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Full text: 67, 1939

158 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1939, 
in der Kolonialforschung nicht nachzustehen, ob- 
U er zur Zeit nicht über seine Kolonien ver- 
ügen kann, 
In der Gegenwart wird sozialistische und 
Astionalwirtschaftliche Kolonisation betrieben, 
weiß man doch, daß der Eingeborene in den Tropen 
der natürliche Landbebauer ist und unter ge- 
wohnten Lehbens- und Klimabedingungen beacht- 
liche Leistungen hervorbringt. Das Wissen um 
den Eingeborenen — nicht zu vergessen das Problem 
„Schwarz-Weiß“ — um Boden, Pflanzen, Tiere, 
Heil- und vor allem Klimakunde*), Kenntnis der 
Absatzländer und auch des geschichtlichen Werdens 
der Gebiete gehören zum Rüstzeug des Kolonial- 
wirts, 
Alle Fragen werden leicht verständlich und 
anregend behandelt: Neue Probleme wissen- 
sehaftlicher Kolontalforschung (Troll), Die 
weitgeschichtliche Bedeutung der Übersee 
ischen. Kolonisation (Meyer), Afrika als 
deutsches Siedlungsgebiet (Rohrbach), Der 
afrikanische Mensch und die europäische 
Kolonisation (Westermann), Lie heutigen 
Koloniaireiche in Afrika (Obat), Die wirt- 
schaftliche Bedeutung der deutschen Kolonien 
sinst und jetzt (Gunzert), Die deutsche Afrika- 
schiffahrt und die Kolonien (Martens). Es 
ist nicht verwunderlich, daß Afrika in der Be- 
irachtang hervortritt, weil „die kolonialen Zukunfts- 
NEN Europas heute mehr als je afrikanische 
Aufgaben geworden sind“ (Seite 9), Dabei „be- 
nötigen weder Frankreich noch England im Ernst 
ansere alten deutschen Kolonien, um die ihnen in 
Afrika vorschwebenden Ziele zu erreichen“ (Seite 104), 
Die Gedankengänge des vorzüglichen, gut aus- 
yestatteten Werkes sollen nun nicht im einzelnen 
dargelegt werden; es sel nur noch darauf hin- 
gewiesen, daß die Ausführungen vorteilhaft durch 
Bilder, Kärtchen und durch klug auf das Not- 
wendigste beschränkte statistische Angaben er- 
yänzt werden, Jedermann möge die Schrift zum 
eigenen Nutzen selbst lesen, U, Charisius. 
Alfred Ehrhardt, Das Watt, Hamborg 1937, 
Verlag Heinrich Ellermann. Preis 7.50 RM. 
In den Jahren 1933 bis 1936 hat der Autor 
des vorliegenden Buches im Watt des Mündungs- 
vebietes von Elbe und Weser eine große Zahl von 
photographischen Aufnahmen gemacht, die auf 
Ausstellungen in zahlreichen deutschen Städten 
allgemeine Aufmerksamkeit erregt und in der Presse 
begeisterte Anerkennung gefunden haben. Etwa 
zn Viertel des Gesamtbestandes der Aufnahmen 
sind nun durch diese Veröffentlichung allgemein 
zugänglich geworden. Sie zeugen davon, daß der 
Verfasser sich mit großer Liebe und Aufmerksam- 
keit in die Vorgänge auf dem Watt vertieft hat, 
Ein besonders reizvolles Objekt der Aufnahmen 
bilden die Riffelungen des Eodens, die in zahl- 
reichen Bildern zur Darstellung gelangt sind, Die 
Wirkung gleichmäßigen und umspringenden Windes 
auf den Soden vermittelst des nach wechselnder 
Richtung bewegten Wassers, der Einfluß der Be- 
schaffenheit des Bodens {Sand oder Schlick} treten 
anschaulich bei einem Vergleich der Bilder hervor; 
