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Full text: 67, 1939

Goedecke, E,: Beitrag zur Hydrographie der Helgoland umgebenden Gewässer, 175 
Deutschen Bucht oder bei Helgoland mit großer Vorsicht anwenden. Wenn 
irgendwelche Zusammenhänge zwischen Wasserführung der in die Deutsche 
Bucht mündenden Flüsse Elbe und Weser und Salzgehaltsgang bei Helgoland 
oder auch bei den deutschen Nordseefeuerschiffen festgestellt werden können, so 
gind sie im Höchstfalle nur scheinbarer Natur. 
Zur weiteren Beachtung seien folgende Punkte angeführt: 
4‘, Im Gegensatz zu den von Zorell [siehe auf S. 162 unter (5)} veröffent- 
lichten Elbe-Abflußmengen ist an diesen hier wiedergegebenen Werten keine 
Korrektion hinsichtlich des Zuflusses im Tidegebiet angebracht worden {für die 
Wasserführung der Weser wurde auch schon von Zorell keine derartige Korrektion 
benutzt). Die durch den Zufluß im Tidegebiet bedingte Erhöhung des Elbe-Ober- 
wassers, deren Berechnung auch nur auf Schätzung beruht, ist gegenüber der Größe 
des abfließenden Oberwassers so minimal, daß sie vernachlässigt werden kann. 
2. Die Zahlenwerte der Elbewasserführung wurden nach einer von der 
Wasserstraßendirektion Hamburg neu aufgestellten Abilußmengenlinie 
berechnet, die gezeigt hat, das beim Vergleich mit in früheren Jahren 
ausgearbeiteten Abflußmengenlinien gerade die aus ihnen bei mitt- 
leren Wasserständen berechneten Wassermengen erheblich vonein- 
ander abweichen können. 
3. Besonders schwierig sind Wassermengen-Berechnungen aus Pegelaufzeich- 
nungen, die bei langanhaltendem Eisgang der Flüsse im Winter oder zur selben 
Jahreszeit bei langanhaltenden West- und Nordwestwinden bzw. Ost- und Süd- 
ostwinden (gültig für das Stromgebiet der Unterelbe) mit Windstärken größer 
als 6 Beaufort gewonnen werden. . 
4. Nur die für die Sommermonate berechneten Abflußmengen haben die 
größte Wahrscheinlichkeit, daß sie den „wahren“ Mittelwerten am nächsten kommen. 
5. Durch die seit 1934 eingesetzte Niedrigwasserregulierung des Elbstrom- 
betites sind aller Wahrscheinlichkeit nach die berechneten Wassermengen zu 
niedrig angesetzt worden, 
Diese hier gemachten Ausführungen über die Gewinnung von Abflußmengen- 
werten der Elbe gelten zum größten Teil auch für die Verhältnisse der Weser, 
Diese einleitenden Bemerkungen sind dem Verfasser deswegen von so großer 
Wichtigkeit, weil die Gefahr beseitigt werden soll, daß bei zukünftigen Unter- 
suchungen in dieser Hinsicht aus den wahrscheinlich vorhandenen Beziehungen 
zwischen Salzgehalt der Deutschen Bucht und der Wasserführung der Elbe und 
Weser zu tiefgreifende Schlüsse gezogen werden, Die Bedeutung dieser Aussage wird 
dadurch noch wesentlich hervorgehoben, daß in der bisher für die Hydrographie 
der Deutschen Bucht vorliegenden Literatur niemals auf diese wichtigen Punkte 
aufmerksam gemacht worden ist, Deshalb soll im folgenden über einen etwaigen 
Zusammenhang zwischen Salzgehalt und Wasserführung nur soviel gesagt werden, 
wie unbedingt verantwortet werden kann, 
Im folgenden werden zuerst noch einige Tatsachen aus den Ergebnissen der 
Wasserführung von Elbe und Weser für sich mitgeteilt, Im der Abb, 11 auf 
Taf, 19 ist die mitflere Wasserführung dieser beiden Flüsse auf Grund des zehn- 
jährigen Beobachtungsmaterials 1927 bis 1936 dargestellt, Man sieht, daß beide 
Jahresgänge der Abflußmengen vollkommen parallel laufen. Die stetige Abnahme 
vom Winter nach dem Sommer hin wird in auffallender Weise durch das Früh- 
jahrshochwasser (April) bei beiden Flüssen unterbrochen. Das Maximum der 
Elbe-Abflußmenge ist im April vorhanden, während dasjenige der Weser schon 
im Januar aufgezeigt wird, Das Minimum der Wasserführung wird bei beiden 
Flüssen zugleich im September erreicht. Die Unterschiede zwischen den extremen 
Werten der Elbe und Weser sind in folgender Tab. 15 zusammengefaßt, 
Tabelle 15. Unterschiede der monatlichen Wasserführung von Elbe und Weser 
in Mill, m* schen u Sa lpemen mitteln. 
. um FE 
ze { Mininnum (Seprember) 027 153 
3 
Weser | Mioimum (September) 232 } 785 
Die Differenzen zwischen den extremen monatlichen Abflußmengen verhalten 
sich bei diesen Flüssen ungefähr wie 2:1, was sehr gut mit den von Zorell (5)
	        
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