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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1939.
Fetzen aus E aufgehört. Dort ist jetzt weithin der Himmel offen, umrandet und
übertüpfelt von sehr weißen, zarten und hohen Cu, Bei jetzt zeitweise stechender
Sonne empfindet man lästiges Schwitzen, das bisher bei Schreibarbeiten in über-
dachtem Raum in angepaßter Kleidung (leichter Hose und offenem Hemd) nicht
zu verspüren war, Ohne daß es zum Regnen kommt, zieht später die Schlecht-
weiterwand über den W-Horizont. Während am S- und SW-Himmel in schmaler
Zone die Acu-Streifen wie am Mittag stehenbleiben und sich auch über den
tiefen W- und NW-Himmel ausbreiten, bilden sich am übrigen Himmel während
des Nachmittags einheitlich kieselförmige Acu (translucidus) in den Hauptrich-
tungen SE—NW und NE—SW. Die über N in Richtung WNW langsam sinkende
Sonne zeichnet ein helles Feld hinter ihnen, Eine weitere Erwärmung der Luft
findet nicht mehr statt, — 15%: t, 27.7°, tw 27.2°, 17b:; t, 26.8°, tw 27.8°, Yon
16% zeigen sich am W- und NW-Horizont geschlossene, wulstige Cu-Kränze mit
quellenden Türmchen (Abb. 2). Die kiesel- oder wabenförmige Bewölkung am
Hauptteil des Himmels bleibt jedoch unverändert auch über den Sonnenunter-
gang hinaus bestehen, Dieser ist anfänglich ziemlich farblos, nur die Acu-Streifen
am W-Himmel werden in flammendes greiles Gold getaucht, der übrige W-Himme)
erstrahlt dagegen nur lichtgelb ohne weitere Farben (Abb. 3),
Nach dem Untergang der Sonne leuchten die unteren Ränder der schmalen
Acu noch einmal kurz tiefrot auf. Der späte Abendhimmel gleicht dem des späten
Nachmittags immer noch: das weit ausgebreitete Zellengewebe der Kiesel-Cu
steht bewegungslos, In der Nähe des fast vollen Mondes werden die Kanäle
zwischen den einzelnen Zellen hell herausgehoben; an anderen Stellen erstrahlt
hier und da ein Stern, Die Luft ist völlig zur Ruhe gekommen, die Temperatur
ist. sehr angenehm, — 21b: t; 25,8°, tw 27.1°. Nach 225 haben sich vom Zenit
aus zwei breite Streifen in dem Zellgewebe der Wolken geöffnet, am N-Himmel
treffen sie zusammen und lassen diesen jetzt weithin frei von Wolken erscheinen,
Auch gegen den W-Himmel klafft langsam ein breiter Keil auseinander. Der
Mond liegt noch innerhalb des Wolkenfeldes und erzeugt über den weißen Schollen
ringsum eine wahre „Eismeerstimmung“. Da man die rasche Strömung des Kapuas
jetzt nicht mehr wahrnimmt, erscheint sein Wasser bei der völligen Luftstille
wie ein erstarrter schwarzer Spiegel, Um 23h jedoch beginnt das Bild sich
unerwartet völlig zu verändern. Die offenen Himmelsfelder sind durch Wolken
wieder verdeckt. Aus ENE rückt tiefes, dunkles Gewölk heran, den zeitweise
durchbrechenden Mond mit immer neuen Schwaden verdeckend. Von NE bis
NW hinüber ist der Himmel schon völlig verdunkelt, Über dem Erdboden ist
die Luft jedoch nach wie vor noch still. Um 23b beträgt t; 24,7°, ty 27.4°. —
Die Nacht bleibt grau; nach Mitternacht kommt es zu mäßigem Regen, Ein
trüber Morgen beginnt mit niedrigen Temperaturen, 7h: tt; 24,2% t4 271°. Es
folgt ein Tag fast wie der vorherige, besonders die Ähnlichkeit des hier so
häufigen wabenartigen Acu-Himmels mit dem gestrigen ist auffallend, Erst der
nächstfolgende Tag bringt viel offenen Himmel und sehr hohe Temperaturen:
tı mittags bis 31°, tw bis 27.4°, Dr. Kar] Helbie.
3. Klimatographische Witternngsschilderung. Nr. 126: Borned. — Aus
der Sammlung des überseeischen meteorologischen Dienstes der Deutschen See-
warte. — Witterungsverlauf während der sogenannten „Trockenzeit“
in Kuala Kurun., Beobachtungstag: 18, August 1937), (Hierzu Tafel 15
mit Abbildung 4.)
Kuala Kurun legt in Zentralborneo auf etwa 1° 108, 114° 1 E, am Ausgang des
oberen Kahajantales zum südöstlichen Tiefland in ungefähr 70 m Meereshöhe. Die Küsten-
EEE betragen; Etwa 400 km von der West. 250 km von der Süd- und 350 km von der
StKUSslE.
Nach einer in diesem Jahre als verhältnismäßig Jang bezeichneten Regen-
und Monsun-„Kenterungs“ Zeit hat sich seit etwa zwölf Tagen die kurze, ungefähr
acht Wochen dauernde sogenannte „Trockenzeit“ durchgesetzt, die jedoch selten