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Full text: 67, 1939

«50 ; Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1939, 
und weiter südlich, wie es die Regel ist, auch im Oktober noch trockene Tage. 
Völlige Regenlosigkeit und stetige Winde beherrschen seit Beginn des Monats 
anunterbrochen das Wetter, Die Temperaturen bleiben trotz der oft sogar 
starken Brise ziemlich hoch. 66h: t 27,5°%), Nur schwacher Tau ist gefallen, 
Dünner Dunst überzieht den Morgenhimmel und deutet auf einen neuen heißen, 
trockenen Tag. Auch jetzt steht SW-Brise Stärke 3 und treibt harte, kurze 
Brandung gegen den Strand, 83; t 28.4°, Feine Ci und Ast stehen unbeweglich 
in den oberen Luftschichten, während in niedrigeren Lagen einzelne zerfaserte 
Wolken aus SW herantreiben. Feiner, weißer Dunst verschleiert die Bucht und 
ihre ferneren Ufer und schwächt alle Farben der See und der Vegetation auf 
ein mattes, milchiges Grau ab. Am Vormittag dreht der Wind allmählich auf S; 
diese Richtung hat er gegen 10h erreicht. Die Temperatur ist auf 29,5° gestiegen. 
Die Bewölkung nimmt zu, und die tieferen Cu ändern sichtlich mit dem Winde 
ihre Richtung. Dichtere Cu-Vorhänge umlagern den Horizont. Die Wärme 
nimmt unaufhörlich weiter zu, so daß die Temperatur um 12u 804° beträgt. 
Die bis auf Stärke 5 gestiegene Brise mildert das MNitzegefühl. Im Windschatten 
jedoch wird die hohe Temperatur Sofort überaus lästig gespürt und verursacht 
starkes Schwitzen, Die Feuchte scheint fast den Sättigungsgrad erreicht zu 
haben. Trotz des leichten Dunstes flimmern gerade über Mittag die Sonnen- 
strahlen so stark, daß man Augenschmerzen durch die Blendung bekommen kann. 
Um 14» wird mit 30.6° der höchste Thermometerstand des Tages erreicht. 
Wie an den vorherigen Tagen dreht auch heute die Brise nunmehr auf SE 
and hält weiter mit Stärke 5 an. Auf dem Meere zeigen sich seit dem Vormittag 
sehon leichte Schaumkronen, es scheint dort Seegang 3 zu herrschen. Allmählich 
bildet sich im NW über dem Festland St in breiter Decke und zieht höher am 
Himmel] hinauf, Die bisherige grünlichblaue bis graublaue Farbe der See stumpft 
entsprechend auf ein dunkles Bleigrau ab. Am SE- bis W-Himmel zeigt die 
St-Decke Lücken, so daß die Bewölkung A beträgt. Die Brise weht beständig 
aus SE, eine Abkühlung der Luft vermag sie jedoch nach wie vor nicht zü 
bewirken. Im Windschatten schwitzt der Körper in heißen Stößen. Nur ganz 
allmählich geht die Temperatur am späteren Nachmittag zurück. Um 16% hat 
sie 29,6° erreicht. Stundenweise nimmt der Wind jetzt sogar auf Stärke 6 zu, 
so daß man im ungeschützten Gelände schon einige Mühe hat, gegen ihn zu 
schreiten, Die Schaumköpfe der See nehmen an Zahl zu und verstärken sich 
noch ein wenig, Die Bewölkung schwächt langsam wieder ab und ist gegen 16% 
bis auf 5 gesunken. — 18b; t 29.2°%°, Die höheren Wolken lösen sich immer mehr 
auf, nur tiefer gelegene kleine Cu treiben auch jetzt noch einzeln heran, Bei 
Sonnenuntergang hat der Himmel, abgesehen won diesen Cu, völlig aufgeklart, 
nur den Horizont verschleiern starke Dunstschichten, Sie sind dick genug, um 
jegliches Farbenspiel bei Sonnenuntergang, das an anderen Abenden schr kräftig 
sein kann, zu unterdrücken, Mit mattem Örangeglanz versinkt die Sonne hinter 
dem Dunst, Auch nach Sonnenuntergang bleibt eine Abkühlung der Luft aus, 
um 20 werden noch 29.1° gemessen. Zwei Stunden später ist das Thermometer 
bis auf 28,6° gesunken. Die Brise flaut in den späteren Abendstunden bis auf 
Stärke 4 und 3 ab. Auch jetzt noch segeln tiefere Cu mit dem Winde rasch 
über See und Land. — 23h: £ 28.4°; Luftbewegung und Wolken sind unverändert, 
Während der Nacht kühlt es bei zeitweiliger Windstille völlig ab, und morgens 
zwischen 5% und 6b ist mit 258° die niedrigste Temperatur erreicht. Um 7% 
sind 26.,3°, an anderen Tagen zur gleichen Zeit selbst schon wieder 27.5° und mehr 
erreicht, und schwacher Wind weht in den Morgenstunden wieder aus W bis SW. 
Balik Papan ist der erste Ort auf Borneo, an dem ich solche anhaltenden und 
spürbaren Winde beobachtet habe. Diese Winde sind hier, wenn auch nicht immer 
mit der gleichen Stärke und aus den gleichen Richtungen, für den größten Teil des 
Jahres charakteristisch. Sie zeichnen diese Stadt vor allen anderen größeren Sied- 
jungen der Insel aus und machen den Aufenthalt auch in den luftig gebauten und 
stets weit geöffneten Kontoren und Wohnhäusern, die sich längs des Seeufers und 
an den rückwärtigen Hügeln verteilen, um ein Vielfaches angenehmer als in den 
3 Die Temperaturmessung erfolgte mit einem in fünftel Grade geteilten Schleuderthermometer,
	        
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