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Full text: 67, 1939

Kleinere Mitteilungen, 
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war als die Tropikluft, die vor ihrem Einbruch Mitteleuropa beherrschte. Die 
Stratosphäre war dagegen über der Kaltluft zwischen 11 und 13 km etwa 10 bis 
15° wärmer, ein Betrag, der allerdings bis 16 km Höhe schon auf 2° reduziert war. 
Bei einem Vergleich der Höhen der Hauptisobarenflächen (Tabelle 5) ergibt 
sich, daß der untere Druckanstieg nicht einmal bis 2000 m reichte und daß die 
Senkung der Niveauflächen bei 300 mb etwa 5mal so groß war wie die Hebung 
der 1000 mb-Fläche. Eine Kompensation triit hier in der Stratosphäre nur zu 
einem Teil ein, die 100 mb-Fläche liegt über Stockholm am 20, noch 85 Deka- 
meter tiefer als über Erfurt am 12, und da darüber die Temperaturänderung 
nur noch gering ist, wird sich dieser Betrag in noch größerer Höhe nur wenig 
ändern, in ihm spiegelt sich sicher zum Teil das normale winterliche südnörd- 
liche Druckgefälie in der Stratosphäre wider. 
In Tabelle 6 sind die Ergebnisse für Z7rappes (bei Paris) zusammengestellt, Der 
Aufstieg am 21. fand etwa im Zentrum des zweiten Kaltlufttropfens, jener vom 14, 
ebenso wie der vom 1.[I. 39 in Tropikluft statt, Es ergibt sich hier, daß die Masse 
der nordsibirischen Kaltluft über Frankreich bereits erheblich degenerierte, indem 
3ie nur in den untersten Schichten noch 20° kälter war, immerhin beträgt die Tempe- 
raturdifferenz aber noch bis zur Tropopause meist mehr als 10°; in der Stratosphäre 
3ind die Änderungen geringer; hier ist von einer Kompensation der starken Druck- 
schwankung an der Tropopause kaum mehr die Rede, wie ebenfalls der Luftdruck 
am Boden im Zentrum der Kaltluft erheblich niedriger war als eine Woche vorher. 
Über der Kaltluft war die niedrigste Tropopausentemperatur (letzte Reihe der 
Tabelle 6) nur 4 bzw. 7° höher als innerhalb der Tropikluft, dabei lag die 
Stratosphärengrenze in der Kaltluft auch nur 2000 bis 3000 m niedriger. 
Über Mittel- und Osteuropa waren die Änderungen in der Höhenlage der 
Tropopause beträchtlicher (Tabelle 7), sie erreichten mehr als 4000 m, und die 
niedrigste Tropopausentemperatur lag in der Tropikluft über 10° tiefer. 
Es muß als ein glücklicher Zufall bezeichnet werden, daß wir bis in die 
Nähe des Ursprungsgebietes der nordsibirischen Kaltluft eine Reihe Aufstiege 
zur Verfügung haben. In Tabelle 8 sind diese . Messungen zusammengestellt, 
zuerst ein Flugzeugaufstieg von Omsk in Mittelsibirien (die Lage dieser 
Stationen ist in Abb. 1 eingezeichnet) vom 7. XI. vor dem Einbruch der nord- 
sibirischen Masse und dann jener vom 14, nicht weit vom Kältezentrum ent- 
fernt, das zu dieser Zeit etwas nördlich von Omsk gelegen haben muß, Wir 
erkennen hier, welch gewaltigen Temperatursturz diese Kältewelle selbst in 
Innersibiriem im Gefolge hatte: in den unteren Schichten etwa 30° und auch bei 
700 mb noch fast 20°, die relative Topographie der 500 über der 1000 mb-Fläche 
(vorletzte Zeile der Tabelle 8) nahm hier etwa um 37 Dekameter ab, was einem Rück- 
gang der Mitteltemperatur von annähernd 19° entspricht! Ebenso wie in Europa 
sank der Luftärnck in der Höhe, während er am Boden aber sehr stark stieg. 
Der Aufstieg von Kufbyshew am Mittellauf der Wolga am 17. fand etwa im Kälte- 
zentrum statt, die Temperaturen liegen nur in Bodennähe merkbar höher; im 
Laufe der nächsten 24 Stunden ist auf dem Wege bis Smolensk auch nur in den 
unteren Schichten weitere Temperaturzunahme erfolgt, und bis Stockkobn. haben 
4ich die Höhentemperaturen weitere zwei Tage später ebenfalls kaum geändert, 
während die Bodentemperatur beim Überschreiten der Ostsee um 16° angestiegen 
ist. Auf dem Wege von Omsk bis Stockholm hat sich die nordsibirische 
Luft innerhalb von 6 Tagen in Bodennähe um 30° erwärmt, schon bei 
700 mb ist die Temperaturerhöhung auf 5° reduziert und scheint in 
500 mb und darüber völlig zu verschwinden, . 
Das Hauptkältezentrum zieht jetzt über Norwegen nordwärts ab, und es 
kann nur der andere Zweig weiter verfolgt werden, der sich über England zu 
»inem sekundären Kaltlufttropfen umformt. Der Aufstieg zu Lindenberg am 19. 
ist mit jenem von Stockholm am 20. fast identisch (Tabelle 8), Dem Lauf der 
Bodenisobaren folgend, muß die Lindenberger Luft am Mittag des 19, bei 
Norderney angelangt sein, und dementsprechend sind die Höhentemperaturen auch 
völlig gleich, nur in den unteren Schichten macht sich der Einfluß des schnee- 
freien Bodens und des Überfließens des Wattenmeeres durch Temperaturanstier
	        
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