Kleinere Mitteilungen,
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uns, der zuweilen die Sonne durchscheinen läßt. SW-Wind 5. t war auf 19°
gestiegen, ist aber wieder auf 17° gefallen, Das Gebirge liegt in seiner ganzen
Ausdehnung im Nebel. Nach W lagert er noch in den Tälern und verhindert
die Fernsicht, Ein ewiges Auf und Ab der herabhängenden Nebelschleier, die
in den Tälern hin und her ziehen,
{42: Gegen 13% wird es fast plötzlich hell, und der Nebel ist wie weggeblasen,
Wind SW, t 20°, Der Rücken des Gebirges im E ist in Wolken gehüllt, die
am Hang in ungleichmäßigen Tiefen lagern. Über uns einzelne und zu Haufen
geballte Wolkengebilde mit aufgelösten und in Auflösung begriffenen Rändern,
Unter diesen bewegungslos erscheinenden Wolken eilen, vom Winde getrieben,
durchsichtige Nebelschleier in S—N-Richtung mehr oder weniger dicht und in
ihrer Ausdehnung wechselnd. Im NW und W liegt Dunst, so daß die Ebene
nur ganz undeutlich erkennbar ist. Über ihr schweben einzelne hellglänzende
Wolkenballen, die zu einem Band angeordnet erscheinen und über der Längs-
ausdehnung der Mkata-Steppe lagern. Sie verdichten sich nach SW und gehen
im S in die gleichen Gebilde über, In der Perspektive schließt hier das Band
dicht gehäufter Wolken nach der Erde in scharf abgegrenzter Linie ab. Eine
Fernsicht unter diesem Bande hindurch besteht wegen des Dunstes nicht, Das
Mbakana-Tal selbst ist klar. Im N umhüllen dicht geballte, graue und silbern
zlänzende Haufenwolken das Gebirge, Gegen NW lösen sie sich in Gruppen,
Grüppchen und Einzelwolken auf. — 16%; Wind S5, Himmelsbedeckung 3,
Die Temperatur ist von 20° auf 16° gefallen. Der Gebirgsrücken ist in Wolken
gehüllt, die bis auf 1800 m mit stark gefransten Säumen herabreichen, Über
uns eine große wolkenlose Fläche, über welche feine Nebelschleier in S—N-Rich-
tung dahinziehen, Im N lagern einzelne Haufenwolken, die sich im NW in
kleine Gebilde ohne scharfe Ränder auflösen. Die Mkata-Ebene liegt vollständig
im Dunst. Über ihr schweben in Streifen geordnete Haufenwolken. Das gleiche
Bild auch im SW und S, in 15 km Entfernung sind die Vorberge nicht mehr
genau zu erkennen, Hoch über der Niederung lagern einzeln und zu breiten
Bändern geformte Haufenwolken mit glänzenden Rändern und Köpfen im Abend-
sonnenschein. — 18h: Wind 84 Himmelsbedeckung 3. t 14°. Die Wolken,
welche das Gebirge bisher verhüllt haben, sind verschwunden, Nur an den
Hängen lagern getrennte, zerfetzte Gebilde in den Schluchten, die bald durch-
scheinend dünn, bald dichter sind. Nach NE formen sie sich zu Massen zusammen,
Die über uns hinziehenden Nebelschleier sind zahlreicher und dichter geworden
und erscheinen, von der untergehenden Sonne beleuchtet, von der Seite gesehen
als Wolken. Im W und S Dunst in der Niederung. Die Wolken über der Mkata-
Ebene sind zu Massen gehäuft, Sonst das gleiche Bild wie um 16h —. 19%hn;
Sternklar, Nur über dem Lukwangule blitzen, vom Mond beleuchtet, schmale
weiße Wolkensäume und -köpfchen. An den Horizonten im NW, W und S lagern
Wolkenhbänke. Grass, Geh, Reg. Rat iR.
Bemerkung. Die unvermittelte und einschneidende Änderung im Wetterverlauf während des
Monata Mai 1937 [Übergang von der großen Regenzeit zur Trocken- („kalten“) Zeit], wie sie in den
zorstehenden Witterungsschilderungen zum Ausdruck kommt, hat nach den Berichten der Mitarbeiter
der Deutschen Seewarte durchweg gleichzeitig das ganze Deutsch-Ostafrika betroffen und überall
um die Monatsmitte mit starken bis stürmischen südlichen Winden und Temperaturrückgang ein-
gesetzt, Die mit den Niederschlägen dieses Monats sonst verbundenen Staub- WE Ntese Lose, die
aus feinsten nebelförmigen, meist windgepeitschten Regenböen bestehen, sind im Mai 1937 fast ganz
ausgeblieben. Dadurch hat die Trockenzeit um die Monatsmiite plötzlich sprunghaft und ohne die
übliche Übergangs- oder Nachregenzeit begonnen. Der heftige S-Wind, der eigentlich die ganze
„kalte“ Zeit (bis ın die ersten Septembertage) weht, wirkt sehr austrocknend, die Haut wird spröde,
and die Lippen springen auf, Nacb der Feuchtschwüle der Regenzeit wird die Luft frisch und klar,
die Temperaturen xerdden angenehmer, und besonders die nächtliche Abkühlung tut dem menschlichen
Körper wohl, Die Zeit der Moskitenplage geht zu Ende, und es beginnt die für den Europäer
zesündeste Jahreszeit, Bis Mitte Mai 1937 war das Gras noch grün, dann setzte unter der Einwirkung
der Trockenzeit ein plötzliches Welken und Gelbwerden ein, und so wurden in diesem Jahre auch die
ersten Grasbrände der Eingeborenen ungewöhnlich früh beobachtet,
Zur Kennzeichnung der nm die Mitte des Monats rasch erfolgten Änderung der atmosphärischen
Verhältnisse werden im folgenden auszugsweise die meteorologischen Beobachtungen der Stationen
JIfiga (8° 12’ 8, 35° 48' E, 1900 m Meereshöhe, Beobachter: Prof, Dr. Kränzlin) und Kizunguzi
(6° 43’ 8, 37° 7 E, 540 m Meereshöhe, Beobachter; F, Blitz) mitgeteilt.