weiterhin lieferten die Priele in ihren verschiedenen 
Stadien der Ausbildung, die Ufer der Priele, 
Muschelbänke usw. dankbare Objekte für Auf- 
nahmen, Vor allem die Bilder von den Ober- 
flächenformen, welche durch das ablaufende Wasser 
b} Val. die laufenden „Klimatographischen 
Witterungsschilderungen“ in dieser Zeitschrift, 
antstehen, besonders das Bild von den feinen 
millimetertiefen Rinnen der letzten Restwasser, 
weiterhin die Aufnahme von den auf Sand nieder- 
allenden Regen herrorgerufenen Oberflächenformen, 
zeugen. von einer liebevollen Betrachtung auch der 
<leinsten Naturerscheinungen, Diese Sammlung von 
36 vortrefflich wiedergegebenen und in annähernd 
rieichem Maßstabe vergrößerten Aufnahmen gibt 
an anıschauliches Bild der anorganischen Natur 
jes Watts und wird auch manchen von denen, 
welche das Watt bereits kennen oder zu kennen 
glauben, einen anregenden Genuß bereiten, 
B. Schulz. 
Geographisches Jahrbuch. 53. Band. 1938, Be- 
gründet 1866 durch E, Behm, fortgesetzt durch 
H, Wagner, herausgegeben von Ludwig 
Mecking., Gotba 1935, Verlag Justus Perthes, 
N WI Breis 1. Halbband 21 RM. 3. Halbband 
Da wirtschaftliche Gründe lange Jahre hin- 
lurch dazu zwangen, den Umfang des Geogra- 
phischen Jahrbuchs weit unter dem der Vorkriegs- 
zeit zu halten, drohten die Berichte durch zu großen 
Jmfang der Berichtszeiten und damit verspätetes 
Erscheinen den Anschluß an den Fortschritt der 
Wissenschaft zu verlieren, Erfreulicherweise hat 
der Verlag mit Unterstützung der Deutschen 
Forschungsgemeinschaft bereits in den letzten 
Jahren den Umfang vergrößern können; mit dem 
aun vorliegenden Bande, der in zwei Halbbänden 
erscheint, ist abermals ein Fortschritt nach dieser 
Richtung erzielt. worden, der Umfang ist mehr als 
doppelt so groß wie in den letzten Jahren vor 1935. 
Aus dem Gebiete der allgemeinen Erdkunde 
gibt H. Spreitzer zunächst die zweite Hälfte 
seines Berichtes über die Fortschritte der Geomor- 
phologie (exogene Kräfte und ihre Wirkungen) 
1925 bis 1936; besonders hinzuweisen ist hier auf 
die Abschnitte über die morphologische Tätigkeit 
des fließenden Wassers sowie von Schnee und Eis, 
weiterhin auf den Abschnitt über die zerstörende 
Tätigkeit von Wellen, Brandung und Gezeiten. 
3. Rensch überblickt die Fortschritte der Tier- 
zeographie 1931 bis 1937 mit Einschluß der marinen 
Fiergeographie, Aus dem Gebiete der Länderkunde 
jegen Berichte vor über Korean 1926 bis 1936 
'H. Lautensach), die Mandschurei mit Dachehol 
1927 bis 1936 (G, Fochler-Hauke), Rumänien 
‚929 bis 1937 (H, Wachner), Nordasien, West. 
rkistan und Innerasien 1926 bis 1937 (W. Leim- 
oach) in seiner ersten Hälfte sowie Australien und 
Jzeanien 1928 bis 1937 (W. Geisler), Die Reihe 
der Berichte über die Länderkunde des antiken 
Ostens, in der bisher Griechenland, Kleinasien und 
Vorderasien erschienen sind, wird durch den über 
Nordostafrika{193 1 bis 1936) vorläufig DEE - 
. Schulz. 
Wanda Oesau: Die deutsche Südseelischerel auf 
Wale im 19, Jahrhundert. Verlag J.J. Augustin, 
CHückstadt 1939, 1378, 12 Bildtafeln. Preis 
4.80 RM. 
Bei dem Quellenstudium für die Abfassun 
des Buches „Schleswig-Holsteins Grönlandfahrt auf 
Walfischfang und Robbenschlag vom 17. bis 19. 
Jahrhundert‘“1) traten der Verfasserin mehrfach 
noch nicht benutzte Nachrichten von den deutschen 
Südseefahrten auf Walfang eutgegen. Die weitere 
Nachforschung ergabschließlich hinreichend Material 
für eine neue zusammenfassende Betrachtung, die 
0 Vel, des. Zeitschrift 1937, S. 94 f.
	        
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