Maurer, H.: Kartennetze für meteorologische Zwecke; allgemeine Weltkarien; usw. 183
e=a:sina; a=nÄl; r= acotp; tg 1: — £} = tg? (7+—2), wo n eine Konstante
ist. Am natürlichsten ist es wohl, n so zu bestimmen, daß der Äquator doppelt
so lang wie der Mittelmeridian wird, wie in Abb, 2, wo OQ den Halbäquator
und Kreisbogen PQP, den Grenzmeridian der Weltkarte darstellt. Dann muß
n = 0,7049 gesetzt werden, Der Winkel P zwischen den Grenzmeridianen am
Pol wird dann P = 0.7049- 360° = 243,76°. Gegenüber den Gesamtlängen des
Äquators und Mittelmeridians sind die aller anderen Meridiane vergrößert. Soll
gegenüber dem Aquator der Mittelmeridian in demselben Verhältnis verkleinert
werden, in dem der Grenzmeridian vergrößert wird, so muß man n = 0.6115
setzen, wodurch Winkel P=—220.18° wird. Die Einteilung auf dem Mittelmeridian (x)
und dem Äquator (y) in beiden Fällen wird durch folgende Zahlen gekenn-
zeichnet, wenn man jeweils den Halbäquator = 1 setzt, also y=1 für A = 180°.
Von einer Gleichteiligkeit kann
weder auf dem Meridian noch auf
dem Aquator die Rede sein. Die
Abweichungen von ihr sind bei
n=0.7049 auf dem Aquator größer,
bei n = 0.6115 auf dem Mittel-
meridian größer als bei dem an-
deren n-Wert. Die Abb. 2 zeigt
das Netz einer solchen Weltkarte
für den runden Wert n = 0.7. Sie
ist aus den „Ebenen Kugelbildern“ entnommen, in denen sie als Entwurf Nr. 171
mit vier anderen solchen winkeltreuen Lambertschen Kreisnetzen auf S, 54 und
Blatt 5 näher behandelt ist,
Die starke Ungleichteiligkeit auf dem Meridian zeigen alle winkeltreuen
Lambertschen Kreisnetze, auch die von der Kommission als Weltkarten zuge-
lassenen winkeltreuen Entwürfe,
der allkreisige (stereographische)
und der Merkatorentwurf, Bei
letzterem steigt die Längenver-
zerrung auf dem Meridian von
1 bis co, bei dem allkreisigen
Entwurf vom Pol bis zum Äqua-
tor von 1 bis 2 und würde bis
zum anderen Pol ebenfalls. bis
Zu co ansteigen.
In dieser Hinsicht besser
fahren könnte. man mit einem
zwar nicht winkeltreuen, aber
doch rechtschnittigen Kreisnetz,
das allerdings die Pole in Kreis-
bogen auszerrt, aber den Mittel-
meridian und den Aquator maß-
treu wiedergibt. Ich habe ein
solches Netz in „Ebene Kugel-
bilder“ als Nr. 180 auf S. 58 an-
gegeben und in der hier wieder-
gegebenen Abb. 3 mit Breiten-
kreisen und Meridianen von 15°
zu 15° gezeichnet. Zur Durch-
führung dieser Abbildung (siehe
trägt man zunächst maßtreu die Breitenskala auf dem Mittelmeridian OP
auf, wo P und PP’ den Polbreiten + 90° entsprechen und Punkt F der laufenden
Breite g°, ferner auf der Senkrechten durch O0 maßtreu die Längenskala, wo Q und
&’ den Längen + 180° und der Punkt A der laufenden Länge 2° entsprechen. Jeder
Breitenkreis g, auch die Pollinie LPL,, ergibt sich als Kreisbogen, geschlagen
fm A?