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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

Neuere Veröffentlichungen, 
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8, Ferner müssen die leitenden, aktuellsten, 
allgemein theoretischen Probleme genau erwogen 
werden, Außerdem könnte für jedes Observatorium 
sin Obligatorisches Minimum solcher Fragen fest- 
zesetzt werden, welche unter dem Gesichtspunkt 
der örtlichen geographischen Kinflüsse untersucht 
werden müssen, 
4. Es folgen die rein methodischen, instru- 
mentalen und experimentellen Probleme, z. B, das 
der Radio- und Lautpeilung, das der automatischen 
Registrierung der Radio-Sonderaufnahmen u. a. m, 
Verf, spricht sich gegen die weitere Verwendung 
des Drachens und des asymmetrischen Fall- 
schirmes aus, . 
5, Das folgende große Problem ist das der 
Untersuchung der Wolken, Verf, weist auf die 
Untersuchung der Ordnung der Konvektionsbewöl- 
kung, auf die systematische Bestimmung der 
Höhen und der Mächtigkeiten der Wolkenschichten, 
auf die Untersuchung der Strahlung und der Wellen, 
der besonderen Wolkenformen vom Gesichtspunkt 
der Dynamik und Kinematik der Atmosphäre usw, 
Verf, macht Einwände gegen den heutigen inter- 
nationalen Wolkenatlas und fordert einen großen 
russischen Wolkenatlas, 
6, Große Aufmerksamkeit verlangt die Metho- 
dik der Bearbeitung, der Prüfung und der Vor- 
bereitung der aerologischen Materialien zum Druck, 
Regelmäßige Veröffentlichungen sind notwendig 
ms auch von internationaler Bedeutung. 
7, Ein sehr umfassendes Problem jet das der 
Beifügung der Aerologie zu der sypoptischen Me- 
teoTOlogie, Die aerologischen Materialien werden 
im der synoptischen Praxis in bei weitem ungenü- 
gendem Grade ausgenutzt; sie könnten unzweifel- 
haft die Qualität der Prognose bedeutend erhöhen. 
8, Verf, stellt fest, daß hinsichtlich des direkten 
Mißverständnisses und Übersehens die Zusammen- 
arbeit zwischen den aerologischen Organisationen 
bei ihnen fehlt. 
9. Dem Austausch der Erfabrungen, in erster 
Linie der gegenseitigen Informierung, muß man 
doppelte Aufmerksamkeit zuwenden. 
10. Einige Fragen, welche die Arbeit des un- 
teren aerologischen Netzes betreffen, bedürfen der 
Lösung, so die Feststellung der Höhe der niedrigen 
dichten Wolken, die die Luftfahrt außerordentlich 
interessiert, 
41, Das folgende wichtige Problem ist das der 
Luftfahrt- Aerologie, 
12, Endlich fordert die Frage der Literatur 
ine radikale Lösung, Die wesentlichsten Theorien 
and Untersuchungen der Stratosphäre bis zu ihren 
äußeren Schichten, die Theorie der Apparate u. a. m. 
müssen behandelt werden, 
Kedwig Stoltenberg. 
3, Kulwanowskij. Über die Methode Sinjawsklis 
zur Vorhersage der ersten Fröste nach Beob- 
achtungen an einem Punkt, „Meteorologia i 
Hydrologia“. Moskau 1936, Nr. 10. S. 77 bis 
78, {Russisch,} 
Sinjawskij betrachtet die Erscheinung der 
ersten Fröste als Ergebnis der komplexen Kin- 
wirkung einer Reihe meteorologischer Faktoren. 
