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Full text: 67, 1939

172 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1939. 
nach in den Wintermonaten immer vor, daß die bei NW 
stets größer sind als die bei HW beobachteten Werte. 
Tabelle 10. Salzgehaltsmonatsmittel für HW und NW 
bei Helgoland-Reede 1929 bis 1936. 
beobachteten Salzgehalte 
Im März wird das erste 
Maximum von + 0.06 %/04 
erreicht, das bis zum Mai 
auf die Hälfte seines Be- 
trages abnimmt. Die Zu- 
nahme der positiven Diffe- 
renz daw-.xw bis zum März 
erklärt sich wiederum aus 
der Wirkung der im Früh- 
jahr abfließenden Ober- 
wassermassen von Elbe 
und Weser auf den Salz- 
gehalt der Deutschen 
Bucht besonders bei NW. 
Im Juni wird das zweite 
und größere Maximum 
von + 0.11 °%9 im Jahres- 
verlauf erreicht. Dieses 
Maximum wird nicht nur 
durch den „gegenüber 
dem Frühjahrshochwasser 
weniger starken Einfluß 
des Sommerhochwassers 
der Flüsse auf den Salz- 
gehalt der Deutschen 
Bucht, sondern zum an- 
deren auch durch die stets 
zu dieser Jahreszeit auf- 
tretende Erhöhung des 
Salzgehaltes des Nordseewassers infolge überwiegender Verdunstung hervorgerufen. 
Vom Juni bis zum Oktober nimmt dann die positive Differenz unter geringen 
Schwankungen wieder um die Hälfte ab (bis auf -+ 0.06 %%). Von hier sinkt der 
Oktoberwert um „5, sehr rasch auf — 0.02 °/ 2. Die größten Änderungen von 
Monat zu Monat finden nach der positiven Seite zwischen Mai und Juni und 
nach der negativen zwischen Oktober und November mit dem gleichen Betrage 
von 0.08 %/g statt, 
Um noch deutlicher einen zahlenmäßigen Begriff von den im Mittel möglichen 
Unterschieden der bei.extremen Wasserständen auftretenden Salzgehaltsverhält- 
nisse zu bekommen, sind in Tab. 11 (s. S. 173) einmal die Monatsmittel und die 
Anzahl der absoluten Salzgehaltsdifferenzen Ayw_yxw berechnet worden. Es standen 
für das ganze Jahr 822 Differenzen aus der Beobachtungszeit 1929 bis 1936 zur 
Verfügung, von denen 54.6 °%, eine positive und 39.4 °%, eine negative Differenz 
aufwiesen. Nur 6.0%, der vorhandenen 822 waren gleich Null. Das Auffällige 
in der Tab. 11 ist gegenüber der Tab. 10, daß der Jahresgang der monatlichen 
Anw_xw- Werte noch viel mehr ausgeprägt zu sein scheint als derjenige der 
dyw_xw-Werte. . Die mittleren absoluten Differenzen dAnw_xw bewegen sich 
zwischen den Werten 0.11%, und 0.31%. Das Maximum im Jahresverlauf tritt 
im Frühjahr im April (0.31% 9) ein, während das dmw-_xw im Juni seinen Maximal- 
wert erreicht. Dieses Frühjahrsmaximum findet seine ausgesprochene Parallele 
im allgemeinen Salzgehaltsverlauf bei Helgoland-Reede und vor allem bei den 
deutschen Nordsee-Feuerschiffen, Die Frühjahrsmonate zeichnen sich also 
nicht nur im jährlichen Salzgehaltsgang, sondern auch hinsichtlich 
der bei den extremen Wasserständen auftretenden stark unterschied- 
lichen Salzgehaltsverhältnisse aus. 
Die Tab. 11 enthält weiterhin noch ein interessantes statistisches Unter- 
suchungsergebnis, das sehr anschaulich den Einfluß der Gezeiten auf den Salz- 
gehalt bei Helgoland aufzeigt. In der ersten Spalte sind die Mittelwerte der 
absoluten Anw_uxw-Werte eingetragen, deren Jahresgang wir bereits besprochen
	        
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