Goedecke, E.: Beitrag zur Hydrographie der Helgoland umgebenden Gewässer, 165
querab der Staatlichen Biologischen Anstalt auf Helgoland. An dieser Stelle
werden nur Oberflächenbeobachtungen für Temperatur und Salzgehalt des
Wassers der Deutschen Bucht ausgeführt.
Die Stat. I bei Hog Stean liegt gerade im Gebiet des stärksten Tiefen-
gradienten, an der Nordkante der Tiefen Rinne. Die hydrographischen Unter-
suchungen werden an dieser Stelle meistens auf über 20 m Wassertiefe ausgeführt
(s. auch Tab. 1 auf S. 161). Stat, IIla befindet sich nördlich der nach NW reichen-
den Zunge der Tiefen Rinne auf über 40 m Wasser. Die Station zeigt gegenüber
allen anderen bisher die größte Wassertiefe. Stat. III liegt auf über 20 m,
Stat, IIIa auf etwas weniger als. 20 m und Stat. IIIb auf weniger als 15 m Wasser-
tiefe. Diese drei Stationen befinden sich in dem weitausgedehnten Nordgebiet
mit sich wenig ändernden Tiefen. Stat. IIlIb insbesondere liegt auf dem vom
Verfasser genannten Helgoland-Flach. Stat, IV bei der Tonne Helgoland-
Düne 02 befindet sich vor dem Nordostabhang zur Tiefen Rinne auf 30 und
mehr Meter Wassertiefe, Es sei hier gleich bemerkt, daß die Unterschiede der
Wassertiefen der festen Terminstationen in den vorliegenden Beobachtungen
natürlich von den jeweiligen in diesem Gebiet durch die Gezeiten bedingten
Wasserständen bedingt sind.
Wenn man die Lage dieser Terminstationen zum Relief des Helgoländer
Meeresbodens noch einmal überblickt, muß vom hydrographischen Standpunkt
gefordert werden, daß die Terminstationen von biologischer Seite mehr noch den
markantesten Stellen des Bodenreliefs um Helgoland gegenübergestellt werden,
Der Verfasser schlägt daher z. B. die in der Abb. 2a auf Tafel 17
wiedergegebene Lage der durch gestrichelte Linien verbundenen
Stationen vor. Die Anordnung dieses neuen ringförmigen Schnittes um Helgo-
land würde wahrscheinlich gewährleisten, daß die hydrographischen Besonder-
heiten an den einzelnen Terminstationen zu bestimmten Jahreszeiten noch besser
herausgestellt werden als bisher. Vielleicht wäre darin auch für bestimmte
biologische Untersuchungen ein Vorteil zu erblicken.
Um den hydrograpbischen Zustand der Tiefen Rinne zu allen Jahres-
zeiten besser verfolgen zu können, müßte die Stat. I 1 Sm südlich der Helgo-
land-Glockentonne über der größten
Tiefe der Tiefen Rinne liegen (vgl.
auch „Aus dem Archiv der Deutschen
Seewarte“, Hamburg 1936, Ba. 57 Nr. 1
auf S. 10. und 23 sowie Fig, 17 und 57), oO Kar
Stat. IIa am westlichen Rand der Tiefen m eg SD
Rinne rückt dann nach Westen unge- 07° 49 20—25
äähr 1} Sm von der bisherigen Lage; 07° 557 15—20
Stat, IV am nordöstlichen Zipfel der KA
Rinne müßte dementsprechend rund + Sm 7 3
nach Süden verschoben werden, ebenso Stat. IIIb. Die Stationen III und IMa
können ihre bisherige Lage innehalten. Die Tab. 2 gibt in abgerundeten Zahlen
eine Zusammenstellung über die vom Verfasser vorgeschlagene neue Lage der
Terminstationen mit den zugehörigen anzutreffenden Wassertiefen wieder.
4, Die mittleren hydrographischen Verhältnisse im Oberflächenwasser
bei Helgoland-Reede.
a) Temperatur, Der mittlere jährliche Gang der Temperatur des Ober-
fMächenwassers bei Helgoland-Reede auf Grund 10jähriger Beobachtungen (1927
bis 1936) ist in Abb. 3 dargestellt (siehe auch Tab. 3 auf Tafel 20). Diese Tempe-
raturkurve wird in der Abbildung mit derjenigen für die gleiche Beobachtungs-
zeit gültigen der Terminstation I verglichen, weiterhin mit den früher von
Karsten (für die Jahre 1873 bis 1893) und Reichard (für die Jahre 1893 bis
1907) aufgestellten Jahreskurven, Es zeigt sich, daß sämtliche Temperaturkurven
von Helgoland-Reede und Stat, I sehr gut übereinstimmen. Das Minimum des
jährlichen Temperaturverlaufes fällt in den Monat Februar und das Maximum
in den August, Nur im Winter und im Hochsommer bestehen zwischen früheren
Tabelle 2.