darßer-Schwelle und die auf der Enge von Gjedser liegende Endmoräne
sperrten das Gebiet bis zur Mitte der Ancyluszeit ab. Etwa 7500 v. Chr, erfolgte
der erste Einbruch von Osten, Die flacheren Gebiete wurden aber erst nach
5000 v.Chr. vom Meere überflutet, .
Das Arkona-Becken ist in seinen tieferen Teilen mit etwas über 40 m
Tiefe schon sehr früh nördlich um Bornholm herum mit der Bornholmer Mulde
in Verbindung gewesen und konnte daher länger als die westlicheren Gebiete
Gletschertrübe vom Eisrand empfangen. Auch das Yoldiameer lag in der gleichen
Senke und erst der Aneylussee brachte eine erhebliche Vergrößerung der Fläche,
auf der sich weitere Sedimente ablagern konnten. Rönnebank mit Adlergrund,
DarBer-Schwelle und große Teile des Südufer verschwanden etwa 7500 v, Chr.
und der restliche Teil geriet bald nach 5000 v. Chr, unter Wasser,
In der Bornholmer Mulde waren die Möglichkeiten für den Absatz der Becken-
tone noch günstiger, wenn auch Teile der Mittelbank und der Hoborgbank zeitweise
als Inseln oder Untiefen die Verbindung nach Östen beeinträchtigt haben mögen,
Zunächst waren nur die Tiefen über 60 m wassergefüllt und haben eine durch.
gehende Sedimentation bis heute, Das Yoldiameer drang bereits etwas vor, doch
die Stolpebank wurde erst um 7500 v. Chr, von der Küste getrennt und überflutet.
Der restliche Streifen einschließlich der früheren Buchten der pommerschen Küste
und der Oderbank ist wieder erst nach 5000 v.Chr. vom Meere erobert worden.
Der Verlauf der Grenzlinien der Wasserbedeckung in der Danziger Mulde
ist noch einigermaßen problematisch, weil es unsicher ist, wann die große Ein-
muldung erfolgte. Immerhin weiß man aus einer Tiefbohrung auf Hela (Sam-
sonowiez und Sandegren 1935), daß dieses Gebiet erst in der späteren Ancylus-
zeit vom Meere erreicht wurde, also etwa um 7500 v. Chr. Die Litorinasenkung
brachte dann das Meer in die ursprünglichen Haffbuchten hinein, während die
Samlandküsten wohl noch weiter seewärts gelegen haben, In eine Tabelle ge-
bracht, sieht das wie folgt aus:
Wasserbedeckung und Sedimentationsmöglichkeit.
Eisseezeit | Yoldiazeit ) Ancoyluszeit Litorinazeit
„vor 8700 v. Chr. | — 7800 v.Chr.| — 5000 v. Chr. — heute
Kieler Bucht ...... ' kleinere een | kleine Biunen- ' begrenzte Senke im das heutige Gebiet,
ohne Verbind.! seen Osten, dazu die
nach Osten bisherigen Seen
der tiefere Teil [der tiefere Teil vergrößerte Fläche
als Örtlicher als Binnensee und Verbindung
See __ nach Osten
die heutigen Tie- | die heutigen Tie- Überflutung der
fen über 40m fen über 40m Rönnebank und d,
_ Darßer-Schwelle
Jie heutigen Tie- | die heutigen Tie- | die heutigen Tiefen
fen über 60 bis, fen äber 50 bis über 20 m, Über-
70 m 50 m * Hutungder Stolpe-
. Dank
sermutlich bis |die heutigen Tie- | die heutigen Tiefen
etwa 55° N fen über 80m. über 60 m und
unter Heels