Seine Methode wurde an alten Beobachtungsmate- 
Halien geprüft, dıe von sieben Stationen in ver- 
schiedenen Bezirken des Gorkowskischen!) Landes 
für die letzten fünf Jahre gesammelt wurden, Die 
4090 Fälle wurden sorgfältig analysiert und führten 
zu folgenden Ergebnissen: 
1 m Gau Gorkl 
1, Sinjawskijs Methode hat sich im Grunde 
für unser Land gerechtfertigt: der Prozent der 
glücklichen Vorhersagen beträgt im Durchschnitt 
37.5, d. h, ist. höher als die anderen, 
2, Der Vorzug dieser Methode liegt darin, daß 
die ersten Fröste als komplexe Erscheinung und 
nicht als Ergebnis einzelner Faktoren (Erniedrigung 
der Temperatur) betrachtet werden. Es werden 
einige Besonderheiten in den Verhältnissen des 
Gorkowskischen Landes angegeben: die Vorher- 
zagen der ersten Fröste werden immer wahr bei 
Einbrechen von Temperaturen von 5° und niedri- 
zer um 21 Uhr, Bei Erhöhung der Temperatur 
am ZU Uhr abends verringert sich die Wahr- 
scheinlichkeit der ersten Fröste, Im Süden des 
Landes wurden bei Temperaturen von 9° und 
ıöher um 21 Uhr keine Frühfröste beobachtet, im 
Norden traten. sie auchschon bei Temperaturen höher 
als 10° ein. 
Die glücklichen Vorhersagen der ersten Fröste 
ıach dem Unterschied der Temperaturen zwischen 
13 und 21 Uhr sind nur möglich bei Berechnung 
der Winde und der Bewölktheit nach Sinjawskijs 
Tabelle, Die Erfolglosigkeit der Prognosen erklärt 
sich u, a. auch dadurch, daß durch Sinjawskijs 
Pabelle folgende Verhältnisse nicht vorausgesehen 
werden: das KEinbrechen der Frühfröste bei süd- 
ichen Winden, bei Zunahme der Feuchtigkeit am 
Abend, bei einer Temperatur von mehr als 12.6° 
am 21 Uhr, und endlich ist die Möglichkeit der 
Frühfröste bei einem geringen Temperaturunter- 
ichied zwischen 13 und 21 Uhr vorhanden, 
Im Gorkowskischen Land brechen die 
Frühlings- und Herbstfröste bei verschiedenen 
Temperaturen um 13 und 21 Uhr ein, Als be- 
zleitende Bedingungen der ersten Herbstfröste 
örscheinen nördliche oder nordwestliche Winde 
and vorzugsweise bewölktes Weiter bei einer Luft- 
feuchtigkeit bis 95% und nicht unter 62%. Früh- 
Iröste kommen vor bei einer Temperatur über 6°, 
in den Grenzen bis 105°, Sie brechen bei einer 
Mn von 3° und. geringer um 21 Uhr ein: 
lie Temperatur um 13 Uhr müßte im gegebenen 
Fall höher, aber nicht piedriger als 5° sen, Die 
Frühfröste treten auch bei gemäßigten und 
ichwachen Winden ein, nicht nur bei starken 
nördlichen Winden. 
Bei Vorhersage der Frühfröste muß man das 
Relief der Gegend in Rechnung ziehen. Im Gor« 
yowskischen Land wurde das Einbrechen der 
Frühfröste in den Niederungen bei hohen Mini- 
naltemperaturen im Wächterhäuschen bemerkt, 
Besondere Bedeutung hat das Relief in den süd- 
‚ichen Bezirken des Landes, wo die Oberfläche sehr 
aneben ist, Hedwig Stoltenbere 
Das Meer in volkstüml. Darstellungen, Hrsg, im 
Auftr. des Instituts für Meereskunde zu Berlin 
zon Georg Wüst, Bd. 7: Kolonialprobleme 
der Gegenwart in Beiträgen von Th, Gunzert, 
OD. Martens, A. 0, Meyer, E, Obst, P. Rohr- 
dach, © roll, D, Westermann, Mit 
34 Bildern auf Tafeln und 15 Textfiguren. Berlin: 
Mittler & Sohn, 1939, 140 Seiten, 8% Preis 
geb. 4.50 RM, 
Dieser neue Band der wohlbekannten Reihe 
soll der deutschen Allgemeinheit den Wert über- 
seeischer Besitzungen klarmachen. Er führt an 
die Fragen heran, die einem Kolonialvolk heatzu« 
‘age gestellt. werden, Denn mit der Denkungsart 
der Zeitalter wandelt. sich die Anschauung über 
die beste Nutzbarmachung des Kolonialgebietes, 
und €s ist der Stolz des Deutschen, fremden Völkern
	        
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