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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1939,
Es wäre möglich, nach den gleichen Grundgedanken, auch breitenkreistreue
Weltkarten zu entwerfen, bei denen der gleichteilige Mittelmeridian nicht maßtren,
sondern im Vergleich zum Maßstab aller Breitenkreise verkleinert erscheint, die
Meridiane also zum Teil verkleinert, zum Teil vergrößert abgebildet werden.
Dadurch könnte die Höchstabweichung der Meridianmaßstäbe vom gemeinsamen
Breitenkreismaßstab verkleinert werden. Verloren ginge dabei die Winkeltreue
auf dem Mittelmeridian, während man nun zwei winkeltreue Punkte auf dem
Äquator arhielte.
Hinweise für die Benutzung des Zeißschen Registriertheodoliten.
Von HM, R. Senltetus, Berlin - Wilmersdorf.
(Hierzu Tafel 21.)
Zu den sehr begrüßenswerten Ausführungen von Diem {1), die einen zahlenmäßigen
Vergleich der Auswertung von Höhenwindmessungen nach dem üblichen
Verfahren und nach dem Zeißschen registrierenden Ballon-Theodoliten enthalten,
sind vielleicht noch einige zusätzliche Bemerkungen angebracht. Nach den ersten
Erfahrungen mit dem neuen Instrument, dem ersten seiner Art (2), könnten im
regelmäßigen Betrieb weitere gesammelt werden. Diese und die Tatsache, daß die
Theorie des Instrumentes weitgehend unbekannt war, veranlaßten eine ausführliche
Darstellung der letzteren (s). Hier wurde auch der Ausbau des Maßstabänderungsverfahrens
mitgeteilt, der schon über das hinausgegangen war, was von
Diem mitgeteilt wird (1),
Die Ausnutzung der Vorteile, die der Zeißsche Ballon-Theodolit bietet, läßt
sich hiermit beliebig weit treiben, Da es für wesentlich gehalten werden muß,
daß die unbedingt bestehenden Vorzüge dieses Instrumentes allgemeiner bekannt
and somit den Höhenwindmessungen dienstbar gemacht werden, erscheint eine
Mitteilung auch an dieser Stelle angebracht, Der Zeiß-Theodolit ist zwar unbedingt
ein Instrument, das einiges Verständnis für hochwertige Erzeugnisse der
Feinmechanik erfordert und daher nicht in die Hand eines großzügigen Grobschmiedes
paßt, der es nicht behutsam zu behandeln versteht, geschweige denn
sich in die Seele dieses verhältnismäßig feinnervigen Apparates hineinzudenken
vermag. Deshalb wird man an die Gegner des Z eiß-Theodoliten das Zugeständnis
machen müssen, daß für seine Bedienung geschultes, zum mindesten aber geeignetes
Personal erforderlich ist. Doch sind die Vorteile der Handhabung und
Auswertegenauigkeit so groß, daß dem Instrument eine wesentlich größere Beliebtheit
zu wünschen wäre.
Bei der Abbildung der Ballonbahn auf das Registrierblatt handelt es s£ich
um eine maßstabs- und winkelgetreue Abbildung, gegeben durch die senkrechte
Projektion der Ballonorte am Ende einer jeden Minute, Diese Abbildungsart beruht
auf der Herstellung ähnlicher Dreiecke. Hierbei bleiben die Winkel unverändert,
die Längen der einzelnen Strecken stehen in einem festen Verhältnis
zueinander, dessen Größe durch die Anzahl der je Minute erfolgten Rastensenkungen
der Strichmarke bestimmt wird, Je häufiger letztere gesenkt wird,
desto größer ist der Maßstab und damit die Genauigkeit der Auswertung.
Bei günstigen Wetterlagen wurden nun, wenn es irgend ging, Ballone mit
großen Steiggeschwindigkeiten benutzt, um Windwerte aus möglichst großen Höhen
zu erhalten. Den für 400m pm Aufstiegsgeschwindigkeit bestimmten Ballonen
wurden zwar sicherheitshalber nur 350 m gegeben, um vorzeitiges Platzen nach
Möglichkeit zu vermeiden, doch ergaben sich hierbei auch Unzuträglichkeiten bei
der Bestimmung der Windwerte für die im Pilotenschlüssel vorgesehenen unteren
Höhenstufen. Die Windwerte gelten ja zwar für die Schichtmitte, doch wird dadurch
lediglich für die erste Minute ein Gewinn erzielt, Um nun die Vorteile
eines langsamer steigenden Ballons mit denen eines schneller steigenden (der
auch durch Vertikalströme weniger beeinflußt wird) zu vereinigen, wurde einfach
jede halbe Minute ein Punkt markiert. In den beiden Tabellen sind die bei halbund
ganzminutlicher Registrierung auswertbaren Schichten und Sehichtmitten
nebeneinander gestellt, Die Vorteile der halbminutlichen Ablesung treten klar hervor.