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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

Neuere Veröffentlichungen, 
159 
nunmehr vorliegt, Mit dem Namen „Südsee- 
Äscherei‘“ wurde der gesamte Walfangbetrieb im 
Stillen Ozean bezeichnet, selbst in dessen nörd- 
‚jichsten Teilen, dem Öchotskischen und Bering- 
meer6 sowie den der Beringstraße benachbarten 
Teilen des Nordpolarmeeres, dagegen haben nach 
den bisherigen Untersuchungen Fahrten in die 
antarktischen Gewässer nicht stattgefunden. 
Den weitaus wesentlichsten Anteil an den Süd- 
seefahrten auf Walfang hat Bremen, Von den 
insgesamt 60 Fahrten, die von Deutschland aus statt- 
gefunden haben, gingen 44 von Bremen, sieben von 
Oldenburg, je drei von Hamburg und Schleswig- 
Holstein und je eine von Hannover, Stettin and 
Wolgast aus. Die erste Fahrt begann 1836 von 
Bremen mit der „„Virgipia“ und dauerte zwei Jahre; 
lie meisten späteren Fahrten haben mehr Zeit 
beansprucht und zwei bis über vier Jahre. Von 
ner eigentlichen Blütezeit dieser Fahrten kann 
man nur in Bremen und wohl auch noch in Olden- 
burg sprechen, in fast allen übrigen Fällen blieb 
28 Bei einmaligen Fahrten der für diesen Zweck 
erworbenen Schiffe, die durchaug nicht immer den 
erhofften Gewinn brachten. Die Schwierigkeiten 
lagen, ganz abgesehen von der langen Aus- und 
Rückreise vor allem in der Gewinnung der ge- 
signeten Mannschaft, Für die ersten Reisen wurden 
erfahrene Nordamerikaner für die Stellungen des 
Fischereikapitäng und der Harpuniere angeworben, 
die dann später durch Deutsche ersetzt wurden, 
Bei der übrigen Mannschaft bereiteten häufig vor- 
kommende Desertionen große Schwierigkeiten, und 
die Notwendigkeit ohne Rücksicht auf fachliche 
und moralische Eignung das sich jeweils bietende 
Personal zu nehmen, wirkte sich sehr ungünstig 
auf Leistung und Geist der Mannschaft aus, Trotz- 
dem war der Betrieb für Bremen und Oldenburg 
durchaus ertragreich und der lockende Gewinn 
führte 1842 in Bremen zur Gründung der „Südsee- 
Äscherei-Compagnie“, zu deren Aktionären die 
weitesten Kreise der Bremer Bevölkerung gehörten, 
loch endete diese Gesellschaft mit einem Fehl- 
schlage. Auch im anderen Städten, wie Hamburg, 
Hannover, Stettin wurden derartige Gesellschaften 
zegründet, allerdings von kapitalkräftigeren Kreisen, 
Auch diese führten nicht zu nennenswerten Ge- 
winnen oder gar zu Verlusten. Trotzdem aber 
‚egen diese Unternehmungen Zeugnis dafür ab, 
laß hinreichender Unternehmungsgeist in den 
deutschen Küstengebieten vorhanden war, Die 
pachweislich letzte Fahrt bat 1869 stattgefunden, 
ber es jet nicht unmöglich, daß sich noch weitere 
Fahrten, vielleicht unter hawaischer Flagge, an- 
xeschlossen haben, Nachrichten darüber liegen 
nicht vor, 
Der gesamte Walfang im Stillen Ozean in 
‚ener Zeit muß recht großen Umfang gehabt haben, 
„Unter den 588 Walfischfängern, welche die Sand- 
wich-Inseln 1845 besuchten, waren 525 amerika- 
nische, 32 französische, sechs bremische, elf eng. 
sche, drei von Neu Braunschweig, zwei dänische, 
sin hannorerischer, ein norwegischer, ein preußischer, 
im hamburgischer und fünf nicht benannte.“ 
Aus den noch verfügbaren Zeitungen, Archiven 
and Druckschriften hat die Verfasserin alles Er- 
teichbare über die Organisation dieses Walfanges, 
den Fangbetrieb, das Leben auf den Kochereien 
usw, zusammengesucht. Soweit es möglich schien, 
sind Zitate aus den Quellen gebracht, wodurch es 
trefflich gelungen ist, in den Geist jener Zeit ein- 
zuführen. 
Das dankenswerte Buch wird gerade heute mit 
besonderer Aufmerksamkeit aufgenommen werden, 
definden wir uns doch im Beginn des dritten Ab- 
schnittes der deutschen Beteiligung am Walfang; 
zußerdem ist auch die deutsche Südseefischerei 
Jurch die Tätigkeit des „Jan Wellem“ auf der 
Ausreise nach den antarktischen Gewässern an 
der Westküste Südamerikas wieder aufgenommen 
worden. B. Schulz. 
B. Bücher- und Zeitschriftenschau, 
a) Neue Bücher, 
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