Neuere Veröffentlichungen,
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nunmehr vorliegt, Mit dem Namen „Südsee-
Äscherei‘“ wurde der gesamte Walfangbetrieb im
Stillen Ozean bezeichnet, selbst in dessen nörd-
‚jichsten Teilen, dem Öchotskischen und Bering-
meer6 sowie den der Beringstraße benachbarten
Teilen des Nordpolarmeeres, dagegen haben nach
den bisherigen Untersuchungen Fahrten in die
antarktischen Gewässer nicht stattgefunden.
Den weitaus wesentlichsten Anteil an den Süd-
seefahrten auf Walfang hat Bremen, Von den
insgesamt 60 Fahrten, die von Deutschland aus statt-
gefunden haben, gingen 44 von Bremen, sieben von
Oldenburg, je drei von Hamburg und Schleswig-
Holstein und je eine von Hannover, Stettin and
Wolgast aus. Die erste Fahrt begann 1836 von
Bremen mit der „„Virgipia“ und dauerte zwei Jahre;
lie meisten späteren Fahrten haben mehr Zeit
beansprucht und zwei bis über vier Jahre. Von
ner eigentlichen Blütezeit dieser Fahrten kann
man nur in Bremen und wohl auch noch in Olden-
burg sprechen, in fast allen übrigen Fällen blieb
28 Bei einmaligen Fahrten der für diesen Zweck
erworbenen Schiffe, die durchaug nicht immer den
erhofften Gewinn brachten. Die Schwierigkeiten
lagen, ganz abgesehen von der langen Aus- und
Rückreise vor allem in der Gewinnung der ge-
signeten Mannschaft, Für die ersten Reisen wurden
erfahrene Nordamerikaner für die Stellungen des
Fischereikapitäng und der Harpuniere angeworben,
die dann später durch Deutsche ersetzt wurden,
Bei der übrigen Mannschaft bereiteten häufig vor-
kommende Desertionen große Schwierigkeiten, und
die Notwendigkeit ohne Rücksicht auf fachliche
und moralische Eignung das sich jeweils bietende
Personal zu nehmen, wirkte sich sehr ungünstig
auf Leistung und Geist der Mannschaft aus, Trotz-
dem war der Betrieb für Bremen und Oldenburg
durchaus ertragreich und der lockende Gewinn
führte 1842 in Bremen zur Gründung der „Südsee-
Äscherei-Compagnie“, zu deren Aktionären die
weitesten Kreise der Bremer Bevölkerung gehörten,
loch endete diese Gesellschaft mit einem Fehl-
schlage. Auch im anderen Städten, wie Hamburg,
Hannover, Stettin wurden derartige Gesellschaften
zegründet, allerdings von kapitalkräftigeren Kreisen,
Auch diese führten nicht zu nennenswerten Ge-
winnen oder gar zu Verlusten. Trotzdem aber
‚egen diese Unternehmungen Zeugnis dafür ab,
laß hinreichender Unternehmungsgeist in den
deutschen Küstengebieten vorhanden war, Die
pachweislich letzte Fahrt bat 1869 stattgefunden,
ber es jet nicht unmöglich, daß sich noch weitere
Fahrten, vielleicht unter hawaischer Flagge, an-
xeschlossen haben, Nachrichten darüber liegen
nicht vor,
Der gesamte Walfang im Stillen Ozean in
‚ener Zeit muß recht großen Umfang gehabt haben,
„Unter den 588 Walfischfängern, welche die Sand-
wich-Inseln 1845 besuchten, waren 525 amerika-
nische, 32 französische, sechs bremische, elf eng.
sche, drei von Neu Braunschweig, zwei dänische,
sin hannorerischer, ein norwegischer, ein preußischer,
im hamburgischer und fünf nicht benannte.“
Aus den noch verfügbaren Zeitungen, Archiven
and Druckschriften hat die Verfasserin alles Er-
teichbare über die Organisation dieses Walfanges,
den Fangbetrieb, das Leben auf den Kochereien
usw, zusammengesucht. Soweit es möglich schien,
sind Zitate aus den Quellen gebracht, wodurch es
trefflich gelungen ist, in den Geist jener Zeit ein-
zuführen.
Das dankenswerte Buch wird gerade heute mit
besonderer Aufmerksamkeit aufgenommen werden,
definden wir uns doch im Beginn des dritten Ab-
schnittes der deutschen Beteiligung am Walfang;
zußerdem ist auch die deutsche Südseefischerei
Jurch die Tätigkeit des „Jan Wellem“ auf der
Ausreise nach den antarktischen Gewässern an
der Westküste Südamerikas wieder aufgenommen
worden. B. Schulz.
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