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Volltext: 67, 1939

Maurer, H.; Kartennetze für meteorologische Zwecke; allgemeine Weltkarten; usw. 177 
Kartennetze für meteorologische Zwecke; allgemeine Weltkarten; 
neuartige breitenkreistreue (äquiparallele) Weltkarten. 
Von HM, Maurer, Berlin, 
Zusammenfassung, Besprochen werden vom Standpunkt der Kartenkunde aus die auf einer 
internationalen Zusammenkunft von Meteorologen in Salzburg im September 1937 aufgestellten 
Forderungen für meteorologische Karten, Diese Forderungen erweisen sich zum Teil als in sich 
widerspruchsvoll und deshalb unerfüllbar, Besonders behandelt wird die Frage nach Karten der ganzen 
Welt, nicht nur für meteorologieche, sondern auch für allgemeine Zwecke, Dafür werden zu einem 
geradlinigen Mittelmeridian und einem doppelt so langen Äquator doppelsymmetrische Netze empfohlen, 
die jeden Erdpunkt als Punkt wiedergeben und den Gesamtwinkel an beiden Polen nicht auf 180° 
oder weniger zusammenquetschen. Unter diesen Eotwürfen empfehlen sich nach der Schrift „Ebene 
Kugelbilder* des Verfassers als winkeltrzeue Weltkarte ein Lam bertsches Kreisnetz und als Üächen- 
treue Weltkarte ein aus einem polykonischen flächentreuen Kreisnetz durch Dehnung erhaltenes Netz. 
Als neue Gruppe von Weltkarten werden doppelsyrametrische breitenkreistreue (äquiparallele} Netze 
entwickelt, die alle Breitenkreise als maßtreue Kreisbogen wiedergeben und auf dem ebenfalls maß- 
treuen Mittelmeridian winkeltreu sind, Unter ihnen wird ein Entwurf ausgearbeitet, der außerdem 
für die Meridiane große Annäherung an CGHeichteiligkeit erzielt. 
In der Meteorologischen Zeitschrift hat WI], K. Hristow!) Zahlentabellen 
für sechs verschiedene Kartennetze für meteorologische Zwecke mitgeteilt, die 
Resolutionen einer internationalen Kommission von Meteorologen auf einer Tagung 
in Salzburg im September 1937 entsprechen, Durch Professor K. Knoch, dem 
ich dafür zu Dank verpflichtet bin, habe ich Einsicht in das Dokument Nr. 27, 
Report of the president of commission on projections for meteorological charts, 
nehmen können, aus dem die Forderungen zu erkennen sind, die die internationale 
Meteorologie an ihre Karten gestellt hat. Diese Forderungen gehen auf mehrere 
Tagungen zurück, Der erste Vorschlag stammt von V, Bjerknes auf der vierten 
internationalen Konferenz in Paris (1919) und wurde auf der Londoner Tagung 
(1921) für dynamische meteorologische Karten als Resolution 34 angenommen. 
Diese Karten sollen winkeltreu (conform) sein, geradlinige Meridiane 
besitzen und möglichst kleine Längenverzerrungen aufweisen, 
Im einzelnen werden empfohlen: 
[a. Für Polargebiete ein Entwurf auf einer Ebene, die den Globus in 75° 
Breite schneidet. 
Für mittlere Breiten ein Entwurf auf einem Kegel, der den Globus in 
den Breitenparallelen 30° und 60° schneidet, 
Für Äquatorialgebiete ein Entwurf auf einer Säule (Zylinder), die den 
Globus in den Breitenparallelen + 15° schneidet, 
Auf der Tagung in Kopenhagen (1929) kamen auf Vorschlag von Dominik 
und La Cour als Resolution 22 hinzu: Ein winkeltreues Netz der Nordhalbkugel 
auf einer Ebene, die den “lobus in 60° Breite schneidet, und ein Entwurf des 
Nordatlantischen Ozeans wie unter Ib angegeben. 
In Warschau (1935) empfahl die Resolution 34 in Ia 50° statt 75° und in 
Ie’25° statt 15%. Unter den für synoptische Karten wünschenswerten Eigen- 
schaften wird dort hervorgehoben, daß für verschieüene Breiten zwar ver- 
schiedene Normentwürfe (standard projections) zweckmäßig erscheinen, aber doch 
in möglichst geringer Anzahl gewählt werden sollten, Als wichtigste Eigenschaft 
synoptischer Karten gilt »continuity in longitude«, weil die Luftbewegungen 
sich vorwiegend der Breitenkreisrichtung annähern, Ich vermute, daß man bei 
‚continuity in longitude« in erster Linie wünscht, daß der Maßstab längs eines 
ganzen Breitenkreises überall derselbe ist, Für diese Auffassung spricht es, daß 
besonderer Wert auf »standard parallels« gelegt wird. Darunter werden 
offenbar Breitenkreise verstanden, für die der für die Karte angegebene Längen- 
maßstab tatsächlich unverzerrt gilt, also maßtreue Breitenkreise, Als solche 
werden in Salzburg (1937) nur 60° und 30° angenommen (für Äquatorialgebiete 
vielleicht auch 224°}. . 
In Salzburg wurden nun auch Netze für klimatologische Karten 
empfohlen; und zwar wird für diese anstatt der Winkeltreue Flächentreue 
(equal area) gefordert, Das Verlangen der Maßtreue auf bestimmten Breitenkreisen 
1) Meteorol. Zeitschrift 19385 S, 223 u. 266. 
Ann, d. Hydr. uew, 1939, Heft IV, 
Ie.
	        
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