162 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1939.
erreicht und prassein mit einer Stärke hernieder, daß ihr Rauschen alle anderen
Geräusche verschluckt, Außerordentlich heftige Blitze, vor denen man unwill-
kürlich zurückfährt, zucken mehrfach unter kanonenschlagähnlichem Donnern
herab. Leichter NW-Wind gibt zunächst dem fallenden Regen noch eine schwache
Neigung gegen die Zugrichtung des Unwetters; doch setzen kurz darauf starke
Böen aus SE ein, die nunmehr die Regenfäden in einem Winkel von 45° gegen
NW geneigt herabfallen lassen, In wenigen Augenblicken stehen auf den Wegen
und den flachen Grasebenen bzw, Reisfeldern tiefe Pfützen und Tümpel. Eine
Viertelstunde später ist der Himmel auch im W völlig von der tiefen, grauen
Schicht bezogen. Doch treten nun im SE bereits die ersten Formen des Gebirges
wieder heraus als Zeichen nachlassenden Regens und anschließender schneller
Aufklarung. Die Temperatur ist während der Bö merklich zurückgegangen auf
27,.2°, so daß man sie schon als kühl empfindet,
Nach dem Aufhören des Regens, der am Beobachtungsort knapp 20 Minuten
angehalten hat, steigt die Temperatur um 15%h wieder bis auf 29.8°, Der Regen-
messer einer unfernen Station wies für den Tag 33 mm auf, bei mehrfach 20 bis
40 nım an den vorhergegangenen Tagen (1936 insgesamt 2230 mm). Die dunkel-
graue, tiefe Wolkenschicht, die die ganze Landschaft in eine verfrühte Dämmerung
hüllt, klafft an vielen Stellen auseinander und löst sich schließlich so weit auf,
daß nur wenige unbedeutende und dünne Dunstkissen übrigbleiben, Eine höhere,
gleichmäßig graue Wolkendecke bleibt jedoch zurück, und nur im W vermag
die sinkende Sonne diese aufzuhellen. Die Abkühlung nimmt nun den üblichen
Gang: 17b: t 27.7°; 18b: t 27,2°; 20h: t27.0°; 22h: t 264°; 23h: t 26.1°. Der
Himmel ist grau geblieben. Man sieht in der Dämmerung noch einige kleine
Wolkenballen sehr tief mit SE-Strömung treiben, während über der Erde ein
eben noch spürbarer Hauch jetzt aus SW wahrgenommen wird. Starkes Wetter-
jeuchten am S-, E- und NW-Himmel, Während der Nacht kommt es zu weiterer
Abkühlung, Der folgende Morgen hat um 6% bei leichtem Dunst eine Temperatur
von 23.6°. Am Himmel stehen, durch den Dunst verschleiert, Ci und Cu, die
sich wie an den vorherigen Tagen im Laufe des Vormittags wieder zu Vorhängen
und gebankten Massen zusammenscharen, Auch dieser Tag bringt nachmittags
heftigen, kurzen Niederschlag. Dr. X. Helbig.,
6. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr.129: Chile. — Aus der
Sammlung des überseeischen. meteorologischen Dienstes der Deutschen Seewarte, —
Witterungsverlauf an Sommertagen in Puerto Puyuhuapi'), Beob-
achtungszeit: Ende Dezember 1937 bis Mitte Februar 19388.
27. Dezember 1937. Nach einer Strahlungsnacht, in der die Lufttemperatur
auf 7.0° sank, weht vor Sonnenaufgang N-Wind 1. Der südliche Himmel ist
wolkenlos, Es hat kräftig getaut. Nachdem etwa um 68h die Sonne den Fjord-
spiegel zu bestrahlen begonnen hat, setzt nach kurzer Windstille S-Wind 1 ein.
Wenig über A, des Himmels ist bedeckt, Am südlichen Himmel stehen zarte
Ci und Cist, An den Bergwänden in etwa 1500 m Höhe hängen stellenweise
lockere Nebelschleier, die sich bald auflösen, 7b: twa«er im Fjord 165°, tzun 14.50.
Der S-Wind wächst im Laufe des Vormittags auf Stärke 3 an. Um 12% hat die
Bedeckung mit Ci und Cist etwas zugenommen und beträgt etwa 4. Am Nach-
mittag gewinnt der S-Wind an Stärke (bis 4), und die Bedeckung nimmt wieder
ab. Das Tagesmaximum beträgt etwa 22°, Um 18% hat die in ihrem Charakter
wenig veränderte Bedeckung bis auf A; abgenommen, der S-Wind hat noch
Stärke 3, ist aber im Abflauen. Der Fjord zeigt kräftigen Wellengang. — Um
22h ist bei sternklarem Himmel Windstille eingetreten, und bald danach weht
N-Wind mit Stärke 1,
30. Dezember, Gegen Mitternacht war der Himmel völlig bedeckt, Bei lauer
Luft und Windstille regnete es, Das Nachtminimum betrug 13,5°, Gegen 7%
hört es auf zu regnen; in den letzten 24 Stunden sind 13.1 mm Regen gefallen.
4 Wegen der Lage von Prnerto Puyuhuapi und seiner allgemein -klimatischen Verhältnisse
en den des Verf, „Über das Klima im Küstengebiet von Südchüle“ in Ann. d. Hydr. usw.